Goldlack

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Im Gegensatz zum nervenden Grau in Grau hier in Berlin war letzte Woche Freitag in Frankfurt ein wunderschöner Sonnentag, und als ich gegen neun Uhr am „Silberturm“ ankam, war dieser gar nicht mehr silbern, sondern in ein schönes, morgendliches Gold getaucht. Auch wenn ich knapp in der Zeit war, musste ich mir die paar Minuten nehmen, um das zu dokumentieren. Vielleicht kann ich ja durch meine Arbeit dazu beitragen, das mein Arbeitgeber den Turm später wirklich vergolden lassen kann, nicht nur in der Morgensonne 😉

Zugverschandelung

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Drei Sprayer aus Schweden und der Schweiz gingen Bundespolizisten letztens am S-Bahnhof Friedrichshagen ins Netz, nachdem sie dort eine S-Bahn auf fast 20 Quadratmeter besprüht hatten. In Berlin! Sach ma, gehts noch? Habt ihr nix zum besprühen da wo ihr herkommt? In welchem Reiseführer steht, dass man in Berlin super S-Bahnen besprühen kann? Lonely Planet? Graffiti around the world? Manchmal muss man ja am Verstand der Leute zweifeln. Einen besprayten ICE habe ich gestern allerdings zum ersten Mal gesehen. Beim aussteigen in Spandau. Wo immer der auch „verschönert“ wurde. Vielleicht bereits in Interlaken in der Schweiz? Würde immerhin Reisekosten sparen.

Down by the beach

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Wenn ich jetzt morgens früh – noch schlaftrunken – an der Endstation aus der Straßenbahn falle, oder – nachdem ich mal zur Abwechslung – die Stufen der S-Bahn am Nordbahnhof schnaufend erklommen habe, sehe ich immer zuerst diesen riesigen Schriftzug.

Im Winter ist er natürlich nur ein Versprechen. An eine Zeit, die hoffentlich bald wieder kommt und auf die alle Berliner warten wie Verdurstende. Aber sie kommt, ganz sicher. Dann muss ich zum Mittagessen nicht mehr in die volle Kantine, sondern kann mich draussen, direkt gegenüber meiner Arbeitsstelle, bei einem alkoholfreien Daiquiri und dem Anblick knapp bekleideter Sportlerinnen kurz entspannen. Freu ick mir schon druff.

Bildbefreiung

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Einen guten Vorsatz habe ich mir doch noch für das neue Jahr spontan vorgenommen: Die Befreiung von Bildern aus dem Dunkel der Festplatte, hinaus ans Licht. Und ruhig auch mal ein wenig größer als nur 10×15. Der erste Versuch führte mich zu dm, der liegt praktischerweise direkt auf dem Weg von oder zur Arbeit, und zur Kodak-Station im Laden. USB Stick rein, Bilder ausgewählt und ab zum Drucker. Ein wenig Voodoo noch, dann fielen die ersten beiden befreiten Bilder in 20×30 cm in den Schacht. Hervorragende Qualität auf Kodakpapier. Und das Ganze für 1,95€ pro Bild.

Jetzt hängen Sie an der Wand, erfreuen sich ihrer Freiheit und ich mich an ihrem Anblick. Da unsere vier Wände natürlich nur begrenzt aufnahmefähig sind, werde ich das langsam angehen lassen, oder mir einfach Mappen anlegen und die ausgedruckten Bilder immer mal wieder durchblättern. So oder so hat der Exodus begonnen und kann nicht mehr aufgehalten werden. Free Pictures!

Auf ein Neues

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Der Versuch vor der Ballerei in Berlin zu fliehen hat mir das schönste und irrste Silvesterfeuerwerk ever beschert. Am Strand von Warnemünde, in 4 D. Mittendrin statt nur dabei. Ein irres Erlebnis an dem alle Sinne beteiligt waren. Eine dreiviertelstunde privates Geballer was das Zeug hält, und mitten drin noch ein professionelles Höhenfeuerwerk. Gigantisch. Dazu ein Gläschen Sekt. Von mir aus kann jetzt jedes Jahr so beginnen. Ich bin dabei.

Die Zukunft beginnt (immer) morgen

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Eigentlich müsste man ja ein paar schlaue Worte verlieren, schließlich haben wir gerade einen Weltuntergang überlebt und damit nicht genug, beginnt schon wieder mal ein neues Jahr. The same procedure as every year? Na klar, was soll sich schon ändern. Langsam habe ich das Gefühl das die Zeit still steht. Eine kleine Anwendung namens „Timehop“ – sie zeigt jeweils für ein, zwei und drei Jahre zurück, was man in den sozialen Medien geschrieben hat – lässt darauf schließen, dass es genau so ist. Manche Dinge wiederholen sich in verblüffender Regelmäßigkeit, so als wäre es irgendwie vorherbestimmt.

