Unter dem Motto lädt „Lotto Berlin“ heute zum Spätival 2018 ein. 5 Spätis, 5 Bands, gut 6 Stunden Tour. „Die Besucher erwartet ein Open-Air mit fünf rotierenden Bands an fünf ausgewählten Spätis im Szeneviertel Friedrichshain – Kreuzberg“ schreibt die Presseabteilung des Veranstalters Connnex. Weiterlesen „„Zum Glück Berliner““
Verschlafen
Als ich heute morgen den Blick aus dem Fenster schweifen ließ, um zu schauen was der Tag bringt, sah ich dieses Ensemble auf und neben der Parkbank unseres kleinen Parks vor der Tür. Vertrauensvoll steht das ganze Hab und Gut des – vermutlich – Obdachlosen neben seinem Schlafplatz. Ein ganzes Leben in einem Einkaufswagen.
Heute beginnt ja auch die WM in Russland. Wird sie ihn interessieren? Oder hat er andere Schwerpunkte? Zum Beispiel überleben auf den Straßen der Großstadt? Schlicht und einfach, aber ein Grundbedürfnis jedes Menschen. Heute morgen stand in der Zeitung, das aus Polen jetzt Sozialarbeiter nach Berlin kommen werden, da ein Großteil der auf der Straße lebenden Menschen aus unserem Nachbarland kommen. Bin gespannt ob das den Menschen helfen wird. Hoffen wir das Beste. Eine Parkbank ist aber sicher immer frei.
Kontemplation
Anstatt sich heute der Sammlung von Massen hinzugeben, zum Beispiel auf dem MyFest in Kreuzberg, ging unsere Überlegung zu etwas mehr Abgeschiedenheit und Besinnung. Die Gärten der Welt in Berlin bieten genügend Platz und Gelegenheit zur Reflexion, sei es auf dem Wasser des chinesischen Pavillons, über den Zengärten des japanischen Gartens, oder in den Spiegeln in der Nähe des Haupteingangs. Zunächst lud jedoch ein englisches Cottage zur Einkehr, und wir richteten unsere Konzentration ganz auf die Versenkung von Kaffee und leckeren Kuchen. Bei der tieferen Betrachtung der farbenfrohen Blumen und Blüten im Laufe unseres weiteren Spaziergangs kamen wir uns vor wie in einer herrlichen Andacht in Gottes Natur, über uns nur der weite, blaue Himmel, als Dach der einen, großen Welt.

Um mir ein wenig folgen zu können, hier eine Auswahl der Fotos vom heutigen Spaziergang zum nachmeditieren. Und wer es vielleicht bemerkt hat, alle unterstrichenen Worte im Text sind Synonyme des Wortes Kontemplation. Sagt der Duden. Musste nur noch den Text drumherum schreiben 😉
Crashtestdummys
Was auf dem Bild zuerst aussieht wie ein mittelschwerer Verkehrsunfall, wobei die Couch nicht so ganz ins Bild passen würde, ist bei genauerer Betrachtung lediglich ein Stück öffentlichen Straßenlands, dass einfach als Zwischenablage für Müll umfirmiert wurde. Ob die Wracks von einem Entsorger oder einer Werkstatt nur zwischengeparkt wurden, wer weiß das schon. Ist für Berlin jetzt auch kein ganz seltenes Bild.
An der Stelle geht auch in Kürze die Kreuzberger Umfahrung in die finale Runde, muss nur noch die Bilder soweit vorbereiten, dass sie veröffentlichungsfähig sind. Und was fehlt zur intensiven Beschäftigung mit den Fotos auf der Festplatte? Genau, die liebe Zeit. Mein letzter Urlaub wartet auch noch auf Durchsicht und dann ist draußen in Berlin auch noch spontan der Sommer ausgebrochen. Wie soll man denn das alles unter einen Hut bringen. Ich arbeite dran 😉
Grenzerfahrung X
Mit zwei kleinen Schlenkern entlang der Kreuzberger Grenze und um die Columbiahalle herum erreichen wir den Platz der Luftbrücke. Diesem Platz wenden sich halbrund geschwungene Wohn- und Geschäftshäuser zu. Die Anfang des 20. Jahrhunderts errichteten Gebäude eröffneten als Torhäuser die Bebauung des Tempelhofer Felds.

