Hitzewelle

Als wir den Sommer aus dem Urlaub mitgebracht haben, dachte ich ja nicht, dass er gleich wieder über die Stränge schlägt. Es gibt scheinbar kein Mittelmass mehr. Entweder Ertrinken im Regen, oder Verdorren in der Sonne, dazwischen scheint es nichts mehr zu geben. Noch dazu ist im Büro die Klimaanlage ein kompletter Ausfall und Fenster gehen eh nur auf, wenn das Haus dazu Lust hat und nicht, wenn wir glauben ein wenig frische Luft – notfalls auch warme – wäre jetzt ganz nett.

Haben wir im Urlaub noch die Sonnenseiten gesucht, schleiche ich aktuell wenn möglich im Schatten der Häuser entlang, um der schlimmsten Hitze zu entgehen. Unser Balkonthermometer zeigt aktuell – viertel nach acht – noch 38 Grad. In der Sonne. Wir gehen jetzt mal lieber in den Biergarten und genießen ein kühles Blondes.

Wiedereingewöhnung

Nach einem kleinen Spaziergang zum Ostbahnhof (Restgeld umtauschen), dann entlang der Eastside-Gallery und zurück über die Warschauer Brücke habe ich festgestellt, dass ich noch nicht bereit bin für zu viele Menschen. So viele wie heute bei dem kurzen Spaziergang habe ich in drei Wochen Skandinavien nicht gesehen 😉 Noch dazu lauter fotografierende Touristen, von denen ich bis vor drei Tagen selber noch einer war. Aber hier tauchen sie immer in geballter Masse auf. Sehr ungewohnt.

Ebenfalls ungewohnt sind die Temperaturen. Von höchstens 15 Grad kommend, steh ich auf einmal in der glühenden Sonne bei gefühlten dreissig Grad. Ich merke schon, ich muss mich dringend akklimatisieren. Was mir gerade noch beim schreiben auf einer normalen Tastatur auffällt, ich versuche dauernd die Umlaute dadurch zu erzeugen, dass ich die normalen Tasten drücke und nach oben wischen will. Klappt blöderweise nicht. Muss mir also noch was abgewöhnen.

Hab heute morgen den Tagesspiegel auf dem iPad gelesen und musste feststellen, weder etwas versäumt, noch etwas vermisst zu haben. Die Welt dreht sich weiter, ob mit mir, oder ohne mich. Immer eine gute Erfahrung für den Zeitpunkt, wenn es denn wirklich mal soweit ist. Mal sehen, ob in nächster Zeit vielleicht auch mal wieder etwas spannendes passiert, über dass es sich zu berichten lohnt. Morgen früh beginnt erstmal der Alltag mit Arbeit und gleich zu Beginn einer vollen S-Bahn. Mich gruselts jetzt schon.

Coming Home

Die Fähre Huckleberry Finn hat uns nach einer stürmischen Überfahrt – zumindest draussen an Deck – in Rostock von Bord gelassen, Deutschland hat uns wieder. In Augenhöhe mit drei Kreuzfahrern, der Silver Cloud, der AIDAblu und der Emerald Princess, haben wir Warnemünde passiert und bereits unseren Stellplatz ausgespäht, der gut besetzt scheint. Ist ja auch Hochsaison.

Schnell für 4,40€ durch den Mauttunnel, leider gibt es hier kein „AutoPass“ wie in Norwegen, und schon stehen wir am neuen Strom. Die AIDA ist schon weg, die Princess legt gerade ab, und Pier 7 hat noch offen, Halleluja. Zwei Bier, zwei Küstennebel und ein Piccolöööschen für die glückliche Ankunft. Und das alles zu einem Preis von 2 Dosen schwedischen Leichtbieres. Yessss.

Nur das Diesel ist mit 1,50€ bei Aral dann doch teurer als erwartet. Hatte mit 1 paarunddreissig gerechnet. Fahren seit gestern auf Reserve, weil ich in Schweden nicht mehr tanken wollte. Mal sehen wie es morgen aussieht, da müssen wir tanken, denn dann geht es endgültig nach Hause. Noch 220 Kilometer trennen uns von Berlin-Friedrichshain.

Durchmarsch

Als wir heute morgen den Campingplatz am Vänernsee verlassen, ist es bewölkt, aber die Sonne versucht ein wenig Boden gut zu machen. Ich sitze nach dem Frühstück noch ein paar Minuten am See und genieße die Sonnenstrahlen. Dann müssen wir aber los, wir wollen in 380 Kilometern, kurz nach Halmstadt, ein letztes Mal in Schweden übernachten.

