Esparanza

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Während wir im Wohnmobil sitzen und auf die Ausfahrt der Seven Seas of Voyager warten, echot im Hintergrund die Band Irish Coffee, die am alten Strom in Warnemünde zum Stromfest singt. Das Stromfest ist das Pendant zum Stromerwachen im Mai und läutet langsam das Ende der Saison ein.

Die ist in Warnemünde zwar nicht mehr unbedingt an den Sommer gebunden, da auch im Herbst und Winter viele Gäste kommen, aber es wird in Kürze sicher insgesamt ruhiger, da auch die Kreuzfahrtsaison sich dem Ende zuneigt. Gegen acht Uhr hat bereits die Costa Fortuna unter lautem Tuten Warnemünde Richtung Kopenhagen verlassen.

Wir haben es heute auch endlich mal geschafft, die Mittelmole bis zum Ende zu gehen, wo die neue, goldene Figur „Esparanza“ die Schiffe begrüßt und verabschiedet. Dazu ein dramatischer Himmel mit verblassendem Sonnenuntergang. Ein schöner Spätsommertag in Warnemünde geht damit zu Ende. Gute Nacht.

Historiale im Nikolaiviertel

Des Lebens müde

Ein Pandabär beim Fressen
Mein Besuch im Berliner Zoo im Jahr 2008 brachte mich auch zu Bao Bao – Foto: h|b

Heute morgen verstarb mit 34 Jahren der einzige noch lebende Großpanda in einem deutschen Zoo in Berlin. Seit 28 Jahren war er mehr oder weniger allein in seinem Glaskäfig, da er sich nicht recht mit Weibchen seiner Art vertrug. Vielleicht wollte er nun einfach seine Ruhe haben. Ich wünsche dir viele leckere Bambusspitzen da wo du jetzt bist.

„Weine nicht, weil es vorbei ist, sondern lächle, weil es schön war“ (Alte chinesische Weisheit)

Schräge Töne

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>> Die erste Reihe der Big Band Spandau – Foto: h|b <<

Eigentlich ist es ja heute viel zu warm, um auch nur die Nähe des offenen Kühlschranks zu verlassen, aber ein wenig Bewegung tut ja auch gut. Also schnell die Fahrräder vom skandinavischen Staub befreien und los Richtung Treptower Park. Um die frühe Uhrzeit ist noch nicht so viel los, so dass der Weg entlang der Spree gut zu fahren ist.

Am Zenner machen wir eine Pause, um den Tönen der Big Band Spandau zu lauschen. Allerdings machen die gerade eine Pause, als wir angeradelt kommen. Wir setzen uns also solange mit einem Alster in den Schatten und schauen uns das klassische Zennerpublikum an einem Sonntagvormittag an. Die vorherrschenden Farben sind bedeckt, irgendwas mit grau und beige, und Herrentäschchen sind wohl immer noch en vogue. Das Durchschnittsalter toppt selbst klassische Kreuzfahrtschiffe.

Auch nachdem die Band wieder zu spielen beginnt, tanzt heute niemand, die Betonfläche, auf der die älteren Semester sonst dem Schieber oder dem Foxtrott frönen, liegt voll in der Sonne. Viel zu heiss. Im Schatten, mit einem Berliner Kindl, oder einer Berliner Weisse, lässt sich besser den manchmal leicht schrägen Tönen lauschen.

Wir fahren dann noch bis zur Fähre und zurück ein wenig kreuz und quer durch den Plänterwald. Durch eine Phalanx von Polizeiwannen auf der Warschauer Brücke – die Heinis von Pro Deutschland sind heute auf Berlin-Sightseeing – erreichen wir wieder Friedrichshain und sind rechtzeitig zum Kaffee zu Hause.

Den Rest des Tages, laut Medien der heisseste in diesem Jahr, verbringen wir dann doch vor dem offenen Kühlschrank. Nein, natürlich nicht, wäre ja ökologisch nicht zu vertreten, aber einen gewissen Reiz hätte es schon. So müssen wir halt einfach so vor uns hintranspirieren.

Paaaarty

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Vorbei an der esoterischen Harfespielerin am Beginn der Warschauerbrücke gehen wir gegen halb neun abends Richtung Oberbaumbrücke. Dort feiert das Watergate heute Abend sein zehnjähriges Bestehen mit einem Openairset auf der Freifläche direkt an der Spree.

Am Bahnhof Warschauer Brücke strömen die Massen – wie an jedem Wochenende – aus den S-Bahnen heran, um sich auf der Brücke in beide Richtungen zu verteilen. Was sich hier Abends noch bewegt, würde einem mittlerem Großstadtbahnhof im Berufsverkehr alle Ehre machen. Die Party beginnt Abends.

Vor dem Eingang zur U-Bahn am anderen Ende der Warschauer Brücke spielt die nächste Künstlerin, diesmal mit Gitarre und leisem Stimmchen, das Publikum lauscht gebannt. An der Kreuzung zur Eastside-Gallery wummern zum ersten Mal die Bässe die Spree herüber und am Ufer des Universal Gebäudes stehen dicht an dicht die Zaungäste. Über die Oberbaumbrücke treiben viele Partywillige und am Kreuzberger Ende ist der Durchgang durch die Arkaden kaum noch möglich. Dafür zeigt das DJ Set hier seine maximale Wirkung. Die ganze Brücke ist hier eine Partyzone, während die Sonne hinter der Fernsehturm am Alex glutrot untergeht.

Es ist uns dann doch ein wenig zu voll, so dass wir uns wieder auf dem Heimweg machen, wir haben sicher kurzfristig das Durchschnittsalter der Anwesenden signifikant erhöht. Am anderen Ende der Oberbaumbrücke spielt ein Solokünstler gegen den DJ an und wird von Besuchern dafür gefeiert. Auf der Warschauer Brücke strömen auch auf unserem Rückweg immer noch die Massen heran. Die Nacht ist schließlich noch jung. Wir nicht mehr so ganz, daher ziehen wir uns mit einem Bierchen auf die Couch zurück, bevor wir ins gekühlte Bett fallen.