Die Siemensbahn

Gleisbett mit Birken - Foto: h|b
Gleisbett mit Birken – Foto: h|b

Das erforschen von stillgelegten Fabriken, Krankenhäusern, Kasernen oder ähnlichem erfreut sich ja großer Beliebtheit. Die Bilder zeigen dann das morbide Ambiente unbewohnter Gebäude. Abblätternde Farbe an den Wänden, verblasste Wandgemälde, Artefakte der früheren Bestimmung wie Schreibtische oder OP-Tische. Das wollte ich nun auch endlich mal machen, aber lieber etwas oberirdisches. Ich hatte keine Lust irgendwo rumzukrabbeln, über halbkaputte Treppen zu balancieren, immer auf der Hut vor irgendwelchen Wachdiensten. Viel zu viel Schiss. Weiterlesen „Die Siemensbahn“

Der Bierpinsel

Traum in Beton, der Bierpinsel in Steglitz - Foto: h|b
Traum in Beton, der Bierpinsel in Steglitz – Foto: h|b

Anfang des Jahres haben sich in Berlin ein paar Fotoverrückte zusammengefunden, die eines vereint: Die Kameramarke. Alle benutzen Digitalkameras von Olympus, in der Regel die neuen, die „mit ohne Spiegel“. Daraus entstand nun der Berliner Oly-Stammtisch. Beim Treffen in dieser Woche gab es neben Foto-Smalltalk auch die Ergebnisse der beim letzten Mal gestellten Aufgabe zu präsentieren. Es galt den „Bierpinsel“ – laut Wikipedia „ein 47 Meter hoher Turm mit aufgesetztem Mehreckbau nebst Treppenturm“ in Steglitz in Szene zu setzen. Das ist ein architektonisch ziemlich interessantes Bauwerk, gleichzeitig ist es aber auch ziemlich schräg. Wie ein aus dem Himmel gefallenes außerirdisches Artefakt reckt es sich von der Schlossstraße aus neben einer Hochstraße in die Höhe. Weiterlesen „Der Bierpinsel“

Le Tréport

Le Tréport und Mers-les-Bains

Hoch oben über der Stadt, direkt auf der Klippe befindet sich der Stellplatz für die Wohnmobile. Zwischen Klippenrand und Stellplatz ist nur die Straße und ein kleiner, grüner Rasenabschnitt. Dahinter geht es rund 100 Meter in die Tiefe. Aber keine Gefahr, wir stehen sicher. Um es den Bewohnern der Stadt etwas zu erleichtern, hat man direkt in die Klippen einen „Fahrstuhl“ eingebaut, die „Tréport Terasse“. Dieser erspart einem immerhin 350 Treppenstufen nach oben steigen zu müssen.

Le Tréport ist ein nettes kleines Hafenstädtchen und liegt auf der Südseite des Hafens. Mers-les-Bains liegt direkt auf der anderen Seite, mit großem Strand und einer langen Promenade und bunten Holzhäusern in einer Art Bäderarchitektur. Auch hier wird noch wie verrückt geputzt und gewienert, denn in knapp 14 Tagen beginnen in Frankreich die zweimonatigen Sommerferien. Dann bricht hier, wie in vielen anderen Orten wo wir die letzten drei Wochen waren, der Sommerwahnsinn aus. Alle Franzosen stürmen dann die Küsten und jedes Zimmer und jeder Stellplatz wird dann belegt sein.

Ein guter Grund für uns hier langsam die Zelte abzubrechen. Morgen fahren wir die letzte Etappe nach Boulogne-sur-mer, sagen dem Ärmelkanal „Atschöö“ und begeben uns auf den langen Rücksturz nach Hause. Nach Deutschland. Nach Berlin. Merci Frankreich, war „très bien“ bei dir.

Mont St-Michel

Der Mont St-Michel in der Normandie

Heute Mittag haben wir die Bretagne verlassen und sind hinüber in die Normandie gewechselt. Dort steht gleich ein architektonischer Höhepunkt an, den tausende Menschen täglich besuchen. Der Mont St-Michel. Als Hotspot ein Muss. Daher reihen wir uns in die Mengen ein und steigen einmal bis ganz nach oben empor. Treppenstufe um Treppenstufe geht es hinauf, bis der Blick weit bis zum Horizont reicht. Viel Sand drumherum, und ganz hinten irgendwo … das Meer.

