Ekliptische Formen

Das UFO ist direkt an der Spree gelandet - Foto: h|b
Das UFO ist direkt an der Spree gelandet – Foto: h|b

Etwas sperrig ist der richtige Name des – im Rahmen der „Berlin from the ground“ Tour – heute vorgestellten Gebäudes. Die Berliner nennen es wegen seiner Form etwas respektlos: „Schwangere Auster“. Das Gebäude entstand 1957 als amerikanischer Beitrag zur Internationalen Bauausstellung „Interbau“, ist also nur ein Jahr jünger als ich. 1980 stürzte die Dachkonstruktion während einer Tagung der „Ring Deutscher Makler“ ein, die Ursache waren wohl bauliche Mängel, sagt der Untersuchungsausschuss. Verschwörungstheorien sehen den Überschallknall von sowjetischen Düsenjägern als möglichen Grund, die regelmäßig zu Protesten gegen Tagungen von westdeutschen Institutionen in West-Berlin eingesetzt wurden. Heute beherbergt das 1987 wieder aufgebaute Gebäude unterschiedliche Ausstellungen und ist fester Bestandteil als Spielort der „Berlinale“. Wer weiß um welches architektonische Kleinod es sich hier handelt?

Zirkuszelt

Zirkuszelt aus Beton am Anhalter Bahnhof - Foto: h|b
Zirkuszelt aus Beton am Anhalter Bahnhof – Foto: h|b

Aus aktuellem Anlass gibt es heute ein Foto eines architektonischen Juwels am Anhalter Bahnhof in Kreuzberg. Die Geschichte dieses Gebäudes, wie es entstand, warum es entstand, könnt ihr hier nachlesen. Eigentlich so’ne typische Berliner Nummer. Ich war dort schon zum „Blauen Montag“, zu einer internen Veranstaltung meines Arbeitgebers zur Unternehmenskultur und ab heute Mittag bin ich mit rund 600 meiner Kollegen und Kolleginnen aus ganz Deutschland wieder dort, um mich mit ihnen über das Thema „Kommunikation“ auszutauschen. Was kann verbessert werden, wie kann Kommunikation effektiver werden ohne zu nerven? Diese und ähnliche Fragen harren der Beantwortung. Am Abend schließt sich ein „Get together“ an, bevor am nächsten Morgen die Ergebnisse des Vortages vorgestellt werden. Auch das alles im Rahmen der Unternehmenskultur, ein wichtiges Thema für meine Kollegen und unseren Arbeitgeber.

Feinkost Zipp

Klassischer Einkaufspalast - Foto: h|b
Klassischer Einkaufspalast – Foto: h|b

Lange bevor die langweiligen Shoppingmalls aller Orten wie Unkraut aus dem Boden wucherten, gab es das klassische „Kaufhaus“. Ein Ort zum Einkaufen, wo es alles gab. Noch keine uniformen Ketten, kein Shop-im-Shop System, sondern der Kaufmann, in der Regel der Besitzer des Kaufhauses, bot seinen Kunden ein Warenvollsortiment. Von Strümpfen und Knöpfen, bis hin zu Möbeln und Technik, alles konnte hier erworben werden. Dieses besondere Berliner Kaufhaus auf unserem Bild hat noch eine andere, spezielle Abteilung.

Wegen ihr kommen viele Besucher, fahren direkt nach oben, um dort kulinarische Köstlichkeiten zu genießen. Edlen Champagner zu frischen Shrimps, Foie Gras zu einem Glas „Château Lafite Rothschild“, alles kein Problem. Im November 1989, am Tag nach der Wende, war es darüber hinaus das begehrte Ziel vieler DDR Bürger aus Berlin. Steckte doch schon im Namen des Kaufhauses die pure Verheissung. Wer einmal in einem HO zu DDR Zeiten einkaufen war, kann sich vielleicht vorstellen, was das für ein Erlebnis gewesen sein muss.

Na, wer weiß, um welches bekannte Berliner Kaufhaus es sich hier handelt? Ist ja nicht all zu schwer.