Um das Schema zu durchbrechen, werden wir das erste Mal seit dem wir in Berlin wohnen, nicht am Silvesternachmittag bei Tommi am Brandenburger Tor einen Sekt trinken, sondern auf der Promenade von Warnemünde. Durch den milden Winter können wir auch mit Sommerrreifen ohne Gefahr die Regeln durchbrechen und etwas völlig Verrücktes tun: Den Wechsel zum neuen Jahr in Warnemünde verbringen. Verrückt, was? Warnemünde, Wahnsinn, da waren wir ja erst sechs mal in diesem Jahr. Aber es ist eben diesmal etwas anderes. Etwas Neues und das ist gut so. Damit sich die Routine nicht zu breit macht.

Das deckt sich ja dann auch mit der Arbeit im nächsten Jahr. in der zweiten Arbeitswoche kommt der Umzugslaster und bringt die gepackten Kartons an einen neuen Arbeitsort. Natürlich immer noch in Berlin. Nur weg von der Mitte und dem „Heiligen Tempel“, vier Stationen Richtung Norden in die Caroline-Michaelis-Strasse am Nordbahnhof. Einen neuen Kollegen bekommen wir auch und ehrlich gesagt, freu mich auf die Herausforderungen die das kommende Jahr hoffentlich bringen wird. Ich wünsche mir gesund zu bleiben und noch viele aufregende Dinge erleben zu können, natürlich mit meiner Frau an meiner Seite. Unsere „Bergziege“ wartet sicher auch schon.

Ich wünsche Allen die das lesen ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr und wir sehen uns in alter Frische im Jahre 2013, das leider im Mayakalender nicht mehr vorkommt. Bis dahin ….

Schwarzes Loch

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Bei frühlingshaften Temperaturen waren wir wieder mal beim weihnachtlichen Familientreffen in der Nähe von Frankfurt/Main. Bei Schneefall und Minustemperaturen haben wir am Samstag Berlin verlassen, um bei milden 12 Grad in Hattersheim anzukommen und Weihnachten zu feiern. Noch wärmer war es wohl nur in München, wo die Mutigen sogar im Starnberger See baden waren. Laut Wetteraufzeichnungen das bisher wärmste Weihnachten in Deutschland. Schuld war ein Tiefausläufer.

Ein schwarzes Loch hätte man sich ab und an mal gewünscht, um sich zur Erholung zurückzuziehen, oder Teile des Essens unauffällig verschwinden zu lassen, was gefühlt alle zwei Stunden auf dem Tisch stand. Nach Weihnachten steht erstmal hungern an, sehe aus wie ’ne schwangere Auster. Morgen geht es wieder zurück nach Berlin, zur Entspannung und zum Jahresausklang.

Sonnenauf- oder Weltuntergang

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Wird morgen früh für uns alle die Sonne wieder aufgehen? Die Frage stellen sich gerade eine Menge Leute und bereiten sich vorsichtshalber auf das Ende der Welt vor. Und warum? Weil die Mayas keinen Bock hatten ihren Kalender länger als 5100 Jahre fortzuschreiben. Wer nur Sparkassenkalender kennt, für den geht die Welt immerhin jedes Jahr unter. Länger halten die nie.

Da waren die Mayas schon fleissiger. Wer denkt schon so weit voraus? Heute eher niemand mehr, sonst würden so Veranstaltungen wie der letzte Weltklimagipfel nicht so desaströs enden.

Da ich ein eher positiv denkender Mensch bin, habe ich heute fleissig Umzugskartons gepackt, damit der Auszug aus dem Bahntower pünktlich stattfinden kann. Schließlich möchte ich im neuen Jahr mit neuer Energie an einem neuen Ort für unsere Kunden neue Projekte umsetzen. In diesem Sinne: Allen einen fröhlichen Neuanfang, auch ganz ohne Weltuntergang.

Reihenweise

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Der Blick aus dem Zug, bei der Fahrt durch Brandenburg zwischen Berlin und Wolfsburg, bietet wenig an Wald, aber trotzdem sind regelmäßig Bäume zu sehen. Allerdings meist in ordentlicher Reihe. Als Straßenbegleitgrün, um vielleicht mal eine Allee zu werden, oder als Feldabschluss, um Vögeln einen Hort zu bieten als Basis zur natürlichen Schädlingsbekämpfung. Im Winter bleiben davon nur kleine Strichzeichnungen am monochromen Horizont.

Crossing Borders

Menschen vor Stäben
Eine aktuelle Grenze als Foto auf einer ehemaligen Grenzanlage – Foto: h|b

Die Rückseite der East Side Gallery ist inzwischen sehr bunt geworden und steht an manchen Stellen der künstlerischen Vorderseite in nichts nach. Sie ist nur vergänglicher, da sie regelmäßig geweißt wird. Zumindest wurde sie das bisher. Am oberen Ende, zur Oberbaumbrücke hin, hat dort jemand ein Riesenbild aufgeklebt, was die mexikanisch/amerikanische Grenze aus mexikanischer Sicht zeigt. Sie ist sichtlich durchlässiger als ihr Pendant auf das sie geklebt ist, aber nicht weniger martialisch bewacht. Wenn man das drumrum ausblendet, ist das Gefühl, vor dem „gelobten Land“ zu stehen recht ausgeprägt. Nur rein kommt man auch sicher durch die Stangen nicht.