Alignments du Ménec

Menhire in Carnac

1099 große Steine, in mehreren Reihen ausgerichtet, umfasst das größte der drei Steinfelder in Carnac. An diesem Ort befindet sich die bekannteste prähistorische Stätte der Bretagne, mit insgesamt über 3000 Menhiren. Sie entstand in den Jahren 4500 bis 2500 vor Christus, als die steinzeitlichen Sammler und Jäger sesshaft wurden. Anstelle der sonst üblichen Steinkreise sind hier die Steine in langen Reihen aufgestellt. Die größten Blöcke von Carnac wiegen dabei mehrere Tonnen. Die Menschen transportierten sie von weit entfernten Steinbrüchen hier her, lange vor der Erfindung des Rads. Warum?

Erklärungsversuche gibt es einige: Fruchtbarkeitskult, himmlische Chronometer – die Reihen sind entlang der Ost-Westachse ausgerichte – Landeplatz für Außerirdische, oder einfach Versammlungsorte? Eigentlich hat man nicht die blasseste Ahnung. So lässt man die Steine am Besten auf sich wirken und denkt sich 6000 Jahre zurück in die Vergangenheit. Als die Menschen sesshaft wurden und beschlossen zu unserem Vergnügen Steine aufzustellen. Nach dem Motto: Viel Spaß, macht euch mal schön Gedanken. Wir fanden es einfach lustig. Vielleicht war es so, wer weiß.

Ekliptische Formen

Das UFO ist direkt an der Spree gelandet - Foto: h|b
Das UFO ist direkt an der Spree gelandet – Foto: h|b

Etwas sperrig ist der richtige Name des – im Rahmen der „Berlin from the ground“ Tour – heute vorgestellten Gebäudes. Die Berliner nennen es wegen seiner Form etwas respektlos: „Schwangere Auster“. Das Gebäude entstand 1957 als amerikanischer Beitrag zur Internationalen Bauausstellung „Interbau“, ist also nur ein Jahr jünger als ich. 1980 stürzte die Dachkonstruktion während einer Tagung der „Ring Deutscher Makler“ ein, die Ursache waren wohl bauliche Mängel, sagt der Untersuchungsausschuss. Verschwörungstheorien sehen den Überschallknall von sowjetischen Düsenjägern als möglichen Grund, die regelmäßig zu Protesten gegen Tagungen von westdeutschen Institutionen in West-Berlin eingesetzt wurden. Heute beherbergt das 1987 wieder aufgebaute Gebäude unterschiedliche Ausstellungen und ist fester Bestandteil als Spielort der „Berlinale“. Wer weiß um welches architektonische Kleinod es sich hier handelt?

Zirkuszelt

Zirkuszelt aus Beton am Anhalter Bahnhof - Foto: h|b
Zirkuszelt aus Beton am Anhalter Bahnhof – Foto: h|b

Aus aktuellem Anlass gibt es heute ein Foto eines architektonischen Juwels am Anhalter Bahnhof in Kreuzberg. Die Geschichte dieses Gebäudes, wie es entstand, warum es entstand, könnt ihr hier nachlesen. Eigentlich so’ne typische Berliner Nummer. Ich war dort schon zum „Blauen Montag“, zu einer internen Veranstaltung meines Arbeitgebers zur Unternehmenskultur und ab heute Mittag bin ich mit rund 600 meiner Kollegen und Kolleginnen aus ganz Deutschland wieder dort, um mich mit ihnen über das Thema „Kommunikation“ auszutauschen. Was kann verbessert werden, wie kann Kommunikation effektiver werden ohne zu nerven? Diese und ähnliche Fragen harren der Beantwortung. Am Abend schließt sich ein „Get together“ an, bevor am nächsten Morgen die Ergebnisse des Vortages vorgestellt werden. Auch das alles im Rahmen der Unternehmenskultur, ein wichtiges Thema für meine Kollegen und unseren Arbeitgeber.

Feinkost Zipp

Klassischer Einkaufspalast - Foto: h|b
Klassischer Einkaufspalast – Foto: h|b

Lange bevor die langweiligen Shoppingmalls aller Orten wie Unkraut aus dem Boden wucherten, gab es das klassische „Kaufhaus“. Ein Ort zum Einkaufen, wo es alles gab. Noch keine uniformen Ketten, kein Shop-im-Shop System, sondern der Kaufmann, in der Regel der Besitzer des Kaufhauses, bot seinen Kunden ein Warenvollsortiment. Von Strümpfen und Knöpfen, bis hin zu Möbeln und Technik, alles konnte hier erworben werden. Dieses besondere Berliner Kaufhaus auf unserem Bild hat noch eine andere, spezielle Abteilung.