Der letzte Spielplatz

Wir hatten viel Spaß auf dem Playground - Foto: h|b
Wir hatten viel Spaß auf dem Playground – Foto: h|b

Es gibt ja in Berlin nicht nur sehenswerte Orte mit Ewigkeitscharakter, wie z.B. der Flughafen in Tegel (pruust), oder imaginäre Orte des immer Entstehenden, aber nie Seienden, wie ein anderen nicht näher genannter Flughafen. Nein, Berlin lebt auch von temporären Orten. Orten, die man unbedingt in einem gewissen Zeitraum besucht haben muss, da sie wieder verschwinden. Unwiederbringlich. Einer dieser Orte befindet sich aktuell bis Ende Mai in den alten Opernwerkstätten in der Zinnowitzer Straße.

Es gibt auch gleich zwei Gründe diesen Ort unbedingt zu besuchen. Zum Einen ist es der „Photography Playground“ – siehe meinen letzten Beitrag – eine große Spielwiese für kunstbegeisterte Fotografen, zum anderen ist es der Ort selbst. Die Opernwerkstätten wurden zum letzten Mal von Olympus mit Kunstwerken bestückt, die zur Mitwirkung einladen. Daher der Begriff „Playground“. Man kann sich dort einfach durch die Kunstinstallationen treiben lassen und damit automatisch Teil der Kunst werden, oder man begibt sich in die aktive Rolle und hält die Kunst mit der Kamera fest.

Aber auch die Location an sich ist ja für Fans von „Lost Places“ eine eigene Installation. Das nackte Mauerwerk, die offenen Installationen, Wandspuren von früheren Zeiten, all das auch sehr schöne Fotomotive, und …. zum letzten Mal für die Öffentlichkeit zugänglich. Nach diesem Playground wird das Gebäude saniert und verliert damit seinen morbiden Charme. Was draus wird weiß ich nicht, könnte mir aber im aufstrebendem Umfeld rund um den Nordbahnhof durchaus Lofts, oder etwas ähnliches vorstellen. Also, nichts wie hin. Der „Playground“ ist täglich von 11 bis 19 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. Wer keine Kamera hat, kann sich die aktuelle OM-D E-M10 ausleihen, den Chip mit den Fotos darf man mit nach Hause nehmen.

Kreativ sein

Die Feengrotte mit dem Artfilter der OM-D - Foto: h|b
Die Feengrotte mit dem Artfilter der OM-D – Foto: h|b

Nach dem riesigen Erfolg des ersten Olympus Playgrounds im letzten Jahr, in den alten Berliner Opernwerkstätten, läuft seit dem 10. April in Berlin die zweite Runde. Die 30.000 Besucher aus 2013 will man in diesem Jahr toppen. Das ist das erklärte Ziel von Nils Häussler, Product Manager Olympus für Deutschland. Mit ihm zusammen durften wir am Mittwoch Abend den „Spielplatz“ nach dem offiziellen Ende der Besuchszeit in Ruhe erkunden. Wir, das sind 12 Leute des Oly-Stammtisches Berlin. Der Initiator, Hartmut Faustmann, hatte den Termin organisiert und Nils mit eingeladen. Weiterlesen „Kreativ sein“

Palast der Stille

Der lange Schatten der Macht - Foto: h|b
Der lange Schatten der Macht – Foto: h|b

Auf dem Weg durch Berlin im Rahmen meines Projektes, immer entlang der touristischen Pfade, stehen wir heute vor der Machtzentrale Deutschlands. In diesem schmucklosen Betonbau, an dem sich rechts und links langsam die Kletterpflanzen nach oben winden, herrscht die Kanzlerin ununterbrochen seit 3067 Tagen und damit länger als Helmut Schmidt. Die Top 3 Plätze der längsten Kanzlerschaften gehen damit klar an die CDU. Wer es noch länger ausgehalten hat, könnt ihr ja googlen.

