Tag der Erde

Ein Bachlauf mit Weiden und Bäumen

Der jährliche Earthday hatte in diesem Jahr den Schwerpunkt „Nachhaltigkeit“. Das gilt für viele Bereiche, von Kleidung über Nahrung bis hin zum eigenen Verhalten. Hinter jedem Tun sollte die Frage stehen: Ist es nachhaltig? Muss ich mit dem Auto zum Bäcker fahren? Gut, in einer Stadt wie Berlin stellt sich die Frage nicht so wirklich, da man hier wirklich überall ohne Auto hinkommt. Alles ist fussläufig, oder zumindest mit Rad oder Öffis zu erreichen. Ich komme aber auch vom Dorf, da geht inzwischen ohne Auto nichts mehr und Bäcker oder Einzelhandel sind aus der Fläche leider fast durchgängig verschwunden.

Wenn wir uns trotzdem bei jeder Handlung diese Frage stellen – und gerade beim einkaufen haben wir die Wahl zu entscheiden – könnte die Welt ein wenig besser und nachhaltiger werden. Für meine Kinder und Enkelkinder die ihr Leben noch vor sich haben. Wir haben nur diese eine Erde, diesen fragilen Planeten. Mit dem wir leider nicht sehr pfleglich umgehen. In diesem Sinne…

Was wir heute tun, entscheidet darüber, wie die Welt morgen aussieht.

Marie von Ebner-Eschenbach

Das Titelbild ist ein Fließ aus dem Naturschutzgebiet in Uhldingen am Bodensee. Fotografiert mit meiner OM-D E-M5ii am späten Vormittag im April.

Leaving Calpe

Camping Calpe Mar aus Drohnensicht

Nach nun 42 Tagen verlassen wir heute unsere Homebase in Calpe. Wir haben uns sehr an diesen kleinen Urlaubsort gewöhnt, sodass es ein wenig schwerfällt weiterzuziehen. Für reines Überwintern – einfach in der Sonne sitzen und das Meer genießen, Restaurants mit leckerm Essen, Tapas und Wein sind ausreichend vorhanden – ein idealer Ort. Es ist zwar recht frisch in der Nacht, teilweise bis runter zum Nullpunkt, aber 8 Stunden Sonne am Tag bei Temperaturen zwischen 16 und 21 Grad, machen das dann wieder wett.

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Überwintern für Anfänger

I love Calpe

„Camping ist der Zustand, in dem der Mensch seine eigene Verwahrlosung als Erholung empfindet“. Diesen Satz hab ich schon ein paar Mal auf diversen Wohnmobilen gesehen und ein kleines Stück Wahrheit steckt sicherlich darin. Aber bis zur Verwahrlosung ist es dann doch noch ein ganzes Stück, am Ende liegt es ja an einem selber. Wie geht es uns inzwischen eigentlich mit diesem „Überwintern“ in Spanien? Wir hatten ja so Ideen und Pläne bevor wir losfuhren, existieren die noch? Nicht so ganz, soviel Schon mal vorweg.

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Überwintern

Peñíscola Altstadt im Abendlicht

Vor fünf Tagen sind wir auf unserem Platz in Peñíscola angekommen. Nicht nur körperlich, sondern auch geistig. Waren die Tage während der Anfahrt noch strukturiert und identifizierbar, beginnen sie jetzt so langsam zu verschwimmen. Ohne Uhr wüsste ich momentan weder Datum noch Wochentag korrekt zu benennen. Es spielt im Grunde auch keine Rolle, außer man muss einkaufen.

Das ist in dieser Woche aber eh schwierig, da die Spanier gerade einen Feiertagslauf haben. Am Montag war Verfassungstag, heute ist Mariä Empfängnis. Als Feiertag! Dadurch sind auch grad viele Spanier unterwegs, sie nutzen die wenigen Tage die sie Urlaub nehmen müssen, um eine ganze Woche plus die zwei Wochenenden an die spanischen Küsten zu fahren. Auch auf unserem Platz ist das zu merken.

