Meine Hood

Ein Luftbild des Comeniusparks, im Hintergrund die Türme des Frankfurter Tors

Seit fast 20 Jahren wohnen wir jetzt in Berlin Friedrichshain, mit freiem Blick auf den kleinen aber feinen Comeniuspark. Zentral gelegen, nettes Umfeld, viel besser kann man glaub ich in Berlin nicht unterkommen. Für eine Drohne wohnen wir im erweiterten Warnbereich, was dazu führt, dass vor dem Aufsteigen ein entsprechender Hinweis bestätigt werden muss, der einen verantwortungsvollen Umgang fordert. Das versteht sich allerdings von selbst. Im Umfeld von Bundesstraßen, Schienen und Gebäuden ist Sicherheit die oberste Maxime.

Das Titelbild des Beitrags zeigt im Vordergrund den Comeniuspark mit der sich anschließenden Häuserfront der Gubener Straße und im Hintergrund die beiden Türme des „Frankfurter Tores“. Das Ganze schön beleuchtet von der tiefstehenden Wintersonne.

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Luftiges Skating

Ausnahmsweise ist das Wetter heute ja mal schön, sogar zweistellige Temperaturen hats in der Sonne. Das schreit doch direkt danach mal der Drohne wieder ein bisschen Ausgang zu gönnen, der ist schließlich schon ganz langweilig. Die Motive habe ich schon im Kopf und so kann ich eine schnelle Runde durch meinen Kiez absolvieren. Das erste Foto aus der Serie zeigt den kleinen Skaterpark in Friedrichshain, nahe der Warschauer Brücke, aus rund 30 Meter Höhe. Ein paar Skater sind am späten Nachmittag noch auf dem Platz, aber im Sommer wird es da sicher voller, also sicher noch mal ein Foto wert.

Wintersonnenwende

Schneeeule

Nun ist es endlich geschafft, die dunklen Tage weichen ab heute wieder zurück. Mit jedem Tag wird es endlich wieder länger hell. Aber zuerst erleuchtet noch das Licht der Weihnacht die Welt. Wir halten kurz inne und besinnen uns auf das Wesentliche. Der Hass und die Missgunst bleiben vor der Tür und wir erfreuen uns an den alltäglichen Dingen. Das wir gesund sind, ein warmes Dach über dem Kopf haben und Menschen die uns lieben um uns sind.

Die Schneeeule im Tierpark würde sich auch sicher über ein wenig Schnee freuen, so wie die Kinder, aber die Prognosen für die Feiertage sehen eher nach Frühling als nach Winter aus. In Berlin ist eben nur alle 5 Jahre mal weiße Weihnacht. In diesem Sinne wünsche ich allen eine schöne Weihnachtszeit.

Indian Summer

Herbstlicher Tiergarten in Berlin - Foto: h|b

Beim Spaziergang durch den Berliner Tiergarten muss ich aufpassen nicht alle paar Meter stehenzubleiben, weil sich immer neue Perspektiven auf den goldenen Herbst öffnen. Wenn dann noch ein kleiner See mit idyllischer Brücke das bunte Herbstlaub spiegelt, springt die Kamera fast automatisch in die Hand und vor das Auge. Die richtige Perspektive suchen, passt. Beim entwickeln der Fotos in Lightroom sieht es schon fast nach einem Gemälde der alten Landschaftsmaler aus. Ein bißchen an den Reglern drehen, um den Eindruck noch etwas zu verstärken und fertig ist das klassische Herbstbild.