Aktuell ist sie ja mit dem roten Siggi liiert und führt die große Koalition still und leise durch die Untiefen der Politik. Nichts Aufregendes. Von der Kanzlerin nur ab und an etwas zu sehen, zu hören aktuell noch weniger. Das überlässt sie ihrem Fußvolk. Nahles mit der Frühverrentung, Gabriel verdreht derweil die Energiewende und von der Leyen versucht sich in der olivfarbenen Kitagruppe namens Bundeswehr an familenfreundlichen Strukturen. Viel los also. Aber ohne die Kanzlerin. Die trifft sich mit den Mächtigen der Welt und dreht lieber am großen Rad, als sich mit dem ständigen Klein/Klein zu beschäftigen. So geht Führung.

Dafür wird sie bei der nächsten Wahl auch bestimmt wieder gewählt. Konkurrenz gibt es ja eh keine. Der grantige Bayer versucht sich zwar ab und an mit populistischen Zwischenrufen ins Spiel zu bringen, aber bayrische Politiker werden grundsätzlich nie Kanzler. Never, ever. Wenn wir dann weiland wieder an der Wahlurne stehen, uns bang fragen, was denn eigentlich gegen sie spricht, wird uns nichts einfallen. Wir werden uns höchstens wundern: „War sie überhaupt zu Hause?“ Dann machen wir unser Kreuzchen und schon sind wir auf dem Weg zu den nächsten 1000 Tagen. War ja nicht alles schlecht.

Die zwei Türme

Die 2 Türme - Foto: h|b
Die 2 Türme – Foto: h|b

Der weite Blick vom Bahnhof Frankfurter Allee in Richtung Berliner Zentrum wird am Ende vom höchstens Bauwerk Berlins gekrönt, dem Fernsehturm am Alex. Mittendrin, den Übergang von der Frankfurter Allee zur Karl-Marx-Allee markierend, stehen die beiden Türme am Frankfurter Tor. Sie bilden den pittoresken Beginn einer Architektur, die heute als „Zuckerbäcker-Stil“ gilt und von dort bis zum Straußberger-Platz gewaltige Wohnblöcke nach russischem Vorbild rechts und links der Allee aneinanderreiht. Breite, mit Bäumen bewachsene Bereiche vor den Häusern, filtern den Straßenverkehr heraus und laden zum flanieren ein. Von hier ging der Volksaufstand in der DDR im Jahr 1953 aus, der uns West-Deutschen jahrelang einen Feiertag im Juni bescherte und den DDR Bürgern später eine Mauer. Auf dem Foto sind die beiden Türme in der goldenen Abendsonne in der Reihe „Berlin from the ground“ aus Höhe Weberwiese zu sehen.

Bikini Saison

Bikini Berlin - Neue Shopping Mall an der Gedächtniskirche - Foto: h|bBikini Berlin – Neue Shopping Mall an der Gedächtniskirche – Foto: h|b

Nach drei Jahren Bauzeit wurde diese Woche das „Bikini Berlin“ eröffnet. Wiedereröffnet muss man sagen, denn das langgestreckte Gebäude gegenüber der Gedächtniskirche stammt eigentlich aus den 50er Jahren. Es wurde zwischen 1955 und 1957 gebaut, hat also so in etwa mein Alter. Der Name „Bikini-Haus“ leitete sich aus der Tatsache ab, das eine Etage als durchlässiger Laubengang konzipiert war und damit dem Gebäude eine zweiteilige Struktur gab. Das wurde zwar in den 70er Jahren geschlossen, aber der Name blieb erhalten.

Zaungäste auf der Terrasse des neuen Bikini-Hauses - Foto: h|bZaungäste auf der Terrasse des neuen Bikini-Hauses – Foto: h|b

Am Sonntag war die – im Inneren noch sehr unfertige – Shopping-Mall für Besucher geöffnet und sehr gut besucht. Am Terrassengeländer auf der oberen Ebene standen die Menschen in dichten Trauben, hat man doch von hier einen wunderschönen Blick direkt in den Zoo und auf die Affengehege. Die Paviane mit ihren leuchtendroten Hintern umrundeten ihren Affenfelsen eins ums andere Mal, als wollten sie den Zuschauern etwas Besonderes bieten. Wir haben uns zwei Cappuccino und einen Erdbeerbecher gegönnt, zu durchaus moderaten Preisen. Eigentlich wollten wir Waffeln, aber die waren noch nicht im Angebot. Für die meisten Läden ist die Eröffnung erst im Laufe der kommenden Woche vorgesehen.