Wegen ihr kommen viele Besucher, fahren direkt nach oben, um dort kulinarische Köstlichkeiten zu genießen. Edlen Champagner zu frischen Shrimps, Foie Gras zu einem Glas „Château Lafite Rothschild“, alles kein Problem. Im November 1989, am Tag nach der Wende, war es darüber hinaus das begehrte Ziel vieler DDR Bürger aus Berlin. Steckte doch schon im Namen des Kaufhauses die pure Verheissung. Wer einmal in einem HO zu DDR Zeiten einkaufen war, kann sich vielleicht vorstellen, was das für ein Erlebnis gewesen sein muss.

Na, wer weiß, um welches bekannte Berliner Kaufhaus es sich hier handelt? Ist ja nicht all zu schwer.

Der letzte Spielplatz

Wir hatten viel Spaß auf dem Playground - Foto: h|b
Wir hatten viel Spaß auf dem Playground – Foto: h|b

Es gibt ja in Berlin nicht nur sehenswerte Orte mit Ewigkeitscharakter, wie z.B. der Flughafen in Tegel (pruust), oder imaginäre Orte des immer Entstehenden, aber nie Seienden, wie ein anderen nicht näher genannter Flughafen. Nein, Berlin lebt auch von temporären Orten. Orten, die man unbedingt in einem gewissen Zeitraum besucht haben muss, da sie wieder verschwinden. Unwiederbringlich. Einer dieser Orte befindet sich aktuell bis Ende Mai in den alten Opernwerkstätten in der Zinnowitzer Straße.

Es gibt auch gleich zwei Gründe diesen Ort unbedingt zu besuchen. Zum Einen ist es der „Photography Playground“ – siehe meinen letzten Beitrag – eine große Spielwiese für kunstbegeisterte Fotografen, zum anderen ist es der Ort selbst. Die Opernwerkstätten wurden zum letzten Mal von Olympus mit Kunstwerken bestückt, die zur Mitwirkung einladen. Daher der Begriff „Playground“. Man kann sich dort einfach durch die Kunstinstallationen treiben lassen und damit automatisch Teil der Kunst werden, oder man begibt sich in die aktive Rolle und hält die Kunst mit der Kamera fest.

Aber auch die Location an sich ist ja für Fans von „Lost Places“ eine eigene Installation. Das nackte Mauerwerk, die offenen Installationen, Wandspuren von früheren Zeiten, all das auch sehr schöne Fotomotive, und …. zum letzten Mal für die Öffentlichkeit zugänglich. Nach diesem Playground wird das Gebäude saniert und verliert damit seinen morbiden Charme. Was draus wird weiß ich nicht, könnte mir aber im aufstrebendem Umfeld rund um den Nordbahnhof durchaus Lofts, oder etwas ähnliches vorstellen. Also, nichts wie hin. Der „Playground“ ist täglich von 11 bis 19 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. Wer keine Kamera hat, kann sich die aktuelle OM-D E-M10 ausleihen, den Chip mit den Fotos darf man mit nach Hause nehmen.

Kreativ sein

Die Feengrotte mit dem Artfilter der OM-D - Foto: h|b
Die Feengrotte mit dem Artfilter der OM-D – Foto: h|b

Nach dem riesigen Erfolg des ersten Olympus Playgrounds im letzten Jahr, in den alten Berliner Opernwerkstätten, läuft seit dem 10. April in Berlin die zweite Runde. Die 30.000 Besucher aus 2013 will man in diesem Jahr toppen. Das ist das erklärte Ziel von Nils Häussler, Product Manager Olympus für Deutschland. Mit ihm zusammen durften wir am Mittwoch Abend den „Spielplatz“ nach dem offiziellen Ende der Besuchszeit in Ruhe erkunden. Wir, das sind 12 Leute des Oly-Stammtisches Berlin. Der Initiator, Hartmut Faustmann, hatte den Termin organisiert und Nils mit eingeladen. Weiterlesen „Kreativ sein“