Teile des Waldes und des Strandes spiegeln sich im Spiegelbild der kleinen Meerjungfrau von Zingst, während im Hintergrund langsam die Sonne im Meer versinkt. Viel zu schnell gingen die Tage hier in Zingst rum, morgen geht es – mit vielen Eindrücken und Bildern im Kopf und auf der Speicherkarte – wieder zurück ins heimatliche Berlin. Immerhin soll der Sommer dort weitergehen, fehlt nur die Ostsee. Was definitiv nicht fehlen wird: Nervige, blutsaugende Schnaken, die abends den Aufenthalt im Freien fast unmöglich machen.
Deichfahrt
Nachdem das Wetter heute morgen auf Zingst so gar nicht den Erwartungen entsprach, grau und windig, entwickelte sich der Tag doch noch in die richtige Richtung. Nach einem Bummel über den Fotomarkt und Kaffeetrinken am Hafen, fuhren wir mit den Rädern bis raus nach Pramort. Vermutlich hätten wir es von dort ohne unsere E-Bikes niemals zurück auf den Campingplatz geschafft, aber mit der elektrischen Unterstützung war die steife Brise keine wirkliche Herausforderung mehr.
Spazierwege
Wege winden sich durch die Natur und ermöglichen uns das leichtere durchqueren eben jener. Auf dem Land trifft man sie oft noch in ihrer urtümlichen Struktur, in der Stadt heißen sie Straßen und dienen eher dem motorisierten Verkehr, denn dem gemütlich dahinschlendern. In diesem Sinne eine schöne Woche und findet euren eigenen Weg.
Foto: Olympus OM-D E-M-5II, 12-40 / 2.8 PRO
Wellenbrecher
Während unseres Miniurlaubs in Heringsdorf, habe ich ein wenig mit Langzeitbelichtungen gespielt und wollte auch endlich mal am Meer die Wellenbrecher so fotografieren, dass sie selbst scharf sind, aber von nebligen Wellen umschmeichelt werden. Kennt man ja. Okay, nichts wirklich innovatives, aber für mich eben neu. Ein ND 1.8 Graufilter vors Objektiv geschnallt, Blende zu, ISO runter, Belichtungszeit wurde von der Kameraautomatik auf 60 Sekunden gestellt. Maximale Zeit, wenn man nicht auf Bulb umschaltet.
Leider war der Wind, der schon die ganze Zeit ziemlich kräftig geblasen hatte, noch einen Zacken stärker geworden, so dass ich mit dem kleinen Kamerastativ keine Ruhe reinbekommen konnte. Wie man auf den Bildern sehen kann, befand sich die Kamera während der Belichtungszeit nicht im stabilen Modus, der Wellenbrecher hat doppelte Konturen. Daraus resultiert jetzt ein stärkerer Kunsteffekt – hat irgendwas surreales – als beabsichtigt, gefällt mir aber trotzdem noch. Etwas weniger windig war es am Packgraben in der Abendsonne, wie auf dem folgenden Bild zu sehen ist.

Beide Fotos: Olympus OM-D E-M5 II, M-Zuiko 12-50 5.6, f22, ISO 100, etwa 60 Sekunden Belichtung.
Grenzgänger
Auf unserer heutigen Radtour haben wir es bis nach Polen geschafft, genauer gesagt, nach Swinemünde. Nicht sooo weit, aber immerhin überqueren wir dabei eine Staatsgrenze. Von Europa nach Europa, auch wenn Polen gerade viel dafür tut, nicht Europa sein zu wollen. An der Grenze gibt es ein schönes Denkmal, vor dem sich alle – Polen und Deutsche – fleissig fotografieren, erbaut mit Unterstützung der EU.

Die Promenade in Swinoujście – wie Swinemünde auf polnisch heisst – ist schwer aufgehübscht, steht den Usedomer Bäderstädten in nichts nach. Richtung Hafen baut Raddison blue einen Hotelkomplex im schicken Design, die Hafenstadt putzt sich heraus. Ein breiter Strand lockt die Gäste und wer preiswert essen gehen möchte, ist hier genau richtig. Kein Essen, ob frischer Spargel, Seehecht, Seelachs Schnitzel, Schweinefilet ist – umgerechnet – teurer als 7€. Schlaraffenland für deutsche Touristen.