Grenzerfahrung VIII
Der große Kurfürst ging hier im 17. Jahrhundert auf die Jagd nach Hasen und die deutsche Turnbewegung nahm in diesem Park zu Anfang des 20. Jahrhunderts mit Turnvater Jahn ihren Anfang. Am nördlichen Eingang des Parks erinnert ein Jahndenkmal daran. Die Rede ist natürlich von der Hasenheide, die sich – vom Hermannplatz kommend – bis zum Südstern zieht und der wir im achten Teil der „Grenz(er)fahrung folgen. Die Kirche am Südstern dominiert das Ende der Sichtachse entlang der Hasenheide und kündigt einen erneuten Schwenk der Grenze in Richtung Tempelhof an. Dieses Teilstück der Kreuzberger Grenze ist auch nicht soooo spannend und für geübte Radfahrer in 5 Minuten zu bewältigen. Ein paar Bilder gibt es natürlich trotzdem.
Grenzerfahrung VII
Die Grenzerfahrung geht natürlich auch in 2018 weiter, noch habe ich ja den „Kreis“ nicht geschlossen, nicht mal zur Hälfte. Diesmal steht eine Wende an. Am Ende des Kottbusser Damms schließt das Karstadtkaufhaus am Hermannplatz die Kreuzberger Grenze gegen Südosten und richtet sich danach über die Hasenheide wieder gen Westen. Der Hermannplatz selbst gehört bereits zu Neukölln. Die Figur das „Tanzende Paar“ auf dem Platz wurde 1986 von Joachim Schmettau geschaffen. Von ihm stammt auch der Weltkugelbrunnen auf dem Breitscheidplatz.

Grenzerfahrung V
Mit dem Paul-Lincke-Ufer auf der Kreuzberger Seite und dem Maybachufer auf der Neuköllner Seite erreichen wir zwei hochwertige Wohngegenden beiderseits des Landwehrkanals. Hier möchten viele wohnen, nicht alle können es sich leisten und die hier noch wohnen werden wohl sowieso nicht freiwillig wegziehen. Ruhige Straßen, spazierengehen oder joggen entlang des Kanals, der türkische Markt am Maybachufer, idyllisches Wohnen für alle die es schön „kiezig“ haben möchten.

Grenzerfahrung IV
Die Süd-Ostseite des Görlitzer Parks in Berlin-Kreuzberg stellt nur einen kleinen Teil der Grenze zu Treptow dar. Der größte Teil des – in den späteren 80er Jahren angelegten – Parks zieht sich über rund einen Kilometer Richtung Nordwesten bis zur Skalitzer Straße. Der Park ist immer wieder in den Schlagzeilen, da ein schwunghafter Drogenhandel, überwiegend durch Schwarzafrikaner, die Aufenthaltsqualität beeinträchtigt. Bei meiner Fahrt durch den Park prägen sie an diesem kalten Dezembertag klar das Bild der „Parkbesucher“.

Grenzerfahrung III
2 Kilometer nach dem Start der Tour, erreichen wir das nordöstliche Ende von Kreuzberg. Dort wo sich heute das Partyvolk nach einer durchzechten Nacht im Freischwimmer oder im Club der Visionäre im Flutgraben zum Frühstück trifft, war 28 Jahre für die Kreuzberger das Ende der Welt. Dahinter beginnt der Bezirk Treptow, wo man noch heute in einem kleinen Park den alten Wachturm der DDR Grenzanlage sehen kann. Jetzt wird er für Veranstaltungen genutzt. Es handelt sich um einen von drei noch erhaltenen Wachtürmen der Berliner Mauer im Stadtgebiet




















