Archiv der Kategorie: Stadtleben

Die Qual der Wahl

Endloser Himmel über dem Tempelhofer Feld - Foto: h|b
Endloser Himmel über dem Tempelhofer Feld – Foto: h|b

Heute ist Wahltag. Wir dürfen nicht nur das Europaparlament neu zusammenwürfeln, nein, in Berlin steht eine Schicksalswahl an. Alles oder Nichts. 100% Tempelhofer Freiheit, oder ein neuer Stadtteil. Klingt dramatisch. Wenn es denn so wäre. Ist es aber nicht. Es stehen heute zwei Gesetzesvorlagen zur Wahl. Die eine definiert per se wirklich jede weitere Bebauung, oder bauliche Veränderung am Tempelhofer Feld zu verhindern. Die politische Opposition in Berlin präferiert zusammen mit der Initiative diese Entscheidung. Eine „moderate“ Randbebauung, mit – zum Teil – „sozialverträglichen“ Mietwohnungen möchte die Koalition aus SPD und CDU. Stillstand oder Zukunft. Die beiden Extreme.

622 785 Stimmen braucht die Initiative THF um den Volksentscheid durchzubekommen. Das sind eine Menge Berliner, von denen viele aber mit Tempelhof gar nichts anfangen können. Ob in Köpenick oder Marzahn, ob in Spandau oder Lankwitz, Tempelhof ist eher ein innerstädtisches Thema. Der Vorteil könnte sein, dass durch die parallele Europawahl, der eine oder andere sich Gedanken macht. Aber ich bin echt mal gespannt, ob es ein Gesamt-Berliner Thema sein wird. „Ja – Ja“, ist die GaGa Entscheidung, „Ja-Nein“, die Entscheidung für Tempelhof und seine „Freiheit“ und „Nein-Ja“, die Entscheidung für Randbebauung, Teich, Aufschüttungen und die neue LZB. Wowereits Lebenswerk. Ich werde mich wohl nachher spontan entscheiden müssen.

Bikini Saison

Bikini Berlin - Neue Shopping Mall an der Gedächtniskirche - Foto: h|bBikini Berlin – Neue Shopping Mall an der Gedächtniskirche – Foto: h|b

Nach drei Jahren Bauzeit wurde diese Woche das „Bikini Berlin“ eröffnet. Wiedereröffnet muss man sagen, denn das langgestreckte Gebäude gegenüber der Gedächtniskirche stammt eigentlich aus den 50er Jahren. Es wurde zwischen 1955 und 1957 gebaut, hat also so in etwa mein Alter. Der Name „Bikini-Haus“ leitete sich aus der Tatsache ab, das eine Etage als durchlässiger Laubengang konzipiert war und damit dem Gebäude eine zweiteilige Struktur gab. Das wurde zwar in den 70er Jahren geschlossen, aber der Name blieb erhalten.

Zaungäste auf der Terrasse des neuen Bikini-Hauses - Foto: h|bZaungäste auf der Terrasse des neuen Bikini-Hauses – Foto: h|b

Am Sonntag war die – im Inneren noch sehr unfertige – Shopping-Mall für Besucher geöffnet und sehr gut besucht. Am Terrassengeländer auf der oberen Ebene standen die Menschen in dichten Trauben, hat man doch von hier einen wunderschönen Blick direkt in den Zoo und auf die Affengehege. Die Paviane mit ihren leuchtendroten Hintern umrundeten ihren Affenfelsen eins ums andere Mal, als wollten sie den Zuschauern etwas Besonderes bieten. Wir haben uns zwei Cappuccino und einen Erdbeerbecher gegönnt, zu durchaus moderaten Preisen. Eigentlich wollten wir Waffeln, aber die waren noch nicht im Angebot. Für die meisten Läden ist die Eröffnung erst im Laufe der kommenden Woche vorgesehen.

Schneefrei

Vor einem Jahr brach der Winter Ende März noch mal über Berlin herein - Foto: h|b

So sollte es Ende März aussehen - Foto: h|b

Grad mal ein Jahr ist es her, als der Winter Ende März noch mal kurz und heftig über Berlin hereinbrach. Als ich an diesen Morgen, dem 29. März 2013 aufwachte und aus dem Fenster auf den Comeniuspark schaute, traute ich meinen Augen nicht. Es schneite wie verrückt und draussen war alles weiß. Der Winter war zurück. Gottseidank bleiben wir diese Jahr von ähnlichen Wetterkapriolen verschont und konnten heute einen wunderschönen Frühlingstag im Tierpark Berlin genießen. So wie es sich für Ende März gehört.

Der Ruf der Steine

Der Ayers Rock in Berlin? - Foto: h|bDer Ayers Rock in Berlin? – Foto: h|b

Im Berliner Tiergarten zwischen Potsdamer Platz und dem Brandenburger Tor liegen schon seit geraumer Zeit einige große Findlinge, die aussehen, als hätte sie die letzte Eiszeit dort vergessen. Doch die Verschiedenartigkeit spricht dagegen. Es gibt einen Stein ganz in rot, eine weiteren ganz im schwarzen Granitanzug und es sieht auch nicht aus, als wäre ihre Lage dem Zufall überlassen worden. Dazu liegen sie zu dicht beieinander. Allerdings auch nicht so dicht, dass man es aus Versehen für ein zweites Stonehenge halten könnte. Ein guter Grund diese Steine vor die Kamera des PlayMo-Fotografen zu zerren. Schließlich ist heute Mittwoch: „Berlin from the ground„.

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Friede den Hütten

Kreative Bauwerke brauchen kreative Namen - Foto: h|bKreative Bauwerke brauchen kreative Namen – Foto: h|b

Mein letztes Hüttendorf, das ich bewusst erlebt habe, war das im Mörfeldener Wald zu Zeiten der Startbahn-West. Damals ging es um den Protest, den Widerstand, gegen eine dritte Startbahn am Frankfurter Flughafen. Das es heute wieder Hüttendörfer gibt und das mitten in Berlin, hat eher etwas mit Not und einem gesellschaftlichen Gegenentwurf zu tun. So ist zum Beispiel aus dem Zeltlager der Asylsuchenden aus Afrika auf dem Oranienplatz, inzwischen eine respektable Ansiedlung aus zusammengezimmerten Hütten geworden. Es liegt noch genug Holz herum, um die Bauwerke zu verfeinern und auch um neue zu bauen. Friede den Hütten weiterlesen