An diesem grauen und regnerischen Tag am Bodensee wird es Zeit für etwas Farbe. Vorgestern bin ich – mit meiner neuen Olympus bewaffnet – vom Mantelhafen bis zur Überlinger Therme spaziert und hab geschaut, was sich schon aus der Erde traut. Und … das war eine ganze Menge. Im Februar! Der mit durchschnittlich 7 Grad vermutlich der wärmste Februar seit der Wetteraufzeichnung in die Geschichte eingehen wird. Sagt Kachelmann, und der muss es wissen.
In einer großen Stadt ist der Weg zur Natur ja oft mit langen Wegen verbunden. Wir haben allerdings das Glück, direkt vor unserer Tür einen kleinen Park zu haben, den Comenius-Park. Stadtparks sind zwar oft auch eher auf Effizienz ausgerichtet, zweimal im Jahr kommt das Grünflächenamt und rasiert alles ab was höher als 5 cm ist, aber es ist durchaus möglich kleine Nischen zu schaffen. Was ja in vielen Augen völlig verwahrlost aussieht, sind die sogenannten „Wildblumenwiesen“. Aber gerade die sind total wichtig für Insekten und vor allen Dingen Bienen. Ein paar Tütchen in der Natur ausgesät und los geht’s.
Seit 2018 ist immer am 20. Mai Weltbienentag, oder „Happy-Bee-Day„. An diesem Tag des Jahres 1734 wurde Anton Janša geboren, der als Pionier der modernen Imkerei gilt. Der Gedenktag wurde von Slowenien im Rahmen der Organisation der Vereinten Nationen vorgeschlagen und am 20. Dezember 2017 angenommen.
Die Problematik wahllos herumstehender E-Scooter in Berlin ist ja kein ganz so neues Thema, aber nach 6 Monaten Auszeit von Berlin fällt es wieder extrem auf. Einerseits gibt es eine große Anzahl von E-Scooter-Anbietern in der Stadt, die um Marktanteile konkurrieren und dabei möglicherweise nicht ausreichend auf die ordnungsgemäße Aufstellung der Roller achten. Andererseits gibt es in Berlin auch keine klaren Regeln oder Richtlinien für das Abstellen von E-Scootern, was zu einer unsystematischen und chaotischen Verteilung der Roller auf Gehwegen und öffentlichen Plätzen führt.
Als wir vor drei Wochen an Sevilla vorbei auf der Autobahn Richtung Portugal gefahren sind, tauchte rechts ein Stück entfernt ein Konstrukt auf, dass aussah wie eine der Hängeseilbrücken von denen es hier ein paar gibt. Ein hoher Mast und rechts und links davon laufen die Seile zur Brücke. Es gab allerdings weitere Masten zu sehen, die scheinbar keine Tragseile hatten. Ein Grund auf der Rückfahrt gestern mal nachzuschauen, was es denn nun eigentlich ist.
Nachem wir gestern den „Caminito del Rey“ durchwandert und heute vormittag der Alcazaba von Antequera einen Besuch abgestattet haben, (Berichte folgen später) schrauben wir uns mit unserem Wohnmobil über jede Menge Serpentinen auf knapp 1200 Meter. Dort wartet das Felsenmeer „El Torcal“ auf uns.
„Das Ziel die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen scheint kaum mehr erreichbar zu sein“ so der Klimaforscher und Meterologe Mojib Latif. „Wir nähern uns dem Punkt, an dem man sich eingestehen muss, die Zeit ist abgelaufen“
Ist das jetzt also der „Klimawandel“ und nicht nur ein heißer Sommer, „wie wir ihn früher auch schon hatten“? Wenn ich zurückdenke, immerhin stehen mir dazu 66 Jahre zur Verfügung, kann ich mich an Temperaturen um die 40 Grad in Nordeuropa nicht erinnern, auch nicht kurzfristig. Dazu sind wir früher schließlich extra in den Süden gefahren. Und selbst dort gab es nicht annähernd so heiße Tage wie aktuell in Spanien und Portugal.
Bis sie mir im spanischen Winter in Rhonda über den Weg krabbelte, war mir die „Blauschwarze Holzbiene“ gänzlich unbekannt. Ich dachte zuerst an eine Käferart, konnte aber dann die korrekte Bezeichnung durch die Suche im Netz herausfinden. Eine Biene also und nun wurde sie auch noch mit 33% der Stimmen zum „Gartentier des Jahres 2022“ gekürt und hat dabei u.a. den „Star“ und das „Tagpfauenauge“ geschlagen. Geholfen hat ihr dabei die inzwischen wieder größere Verbreitung in heimischen Gefilden, die Gärten dienen dabei als Startpunkte. „Dank“ der allgemeinem Klima-Erwärmung fühlt sie sich inzwischen auch bei uns zu Hause.
Der jährliche Earthday hatte in diesem Jahr den Schwerpunkt „Nachhaltigkeit“. Das gilt für viele Bereiche, von Kleidung über Nahrung bis hin zum eigenen Verhalten. Hinter jedem Tun sollte die Frage stehen: Ist es nachhaltig? Muss ich mit dem Auto zum Bäcker fahren? Gut, in einer Stadt wie Berlin stellt sich die Frage nicht so wirklich, da man hier wirklich überall ohne Auto hinkommt. Alles ist fussläufig, oder zumindest mit Rad oder Öffis zu erreichen. Ich komme aber auch vom Dorf, da geht inzwischen ohne Auto nichts mehr und Bäcker oder Einzelhandel sind aus der Fläche leider fast durchgängig verschwunden.
Wenn wir uns trotzdem bei jeder Handlung diese Frage stellen – und gerade beim einkaufen haben wir die Wahl zu entscheiden – könnte die Welt ein wenig besser und nachhaltiger werden. Für meine Kinder und Enkelkinder die ihr Leben noch vor sich haben. Wir haben nur diese eine Erde, diesen fragilen Planeten. Mit dem wir leider nicht sehr pfleglich umgehen. In diesem Sinne…
Was wir heute tun, entscheidet darüber, wie die Welt morgen aussieht.
Marie von Ebner-Eschenbach
Das Titelbild ist ein Fließ aus dem Naturschutzgebiet in Uhldingen am Bodensee. Fotografiert mit meiner OM-D E-M5ii am späten Vormittag im April.