Tiergarten
Herbstlicher Tiergarten in Berlin – Foto: h|b

Mix it, Baby

Roller & Scooter in Berlin

Für Menschen die sich nicht zu Fuß bewegen wollen und das Glück haben im inneren S-Bahn Ring von Berlin zu leben, ist hier gerade das Schlaraffenland ausgebrochen. Wir sind damals mit einem Auto nach Berlin gekommen, um nach ein paar Monaten festzustellen, dass es nur rumsteht und einstaubt. Also haben wir es unserem Sohn geschenkt, der gerade eins brauchte. Ein weiterer Glücksfall: mein Arbeitgeber stellte allen Mitarbeitern ein ABC Ticket für Berlin zur Verfügung. Das durfte ich auch privat nutzen. Dafür zahlte ich eine kleine Kostenbeteiligung und etwas Steuern für den geldwerten Vorteil. Aber immer noch wesentlich weniger als ein normales Monatsticket. Ich konnte in Berlin im ÖPNV also fahren was ich wollte. Ich kam mir vor wie Django aus dem alten Witz.

DriveNow E-BMW DriveNow E-BMW – Foto: h|b

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Sic mundus creatus est

Stabkirche Stahnsdorf

Überschrift und Titelbild geben sicher dem Einen oder Anderen schon den Hinweis um was es im heutigen Beitrag geht: Um eine deutsche Netflix-Serie bei der man am Ende nicht mehr weiß, was man bis vor irgendwann noch dachte zu wissen: Dark. Zu verschlungen sind die Zeitebenen und die Beziehungen der handelnden Personen zueinander. Dagegen waren die drei Teile von „Zurück in die Zukunft“ Kinderkram.

Da große Teile der Serie in Berlin und Brandenburg gefilmt wurden, gibt es auch diverse Locations zu besuchen. Gestern waren wir dazu auf dem Südwest-Kirchhof von Stahnsdorf (es muss ja nicht immer GoT und Spanien sein ;-). Dort findet sich wahrhaftig eine hölzerne Stabkirche, wie wir sie sonst eher aus Norwegen kennen. Und diese Kirche bildet den Hintergrund einer Begegnung zwischen Jonas & Jonas (Der Fremde), die ja ein und dieselbe Person sind. (u.a. Staffel 1, Folge 5)

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Zeichenkunde

Zeichne einen Baum

Lauter Konjunktive: „Zeichne einen Baum, auf den du klettern könntest.“ oder „Zeichne einen Baum, der vor deinem Haus stehen könnte“. Interessante Aufforderungen an die Flaneure am Schiffbauerdamm, aufgehängt am Bertold-Brecht Platz

Ich habs ja nicht so mit dem Zeichnen und malen und nutze daher die Fotografie als Möglichkeit mich auszudrücken. In diesem Fall habe ich allerdings nur die Kunst von anderen genutzt, um mit dem iPhone und den kleinen Fotohelferlein-Apps das reale Bild ein wenig künstlerisch zu verfremden. Ich hoffe es gefällt.

Schwesterkuss

Zwei Mädchen küssen sich vor Bild der East-Side Gallery

Die East Side Gallery in Berlin Friedrichshain ist und bleibt der Hotspot Nummer 1 für Touristen aus aller Welt. Die „Pseudomauer“ mit den vielen bunten Bildern steht sicherlich in jedem Reiseführer und wer ohne ein Foto auf seinem Handy davon nach Hause kommt, kann nicht in Berlin gewesen sein. Ach ja, man selbst sollte natürlich auch auf dem Foto sein, sonst gilt das nicht.

So machen die Handys die Runde bis wirklich alle aus der Reisegruppe verewigt sind. Ein lustiges Treiben, was sich allerdings auf zwei der bekanntesten Fotos reduziert. Hier sind die Menschentrauben definitiv am größten, die Wartezeit für das eigene Foto am längsten. Aber alle sind fröhlich und geduldig, geht es doch beim ersten Bild um einen spannenden Moment: Einen Kuss.