Als wir kurz nach der Abfahrt einen Hinweis auf einen besonderen touristischen Punkt sehen, der auch in der Karte mit einem Stern versehen ist, beschließen wir uns die Zeit noch zu nehmen und fahren zum „Akvedukt“ von Halverud. Ein lokales Highlight. Es zeigt sich, dass sich unser Kreis langsam schließt.

So wie wir am zweiten Tag unserer Tour die Schleusentreppe am Gotakanal besucht haben, schauen wir uns heute, am vorletzten Tag, ein ähnlich technisches Meisterwerk an, welches die Schiffe auch über mehrere Schleusen von einem zum anderen See befördert, aber mittendrin noch einen genieteten Eisenaquädukt benutzt, um eine kleine Schlucht zu überqueren. Über alles führt noch eine Eisenbahnstrecke, die mit einer Hebebrücke, den Schiffen die Durchfahrt ermöglicht. Eine sehr eigenwillige Konstruktion, die zeigt, was Menschen alles schaffen können. Netterweise fährt auch noch just zum richtigen Zeitpunkt ein Touristenschiff nach oben, so dass wir alles gut beobachten und fotografieren können. On the right time, at the right place. Wie schon oft auf unserer Tour.

Nach anderthalb Stunden müssen wir aber wirklich los, der Weg ist noch weit. Das Wetter wird unterwegs immer abenteuerlicher und zwischendurch schafft der Scheibenwischer fast die Regenmassen nicht von der Frontscheibe zu bekommen. Wo kommt das nur alles her? Links von uns versucht eine Windhose den Kontakt zum Boden herzustellen. Bevor es klappt, löst sie sich allerdings auf. Der dunklel Himmel mit seinen zig Wolkenkonstruktionen sieht schon irre aus. Gut dass wir im Auto sitzen.

Auf Grund der Wolkenbrüche lassen wir Campingplatz Campingplatz sein, der steht sicher auch nur komplett unter Wasser, und fahren nach einem längerem Abendbrotstopp, mit frischem Salat, durch bis zum Stellplatz nach Trelleborg. 55 Kilometer vor dem Ziel knacken wir noch die 7000 Kilometermarke. Auf dem Stellplatz schlafen wir und warten morgen vormittag in Ruhe ab, bis die Abfahrtszeit unserer Fähre gekommen ist. Ab morgen soll auch in Südschweden endlich die Regenzeit vorbei sein und wenn wir nach Berlin kommen, sieht es ja auch ganz gut aus.

Das ist dann der letzte Post aus Skandinavien, ab morgen dann wieder Neues aus Deutschland und ab nächste Woche auch wieder Neues aus Berlin. Falls es da etwas Neues gibt 😉 bis dahin dann.

Adler sollen fliegen

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Ulla vor dem Skisprungturm am Osloer Holmenkollen – Foto: h|b

Das war mal die inoffizielle Skispringer-Hymne von PUR gesungen, als die deutschen Skispringer auf der Erfolgswelle schwammen. Von dort oben wo wir heute Mittag standen, ist sicher auch Sven Hannawald vor seinem Burnout gesprungen, oder Martin Schmitt, bevor ihn sein Glück verließ. Aber egal, auf jeden Fall braucht man Mut sich hier herunterzustürzen, auch wenn man es trainiert hat. Gleichzeitig ist hier oben am Holmenkollen in Oslo auch das Schießstadion des Biathlongeländes, wo auch ein paar Nachwuchskräfte trainierten. Schon ganz schön laut, wenn nur einer schießt, wie muss das klingen, wenn 20-30 Biathleten hier ins Stadion kommen, um die schwarzen Scheiben umzuschießen?

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Jotunheimen – Das Heim der Riesen

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Hoch über dem Geirangerfjord wirken die Schiffe wie Spielzeuge – Foto: h|b

Heute morgen beehrt uns die englische Queen mit ihrem Besuch. Nicht die amtierende, sondern die Queen Victoria von der Cunard-Line läuft heute morgen im Geirangerfjord ein, um einen Haufen Engländer von Bord zu lassen, die sogar den chemischen Toilettenablass am Campingplatz als Toilette benutzen. Engländer!
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Ein Fjord voller Schiffe

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Das einzige Kreuzfahrtschiff mit einem Apple-Store an Bord – Foto: h|b