Bruderkuss in Farbe

Kommunistische Begrüßung unter Brüdern - Foto: h|b
Kommunistische Begrüßung unter Brüdern – Foto: h|b

Das letzte Mal als mich jemand nach dem Weg „zur Mauer“ fragte, war oben am Nordbahnhof. Ich war gerade dabei in die M10 steigen, um nach Hause zu fahren. Als ich zielsicher Richtung Bernauer Strasse zeigen wollte, schließlich ist dort die Mauergedenkstätte, mit einem echten Stück Mauer, präzisierten die beiden Spanier ihre Frage um die Beschreibung „…with the kiss“. Also die Mauer mit dem Kuss. Jetzt musste ich kurz stutzen, hatte ich doch so weit entfernt von dort wo sie hinwollten, nicht mit dieser Frage gerechnet. Aber klar, wenn Touristen die Mauer suchen, meinen sie entweder das kaugummibeklebte Ding am Potsdamer Platz, oder eben das lange bunte Ding in Friedrichshain.

Man könnte jetzt natürlich lang und breit erklären, das wäre a) nicht so die wirkliche Mauer gewesen und b) gäbe es authentischere Mauerorte in Berlin, aber ach, darum geht es ja gar nicht. Es steht nun mal in jedem Reiseführer, die roten Hop-on, Hop-off Busse fahren im Minutenabstand daran vorbei, es MUSS die richtige Mauer sein. Schließlich wollten sogar die Kreuzberger Piraten die Straße entlang der Mauer umbenennen. Sie sollte „Am Todesstreifen“ heissen. Natürlich nicht aus historischer Überzeugung, sondern um zukünftigen Investoren die Postanschrift zu vermiesen. Ist aber nichts draus geworden. Das Ganze genau so sinnfrei, wie Touristen das mit der Mauer zu erklären. Ich denke ihr wisst aber inzwischen an welchem Berliner Hotspot wir diesmal im Rahmen von „Berlin from the Ground“ das Foto geschossen haben.

In allen vier Ecken …

Eckenverschönerungsmaßnahmen in Friedrichshain - Foto: h|bEckenverschönerungsmaßnahmen in Friedrichshain – Foto: h|b

Nante, der alte Berliner Eckensteher, hätte sicher seine wahre Freude. Seit Wochen wird unser Kiez umgegraben. Zuerst wurden die Bürgersteige aufgehübscht, ordentliche Kanten gesetzt, kleine Steine neue verlegt. Buchten für künftige Pflanzen oder Bäume angelegt und Parkplätze neu ausgerichtet. Nun sind die Ecken der Kreuzung Gubener-/Torell- und Kopernikusstraße dran. Nicht dass es nötig gewesen wäre, aber irgendjemand muss einen Schönheitswettbewerb für die schönste Kreuzung Berlins ausgeschrieben haben und wir haben gewonnen. Drei von vier Ecken wurden komplett entkernt, weit in die Kreuzung hinein erweitert und zwei bereits hübsch verklinkert. Die letzte Ecke ist aktuell in Arbeit.

Nach der Fertigstellung des Kreuzungsbereiches ist ein leidiges Thema, nämlich das Parken mitten im Kreuzungsbereich und in den Kurven, faktisch unterbunden. Gut für Fußgänger und Radfahrer die sich oft zwischen den falsch geparkten Autos hindurchwinden mussten. Gerade für Kinder ein unhaltbarer Zustand. Wenn alles fertig ist kommen übrigens die Parkuhren. Der ganze Bereich zwischen Ostkreuz und Ostbahnhof wird Parkzone mit Anwohnerausweisen. Wir sind schon ge-, aber auch sehr entspannt, da unser „großes“ Auto inzwischen einen sicheren Parkplatz weit weg vom Kiez hat.