Für alle, denen der Sozialismus nicht so ganz geheuer ist, ist der Bruderkuss schon etwas befremdlich. Zwei Männer pressen voller Inbrunst ihre Lippen aufeinander, sind aber definitiv nicht schwul. Diese Küsse sollten Ausdruck von Freude, Brüderlichkeit und Gleichheit sein. Irgendwie strange. Umso schöner, wie das Bild durch die Besucher konterkariert wird und so gar nichts mehr von einem Ritual an sich hat. Küsst euch ruhig weiter liebe Touristen, aber hört gefälligst auf euch dort auch noch mit Stiften zu verewigen, das ist Kunst ihr Banausen.

Revaler Spitze

Revaler Straße in Berlin-Friedrichshain

Nein, hier wird nichts geklöppelt und es eignet sich auch nicht als Untersetzer. Aber es tut sich was entlang der Revaler Straße. Während am Anfang der Straße noch um jeden Meter kulturellen Freiraums gekämpft wird, bildet sich am Ende, in der Revaler Straße 28-31, ein neues Gebäude, die Revaler Spitze.

Leider werden dort keine dringend benötigte Wohnungen entstehen, sondern wie so häufig, Büros, Einzelhandel, Gastronomie und Dienstleistungen, das klassische Friedrichshainer Gemisch mit der vermutlich besten Rendite. Anderseits ist es vermutlich durch die direkte Nachbarschaft zur S-Bahn auch nicht ganz einfach dort Wohnungen auf den Markt zu bringen, Der Gebäuderiegel wird aber sicherlich den bereits dort bestehenden Wohnungen einen Schallschutz bieten und damit die Wohnqualität erhöhen.

Beim Kiezspaziergang sind viele Entwicklungen zu sehen und ich werde in den weiteren Beiträgen mal auf das eine oder andere näher eingehen und auch die Entwicklung begleiten. Die Revaler Spitze soll übrigens in 2021 fertig gestellt sein. Vielleicht gibt es ja bis dahin sogar einen neuen Berliner Flughafen. Aber wer glaubt schon an Wunder.

Hundekotbeutelchen

Liebe Hundebesitzer*innen – wie es gendergerecht heißen muss – ihr habt das – glaube ich – mit diesen kleinen Plastikbeutelchen für die Hinterlassenschaft eurer lieben, vierbeinigen Begleiter nicht so recht verstanden. Glaube ich. Ach was, ich bin mir da bei einigen Zeitgenoss*innen ziemlich sicher.

Um mit dem Positiven zu beginnen: Es ist auf jeden Fall toll, dass ihr die Hundekacke in dieses Beutelchen packt, damit wir, also die Nichthundebesitzer, da nicht aus Versehen reintreten. Riecht echt eklig und ist schlecht wieder abzubekommen. Aber, muss ich jetzt leider hinzufügen, scheint es am nachfolgende Prozess noch etwas zu hapern. Vielleicht fehlt eine Art Bedienungsanleitung, die ich hier gern nachliefern möchte.

Es macht keinen, wirklich überhaupt keinen Sinn, diese Beutelchen dann wieder einfach dorthin zu legen wo der Mist vorher lag, nur halt ohne Beutelchen, oder noch besser, Hundekotbeutelsammelstellen einzurichten, an Stellen, wo andere Menschen sich möglicherweise gern aufhalten würden, wie zum Beispiel am Spreeufer. Es scheint nicht jeden zu stören, wie auf dem Bild zweifelsohne zu sehen ist, aber mich nervt es ganz dolle. Es passt leider zum Berliner Lebensgefühl: Alles kann, nichts muss.

Hier also der ultimative Tipp: Diese Beutel gehören in diese orangenen Behälter die überall in Berlin entlang der Straßen und Wege zu finden sind. Auch wenn gerade keiner in der Nähe ist, ist das noch lange kein Grund den Beutel einfach fallenzulassen oder irgendwo abzulegen. Es wäre in diesen Fällen echt entgegenkommend, ihn einfach noch ein wenig mitzunehmen, um ihn bei nächstbester Gelegenheit sachgerecht zu entsorgen. IN EINEN PAPIERKORB. Das kann doch verdammt nochmal nicht soooo schwer sein.