Mit 220.486 Bruttoregistertonnen Schiffsmasse ist der Geirangerfjord heute gut gefüllt. Seit heute morgen um sieben liegt die kleine Arion vor Anker und gegen neun Uhr tauchen kurz nacheinander zwei Kreuzfahrtriesen auf. Zuerst schiebt die Celebrity Eclipse mit 315 Metern Länge und rund 3000 Passagieren die Nase um die Fjordecke, kurz danach gefolgt von der Costa Deliziosa mit 294 Metern und rund 2800 Passagieren an Bord. Die Eclipse wurde übrigens 2010 in der Meyerwerft vom Stapel gelassen und hat als einziges Kreuzfahrtschiff einen Apple-Store an Bord, inklusive iLounge. Ach ja, auf 2000 Quadratmeter Echtrasen kann man auch noch stilvoll lustwandeln.

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Tunneln, Bridgen und Carven

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Der Atlanterhavsveien, die Atlantikküstenstraße – Foto: h|b

Heute haben wir sicherlich dreissig Kilometer unter Tage verbracht, die längste Tunnelstrecke davon ist knapp 6 Kilometer lang und läutet den Einstieg zum „Atlanterhavsveien“ein. Der Atlantikküstenstraße von Kristiansund in Richtung Molde direkt am und über dem Atlantik. Über geschwungene Brücken und an die Klippen geschmiegte Straßen, zählt das neun Kilometer lange Straßenstück zu den beliebtesten Küstenstraßen der Welt, besonders wenn die Herbststürme mit Macht gegen die Straße brechen. Aber danke, nein, das hatten wir schon in 2006, auch ohne Herbst, und wir wollen die Straße heute mal „in schön“ sehen. Den Gefallen macht sie uns netterweise auch. Dazu gibt es während der Rast Waffeln mit Jordbæren, ganz frisch aus dem Kiosk. Lecker. Weiterlesen „Tunneln, Bridgen und Carven“

Elche, Lamas und Schafe

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Schaukeln in der Abendsonne am Trondheimfjorden – Foto: h|b

Heute morgen, kurz nach der Abfahrt von Brønnøysund hat es endlich geklappt. Wir haben zwei echte, lebende Elchkühe gesehen, die links neben der Straße vor einem Wäldchen grasen. Vorbeifahrende Autos stören die Tiere nicht. Als ich aber anhalte, rucken die Köpfe nach oben, Wachsamkeitsmodus ein. Mit der Kamera bewaffnet öffne ich die Tür, da ich gerne ein Beweisfoto haben möchte. Steigerung der Wachsamkeit bei den Elchen und Fixierung der einzelnen Person die sich nun langsam nähert. Noch ein kurzes Zaudern, dann aber gemeinsame Kehrtwende und ab in den Wald. Schade. Aber gesehn ist gesehn, wir dürfen endlich unsren Elch aufs Wohnmobil kleben 😉

Im Laufe der weiteren Fahrt, die uns heute bis nach Trondheim führt, sehen wir noch zwei Lamas, allerdings in einem umzäunten Bereich bei einem Haus und etwas später, in einem Abschnitt der durch Schilder darauf hinweist, jede Menge Schafe, die auch gerne mal direkt auf der Straße ein Nickerchen machen. Ansonsten grasen sie stoisch das Strassenbegleitgrün ab und lassen sich von Autos kein bißchen aus der Ruhe bringen. Ich glaube, Autos kommen als Objekte in ihrer Wahrnehmung gar nicht vor.

Jetzt ist es 22 Uhr, wir stehen am Trondheimfjord und am Horizont zeichnet sich die Abendsonne zwischen Wolken und Fjord ab. Da wir uns inzwischen weit unter dem Polarkreis befinden, wird sie heute Abend auch sicher untergehen. Für knapp 3 Stunden.

Das Loch im Berg

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Der Berg ist der Torghatten und das kleine weiße Dings das „Loch im Berg“ – Foto: h|b

Das „ein Loch im Eimer ist“, wusste seinerzeit bereits das Medium-Terzett. In Norwegen muss es dagegen ein ganzer Berg mit einem Loch sein. Nur stopfen will es hier natürlich keiner, dann kämen ja keine Touristen mehr. Manchmal glaubt man ja, diese Norweger würden diese Sehenswürdigkeiten extra erschaffen, aber nein, die stehen einfach so in der Gegend rum, schön im Land verteilt, und die Norweger bauen höchstens noch hübsche Strassen und Tunnel, damit man sie besser erreichen kann. Ist schon toll dieses Norwegen. Weiterlesen „Das Loch im Berg“