Welttage
Gefühlt scheint es gerade eine Invasion der „Welttage“ zu geben. Jeder Tag ein anderer Welttag. Heute konkurrieren zum Beispiel die Bäume und die Pinguine miteinander. Da es in unseren Breitengraden mit Pinguinen etwas dünn bestellt ist, wir andererseits aber nichts so viel haben, wie Bäume, bietet sich dieses Motiv geradezu an. Das Bild zeigt eine bestimmte Baumart – hab leider vergessen welche – am Olbersdorfer See in Zittau.
Ein weiterer Welttag, nämlich der „Internationale Tag gegen Lärm“ findet übrigens morgen statt. Wie wir inzwischen wissen, macht zu viel Lärm die Menschen krank. Am Olbersdorfer See kann man die Ruhe noch genießen, außer Vogelzwitschern und dem Rauschen des Windes ist in der Vorsaison nicht viel zu hören. Leider wird das in der Hochsaison nicht so bleiben. In den umliegenden Wäldern, fernab des Trubels, findet man aber sicher immer ein Ruheplätzchen, vielleicht sogar mit Aussicht auf See und Zittau.

Teufelsbrücke
Einen perfekten Kreis wollte der Schöpfer des Kromlauer Parks, Friedrich Hermann Rötschke, schaffen und baute seine Brücke aus Basalt- und Feldsteinen so über den Rakotzsee, dass sich mit der Spiegelung im Wasser der Kreis schließt.
Die Brücke tauchte immer wieder in meiner Timeline auf, zuletzt spektakulär 2016 als ein Fotograf mit einem Bild der Brücke der hochdotierten „Red Bull Illume 2016“ gewann. Aber es war nicht einfach die Brücke, sondern der BMX Fahrer direkt oben auf der Brücke, der für Unmut sorgte. Die Brücke ist nämlich nicht zugänglich und gesperrt.
Auf der Rückfahrt von Zittau hatte ich nun auch endlich mal die Gelegenheit diesen Ort zu besuchen. Kaum hatten wir den Parkplatz erreicht, fing es aus Eimern an zu schütten und zu hageln. Der Himmel in alle Richtungen dunkelgrau. Na toll. Nach kurzer Pause tat sich allerdings ein blaues Fenster auf, gerade so lange, wie ich brauchte, um die Brücke zu erreichen und sie „in den Kasten“ zu bekommen. Ein wunderschönes Motiv wie ich finde.
Foto: OM-D E-M5II, 12-40 mm/2.5 – 1/400 – f 5.0 – ISO 200
Hummel, Hummel
Der ganze Kirschbaum ist erfüllt von einem Brummen und Summen, das von überall herzukommen scheint. Geschäftig fliegen die dicken Hummeln von Blüte zu Blüte, um den Nektar zu trinken und ganz nebenbei den Akt der Bestäubung durchzuführen. Albert Einstein hat einmal die These aufgestellt, dass „…wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, der Mensch nur noch 4 Jahre zu leben hat. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, kein Mensch mehr.“ Keine guten Aussichten. Weiterlesen „Hummel, Hummel“
Kalte Hände
Es ist ein trüber und eiskalter Sonntag im Januar. Leise schweben sphärische Klänge unterhalb des alten Leuchtturms über die Promenade von Warnemünde. Die zahlreichen Flaneure – dick vermummt – ziehen langsam an dem einsamen Pianospieler vorbei. Seine Finger fliegen über die Tasten, um immer neue Töne zu finden. Viele bleiben mit einem Lächeln kurz stehen, seine Schale ist bereits gut gefüllt mit Kleingeld aller Art. Mir fallen schon fast die Finger ab, um das Foto zu machen, wie macht er das nur? Hält die Magie der Musik seine Hände warm? Wie auch immer, danke dafür.
Strandhafer
Wie wichtig die Befestigung der Dünen am Warnemünder Strand sind, hat sich vor 14 Tagen gezeigt, als die Ostsee wider Erwarten, statt 1.20 stolze 2 Meter anstieg. Der wirklich große Strand war bis zu den Dünen mit Wasser gefüllt. Der Strandhafer ist einer der Garanten dafür, das der Sand sich verfestigt und auch bei starkem Wind oder Sturm nicht verweht wird. An der Nordsee ist das so wichtig, dass es bei Strafe verboten ist, solche Bereiche zu betreten. Ganz so streng ist es hier nicht, allerdings verhält sich die Ostsee, von einigen Wetterphänomenen abgesehen, auch nicht ganz so wild wie die rauere Nordsee. Aber wer weiß, was die Zukunft bringt.
