Neugierig geworden durch einen Artikel aus dem Berliner Tagesspiegel hab ich mich am letzten Wochenende mit dem Rad auf den weiten Weg aus dem Osten Berlins zu einem Punkt weit im Berliner Westen gemacht. Versprach dieser Bericht doch einen tollen Weitblick über die Havel bei Spandau kurz vor Gatow. Noch dazu trägt dieser ferne Ort sogar einen Begriff im Namen, den man eher nicht mit Berlin verbindet, nämlich das Wort „Düne“ genauer gesagt, ist es die Haveldüne (GoogleMaps).
Vor einem Jahr habe ich mit dem Fahrrad eine kleiner Coronarunde entlang der Berliner Touristenhotspots gemacht. Der Titel Geisterstadt war damals durchaus berechtigt. Das Virus war neu, sogar die Spielplätze waren mit rot-weißem Flatterband abgesperrt und die Straßen und öffentlichen Plaätze waren wirklich leer. Das Wetter war ähnlich, auch die Zeit passt. Was nicht passt ist der Inzidenzwert. Der lag im März 2020 in Berlin bei 35, alles war zu. Aktuell liegt der Wert berlinweit steigend bei rund 141 (!). Und es sieht draußen aus wie ein normaler Frühlingstag. Einzig die Touristen fehlen noch.
Bevor die letzten Schneereste dem Regen und der Sonne zum Opfer fallen, möchte ich noch schnell den diesjährigen Berliner Winter zu Wort kommen lassen. Er war ja seit langem wieder mal knackig kalt, teilweise bis -18 Grad und netterweise hatte es rechtzeitig geschneit, so dass an Sonnentagen ein richtiges Winter Wonderland zu bestaunen war. Die Kiddz konnten endlich wieder mal raus und tagelang Schlitten fahren. Die zugefrorene Spree und die umliegenden Seen waren an sonnigen Sonntagen ein beliebtes Ausflugsziel.
Down by the river – Foto: h|b
Inzwischen ist es rund 18 Grad wärmer als noch die letzte Woche und bis zum Wochenende sollen es bereits zweistellige Temperaturen sein. Aber noch ist es Februar und der Winter ist vielleicht noch für die eine oder andere Überraschung gut. Bis zum Frühling ist es immerhin noch etwas über einen Monat. Und selbst dann gab es in Berlin schon öfter unangenehme Überraschungen. Mit meiner kleinen Galerie schließe ich persönlich den Winter ab und hoffe, dass er auch nicht zurückkommt.
Im Winter 2010 fand auf der grünen Wiese des Schlossplatzes ein Happening statt. Ende Januar demonstrierten hier hunderte von Schneemännern bei -10° C zur Freude der Berlinerinnen und Berliner auf dem Schlossplatz in Berlin für mehr Engagement gegen die Klimaerwärmung. Von dieser war allerdings in diesem Winter kaum etwas zu spüren, sollte er doch als einer der längsten und schneereichsten in die Annalen von Berlin eingehen. Selbst die Kinder hatten irgendwann genug von dem weißen Zeugs und der Rodelberg im Friedrichshainer Volkspark verlor an Attraktivität. In dem Jahr konnte man sogar Eishockey auf dem Weissensee spielen. Ein echt verrückter Winter mit coolen Schneemänner und – frauen als temporäre Platzhalter für das Stadtschloss.
Der Ausflug am letzten Wochenende zum Sternenpark Gülpe sollte eigentlich viele Sterne auf den Kamerasensor bannen. Es war dies bereits der zweite Anlauf in diesem Jahr mit meinem Fotoklub Kreuzberg, aber leider ist gerade diese Art der Fotografie noch stärker von den äußerlichen Bedingen abhängig wie jede andere fotografische Betätigung. Mit unserem ortskundigen Scout suchten wir am Nachmittag erstmal andere fotografische Objekte in der Gegend auf, z.B. Schleiereulen. Nun sind Eulen ja generell eher Nachttiere, aber mit kundiger Führung bekommt man sie auch mal am Tag zu sehen.
So wie der kleine, rote Panda im Berliner Tierpark, einfach mal ein paar Tage lang die Seele baumeln lassen, abhängen, sich um nichts kümmern müssen, in der Sonne liegen, Inseln besuchen. Das ist unser Plan für die nächsten 14 Tage. Morgen geht es los. Inselhopping auf den Kanaren bei 21 Grad und viel Sonne. Soweit die Prognose. Kann mir aktuell grad gar nicht vorstellen, wie sich Temperaturen jenseits der 20 Grad anfühlen, noch dazu, wenn die Sonne scheint. Die auch noch früher aufgeht und länger am Himmel bleibt. Ick freu mir drauf.
„Schneeheflöckchen, weiß Röckchen…“, „Leise rieselt der Schnee“, „White Christmas“, „Es schneit, es schneit, kommt alle aus dem Haus, die Welt, die Welt sieht ganz verzaubert aus“.
Tief in unserem kollektiven Bewusstsein hält sich hartnäckig die Hoffnung auf weiße Weihnachten. Wenn der Schnee auf die Erde fällt, alles leiser wird und auch die Nacht in helles Licht getaucht ist. Aber… meist bleibt es beim Träumen, eine weiße Weihnacht in unseren Breitengraden ist eher selten. Wer jetzt sagt, hey, stimmt gar nicht, früher, als ich noch ein Kind war, lag immer Schnee, dem spielt sein Gedächtnis einen Streich. Es mag die Jahre gegeben haben, aber vermutlich überdeckt die schöne Kindheitserinnerung alle nachfolgenden eher nassen und trüben Weihnachtstage. Wer das nicht glaubt, kann das gern hier selbst überprüfen: Weiße Weihnachten. Für meine Orte an denen ich bisher Weihnachten gefeiert habe, trifft das ausnahmslos zu. Das letzte Mal in Berlin gab es übrigens 2010 weiße Weihnachten, dann kam auch ein echt langer Winter hinten nach.
Das Bild ist aus dem Volkspark Friedrichshain, kurz vor Weihnachten im Dezember 2010.
Der zunehmende Mond steht als dünne Sichel heute im Berliner Nachthimmel. Wer genau hinschaut kann erkennen, dass gerade ein Raumschiff auf dem Weg ist, ihn zu besuchen. Kann aber auch ein Flugzeug sein. So ganz genau ist das mit der Kamera nicht zu erkennen. Auf ein schönes spätsommerliches Wochenende.