Wasseraufsicht am Strand
End of Saison – Foto: h|b
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Betreutes Wohnen

Sonnenuntergang auf der Autobahn

Jetzt sind wir seit Freitag unterwegs, aber noch bewegen wir uns auf vetrauten Wegen. Wir klappern Verwandte, Freunde und Kinder ab und bekommen so regelmäßig Essen, Schlafplätze, Frühstück, fast wie im Hotel, oder eben im betreuten Wohnen. Ab morgen geht es dann wirklich los. Danach müssen wir selbst schauen wie wir zurecht kommen. Das wird hart. Ganz allein auf uns gestellt. Oje. … Just kidding, ist ja nicht wirklich neu für uns. Wir waren ja schön öfter unterwegs, teilweise 7000 km geschrubbt, da ist die jetzige Tour ja Kindergeburtstag. Außer dass wir diesmal länger unterwegs sein werden. Vier Monate. Das ist das einzige Neue. Aber in der Sonne an Spaniens Küsten lässt sich das vermutlich gut aushalten. Noch müssen wir uns aber mit Regen, Schnee und Eiseskälte rumschlagen. Nordeuropa ist fest im Griff des aktuellen Tiefs „Andreas“, was in großen Teilen auch Schnee bringt.

AUS

Kunstwerk „Aus“

Aus, aus, das Spiel ist aus. Nach 49 Jahren und 3 Monaten ist der Punkt erreicht, wo ich den jungen Leuten das Feld überlasse. Mit einem weinenden und einem lachenden Auge hab ich gestern zum letzten Mal mein Notebook zugeklappt. Mein Diensthandy ist schon weg, damit sind alle dienstlichen Kommunikationswege gekappt.

Montage werden ab sofort keine besondere Bedeutung mehr haben, sind sie doch einfach Tage in der Folge von endlosen Tagen, die mich jetzt in der neugewonnen Freiheit erwarten. Daher auch das neue Titelbild des Blogs, aufgenommen in Norwegen auf einer Schaukel mit Blick auf den Briksdalsbreen. Unser Schicksalsgletscher.

Seit heute sind wir unterwegs mit Ziel Spanien. Wir flüchten aus dem grauen, regnerischen Deutschland, um an der spanischen Küste zu überwintern. Wie es uns dabei ergeht, dann in Kürze in diesem Blog. Stay tuned…

Twistin‘ the Night Away

50 Hobby Wohnmobile auf einem Stellplatz aus der Luft aufgenommen

Bis zum Freitagmittag des 1. Oktoberwochenendes sind bereits ein Dutzend Wohnmobile der Marke „Hobby Ontour Edition“ am Wohnmobilhafen Twistesee eingetroffen. Der extra dafür reservierte Bereich füllt sich langsam aber stetig. Eingeladen hatten die Administratoren der gleichnamigen Facebookgruppe Andrea Winter, Tanja Martin und Guido Könning. Die Gruppe wurde vor 2 Jahren von den beiden Letzteren gegründet und umfasst inzwischen mehr als 600 Mitglieder.

Menschen die ein gemeinsames Interesse haben – das reisen mit dem Wohnmobil – und Besitzer eines Hobby Ontour Edition sind. In der Gruppe herrscht ein reger Austausch. Themen rund um das aktuelle Modell der Ontour-Reihe, Möglichkeiten von Verbesserungen, Tipps&Tricks zu Erweiterungen und natürlich Reiseberichte, Stellplatztipps und vieles mehr. Viele gute Gründe sich auch mal in der Realität kennenzulernen.

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17885 Tage

Solange ist es jetzt hier, plus/minus ein paar Tage wegen Schaltjahren und so, als ich meinen Dienst am Freitag dem 1. September 1972 am Bahnhof in Gensungen-Felsberg bei der deutschen Bundesbahn begonnen habe. Als Bundesbahnassistentenanwärter (nt) – das steht für „nichttechnischer Dienst“ – stelle ich mich als neuer Mitarbeiter meinem neuen Chef vor, Herrn Kranz, seines Zeichens grummeliger Bahnhofsvorsteher meines neuen Heimatbahnhofes. Zu meinen zukünftigen Aufgaben zählt es auch – morgens, wenn ich die Frühschicht in der Fahrkartenausgabe habe – vor seinem Eintreffen, den Ofen in seinem Büro soweit vorgeheizt zu haben, dass er es zu Dienstbeginn warm hat. Mit Papier und Kohlen.

Es waren lehrreiche Jahre in der Ausbildung, die mich fit gemacht haben für fast ein halbes Jahrhundert Bahnleben. Einen recht großen Anteil meiner Ausbildung, als auch meinem späteren Start danach, habe ich in der Blockstelle meines Wohnortes Wolfershausen verbracht. Früh/Spät/Nacht/Wochenende mit Ticketverkauf und Signale stellen. Für Eingeweihte: Es war die damalige KBS 520 Kassel – Frankfurt. Kürzere Wege zur Arbeit hatte ich nie wieder.

