Archiv der Kategorie: Deutschland

Gelb

Eine der schönsten Farben des Frühlings ist sicherlich die Farbe Gelb. Für Fotografen ist jedes gelbe Rapsfeld mit weitem, azurblauen Himmel darüber eine Farbkomposition, der man sich kaum entziehen kann.

Mein Hintergrund dagegen ist eher ein ruhiger, kein knalliger Farbton, hat aber trotzdem eine schöne Wirkung und das Gelb der Tulpen im Abendlicht wirkt fast noch intensiver. Kleine Streifen von Rot an den Rändern der Blütenblätter bilden dabei die Eyecatcher und geben dem ganzen eine Kontur.

Foto: Olympus OM-D E-M5II, M.Zuiko 75-300

Baumbart

Im letzten Kurzurlaub habe ich einen der letzten Ents getroffen. Ihr wisst schon, die wandernden und redenden Bäume aus dem Herrn der Ringe. Mit mir wollte er aber nicht reden, nicht mal übers Wetter, obwohl das am Osterwochenende in Ueckermünde sehr schön war. Aber auch sehr kalt, vielleicht war er in einer Art Schockstarre. Er hat jedenfalls nur geschaut, mit so einem stechenden Blick, also sollte ich etwas gestehen. Hab dann schnell ein Foto von ihm gemacht und bin wieder meiner Wege gegangen.

Gemeiner Lein

An den Hängen der Seelower Höhen im Oderbruch wächst das berühmte Adonisröschen. Nach langer Zeit habe ich es endlich mal wieder geschafft dort vorbeizuschauen und den kleinen Weg zusammen mit Kind und Enkelkind abzulaufen. Das letzte Mal war das 2005, da konnte Denise noch nicht mal laufen.

Die eigentliche Attraktion war allerdings sehr spärlich vertreten und viele der Blüten schon arg zersauselt. Einige Exemplare konnte ich aber doch noch vor meine Linse bekommen, so wie das hier. Das Titelbild ist eine Flachsblüte namens „Gemeiner Lein“, musste ich auch aber erst nachgooglen. Passt in der schönen Dreierreihe besser aufs Titelbild.

Die Wanne ist voll

Durch einen Blogbeitrag von 2014 (Timehop sei Dank) wurde ich wieder mal auf den Großräschener See (ehemals Ilsesee) aufmerksam. Der ehemalige Tagebau Meuro in Großräschen wird seit 2007 geflutet und alle paar Jahre schauen wir mal vorbei. Meist im Zusammenhang mit einem Besuch in Dresden, liegt ja so grob auf halber Strecke zwischen Berlin und Dresden. In dem Beitrag von 2014 schrieb ich am Ende, dass man ja in 5 Jahren nochmal nachsehen müsste, ob das „Hotel am See“ inzwischen wirklich am See liegt, die Seebrücke ihren Namen zu Recht trägt und der früh angelegte Stadthafen, inzwischen auch für Boote nutzbar ist.

Gesagt getan, diesmal ohne Dresden, nur einfach See. Und es hat sich in der Tat was getan in den letzten 5 Jahren: Unter der Seebrücke ist endlich Wasser und der Hafen ist vollgelaufen, fehlen nur noch die Boote und die Besucher. Wir werden also im Sommer noch mal vorbeischauen.

Die erste Reihe zeigt den „See“ im Jahr 2008, zu der Zeit wurden noch Quadtouren, durch die staubigen Tagebaureste angeboten. 2014, die mittlere Reihe, zeigt einen sich langsam entwickelnden See, auch wenn die gleichnamige Brücke immer noch auf das Finale wartet, die untere Reihe schließlich zeigt die Bilder von gestern, also 2019 und die Website der LMBV gibt den Füllstand des Sees mit 98,52 m NHN an, es fehlen also nur noch ein paar Zentimeter.

Dank rund 8.000 t Weißfeinkalk der in 2017 in den See eingebracht wurde, ist er zwar noch leicht sauer (6,5 ph) nähert sich aber auch hier stark einer optimalen Wasserqualität. Als Badesee unbedenklich wird der See, wenn er einen Wert von 7 ph erreicht. Ansonsten kann man jetzt schon sehen, wie aus der Vergangenheit eine Zukunft wird. Das wirkt auch sicher für die Zeit, in der der Braunkohleabbau in der Lausitz insgesamt zu Ende geht. Auch wenn vielen die Vorstellung schwerfällt, hier und auch am Senftenberger See kann man sehen, dass eine Konversion vom Bergbau zum Tourismus durchaus funktionieren kann. Es muss nicht immer die Ostsee sein.

Wer sich für die Geschichte des ehemaligen Tagebaus Meuro interessiert, hier ist eine interessante Broschüre des LMBV.

 

Kranichflug

Während alle mit gezückten Smartphones auf das Auslaufen der AIDAmar am Abend warten, geht das vielstimmige Krächzen am Himmel über Warnemünde ganz unter. Zu Hunderten ziehen dort die Kraniche zu den Übernachtungsplätzen auf dem Darß, nachdem sie sich den ganzen Tag über auf den Brandenburger Feldern den Bauch vollgeschlagen haben, um Reserven für den langen Flug in den Süden aufzubauen. Der zunehmende Mond ergänzt das natürliche Bild und die Anmut der vielen „Grus Grus“.

Foto: Olympus OM-D E-M5 II und Zuiko 75-300 mm