Ein Mann beim umlegen eines Signalhebels in einer Blockstelle der Bahn
Ich in der Blockstelle Wolfershausen – Foto: unknown

Ab heute kommen zu den 17885 Tagen noch 86 Tage dazu, bis mein Arbeitsleben bei der DB AG nach dann 49 Jahren und 4 Monaten endgültig zu Ende geht und einem neuen Lebensabschnitt Platz macht, dem Letzten. Offiziell Schluss ist eigentlich am 31.12.21 aber ich habe mir meinen Jahresurlaub so eingeteilt, das am 26.11. mein letzter Arbeitstag sein wird. Schon am nächsten Tag brechen wir – wenn alles gut geht – mit unserem Wohnmobil Richtung Spanien auf. Wir testen dann, ob es sich an den südlichen Gestaden Europas angenehmer überwintern lässt als im kalten Berlin. Wieviele Tage es am Ende in diesem letzten Lebensabschnitt noch werden, weiß nur das Schicksal, ich jedenfalls nicht und das ist auch gut so. Bis dahin wünsche ich mir und meiner Frau eine schöne, spannende und erlebnisreiche Zeit.

Vaxzefria

Senioren nach der Impfung am Corona-Impfzentrum Treptow


Was nach einem kräftigen bayrischen Fluch oder einer Bewohnerin eines rebellischen gallischen Dorfs klingt, ist der Name des Corona Impfstoffs von Astra Zenica. Der Impfstoff der immer wieder von sich reden macht, da er zuerst nicht an über 70-jährige verimpft werden sollte – dabei haben nur die Datengrundlagen gefehlt was die Testprobanden anging – und nun wurden in den letzten Wochen Todesfälle bekannt, die nach Verabreichung des Impfstoffes aufgetreten sind, sogenannte Hirnvenen-Thrombosen. Es ist zwar noch unklar, ob sie in einem ursächlichem Zusammenhang mit den Impfungen stehen, bei gut 1.8 Millionen Impfungen sind 3 Fälle eine so geringe Anzahl, dass sie vermutlich nicht mal in die Beipackzettel von Arzneimittel aufgenommen werden würden, aber sicher ist sicher. Jede:r Tote ist eine:r zu viel. Da diese Fälle bisher ausschließlich bei jüngeren Menschen aufgetreten sind und hier bei Frauen, wird das Mittel nun auch für unter 60jährige nicht mehr verimpft. Insgesamt traten bei rund 30 Personen diese Thrombosen auf.

Diese ganze Gemengelage führte nun dazu, dass in Berlin am letzten Mittwoch die nächste Gruppe Impflinge, nämlich die zwischen 60 und 69 aufgerufen wurden, sich telefonisch zu melden – eben ohne erhaltenen Impfcode – um einen Termin bis zum 11.4. in den Testzentren Tegel oder Tempelhof zu bekommen. Allerdings ausschließlich mit dem Impfstoff Vaxzefria von Astra Zenica.

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Selbsttest

Corona Schnelltest im Haubentaucher

Dort wo in normalen Zeiten das Bier oder die Pommes über den Tresen gereicht werden, beugt sich heute der Tester aus dem Fenster, streicht zuerst den Rachen durch den Mund ab – aaarrggghhhhh – um anschließend noch ein lustiges Niesgefühl durch die Nasenlöcher zu erzeugen. Und dass am Fließband. Location: Der „Haubentaucher“ in Berlin-Friedrichshain auf dem RAW Gelände, ansonsten ein Open Air Club. Endlich wieder Schlange stehen in einem Club. Vielleicht auch ein Geschäftsmodell für den Betrieb. Warten muss man eh, warum nicht gleich den Test integrieren, 15 Minuten warten, wer NEGATIV ist darf feiern, alle anderen, ab nach Hause in Quarantäne.

Corona Schnelltest im Haubentaucher
Schlange Stehen – Foto: h|b

Die Testelle im Haubentaucher gibt es schon seit Ende Februar, seit dem 8. März kann man hier auch den „Bürgertest“ machen, so der Name des kostenlosen Schnelltests, dem man einmal die Woche in Berlin nutzen darf. Für mich war es das erste Mal, gehe ja eh kaum vor die Türe, aber ich wollte es wenigstens mal ausprobieren, wer weiß. Es geht schnell, tut nicht weh (bissi unangenehm) kurz danach weiß man Bescheid. Nützt nur nix, hin darf man ja eh nirgends, auch nicht mit negativem Test. Bleibt also nur das Warten auf die Impfung. Vielleicht ja auch bald „to go“ im Haubentaucher 😉