Räuberrad entlaufen

Das Räuberrad vor der Volksbühne - Foto: h|b

Das berühmte „Räuberrad“ vor der Berliner Volksbühne ist auf dem Sprung. Wer ist in seinem natürlichen Umfeld noch einmal sehen möchte, sollte sich beeilen. Entweder erfolgt der Abbau noch heute, spätestens aber sicher morgen, wird es doch in Avignon erwartet. Dort gastiert die Volksbühne im Juli zu einem Gastspiel, bei dem Theaterlegende Frank Castorf seinen Abschied von der Volksbühne gebührend feiern möchte. Weiterlesen „Räuberrad entlaufen“

Teufelsbrücke

Rakotzbrücke

Einen perfekten Kreis wollte der Schöpfer des Kromlauer Parks, Friedrich Hermann Rötschke, schaffen und baute seine Brücke aus Basalt- und Feldsteinen so über den Rakotzsee, dass sich mit der Spiegelung im Wasser der Kreis schließt.

Die Brücke tauchte immer wieder in meiner Timeline auf, zuletzt spektakulär 2016 als ein Fotograf mit einem Bild der Brücke der hochdotierten „Red Bull Illume 2016“ gewann. Aber es war nicht einfach die Brücke, sondern der BMX Fahrer direkt oben auf der Brücke, der für Unmut sorgte. Die Brücke ist nämlich nicht zugänglich und gesperrt.

Auf der Rückfahrt von Zittau hatte ich nun auch endlich mal die Gelegenheit diesen Ort zu besuchen. Kaum hatten wir den Parkplatz erreicht, fing es aus Eimern an zu schütten und zu hageln. Der Himmel in alle Richtungen dunkelgrau. Na toll. Nach kurzer Pause tat sich allerdings ein blaues Fenster auf, gerade so lange, wie ich brauchte, um die Brücke zu erreichen und sie „in den Kasten“ zu bekommen. Ein wunderschönes Motiv wie ich finde.

Foto: OM-D E-M5II, 12-40 mm/2.5 – 1/400 – f 5.0 – ISO 200

Sammeln Sie Herzen?

Einkaufsmarkt Kaisers bei Nacht

Seit 16 Jahren ist es „unser“ Einkaufsmarkt im Kiez, Kaisers an der Warschauer Strasse, Ecke Revaler in Friedrichshain, der „Party-Kaisers“. Seit einigen Jahren kann man hier sogar 6 Tage die Woche rund um die Uhr einkaufen. Würde man irgendwann mal nachts um zwei Uhr wach und hätte dringende Gelüste auf Erdbeeren mit Sahne, oder Pfannkuchen mit Apfelbrei, bei Kaisers würde man in beiden Fällen fündig. Man stünde dann zwar in der Kassenreihe mit Leuten die in der Regel auf dem Weg zur nächsten Party Alkohol auf das Band legen, aber was soll’s.

Konnte man allerdings früher noch ein paar Worte mit der nach vielen Einkäufen  bekannten Kassiererin wechseln, sind es inzwischen überwiegend studentische Hilfskräfte, die an der Kaisers-Kasse ihre Eigene aufbessern. Die obligatorische Frage „Sammeln Sie Herzen?“ wurde inzwischen durch „Brauchen Sie den Bon?“ abgelöst.

Nun ist es vorbei, aus Kaisers wird REWE. Wir hätten auch einen Edeka abbekommen können, aber nach der Übernahmeschlacht der beiden großen Discounter wurde brüderlich oder schwesterlich geteilt und wir bekommen REWE. Diesen Samstag um 18 Uhr schließen die Kaisers-Türen, um am kommenden Dienstag als REWE-Türen wieder zu öffnen. Tschüss Herr Kaiser, war ne schöne Zeit.

Baumhäuser

Langsam entwickelt sich die City West mit ihren Hochhäusern und Neubauten zu einem Kontrapunkt zum Potsdamer Platz, oder den geplanten Hochhäusern am Alex. Das ist aus meiner Sicht das Schöne an Berlin, es gibt nicht DAS Zentrum, es gibt einfach viele davon. Sei Vielfalt, sei Berlin.

Foto: Olympus OM-D E-M5 II / 12mm / f 2.8 / 1/80stel bei ISO 1000

East Side

Immer enger ziehen sich die Neubauten um die – einst als Solitär im Nichts stehende – Mercedes Benz Arena. Der große Parkplatz zwischen Warschauer Brücke und Halle ist Geschichte, es wird gebuddelt, um das Fundament für eine neue – tataaaa – Mall zu schaffen. Neben bereits ca. 60 vorhandenen Einkaufscentern – neudeutsch „Malls“ – in Berlin, bekommt nun Friedrichshain auch noch eine Weitere. Dicht an den Touristenmagneten „East Side Gallery“, Oberbaumbrücke und Spree durchaus ein attraktiver Standort. Bereits 2018 soll sie fertig sein. Vielleicht zeitgleich mit dem BER. Und vielleicht wird sogar der seit Jahren im Bau befindliche neue S-Bahnhof Warschauer Straße bis dahin fertig. Zeit würde es ja. Lets go shopping.

Kranballett

Gestern Abend beschien die untergehende Sonne die Kräne die am Bau des neuen Stadtschlosses beteiligt sind und lassen sie wie einen Scherenschnitt über der Skyline erscheinen. Der Ballon der „Welt“ ergänzt die Szenerie.

Himmelspalast

Das Tempodrom in Kreuzberg fordert Fotografen durchaus heraus. Das helle, reine weiß, kombiniert mit einem strahlend blauem Himmel gibt einen schönen Farbkontrast. Umgewandelt in schwarz-weiss, mit leichten Wolkenschlieren und Langzeitbelichtung ergibt es edle Fineart-Prints. Ich war dort Anfang Herbst an einem leicht bedeckten Morgen. In der Nachbearbeitung gefiel mir die Option das Bild insgesamt aufzuhellen, um auch noch Struktur in die Bäume zu bekommen. Das Filigrane der Spitzen durch einen leichten Weichzeichner unterstreicht zusätzlich das Mystische. Ich hätte noch etwas warten können, bis alle Spitzen von Raben besetzt gewesen wären, aber leider hatte ich einen Termin. Aber auch so sieht es doch ein wenig aus, wie die geheimnisvolle Burg eines magischen Prinzen, oder?

 

Dekagon

Was hier aussieht wie größere Installationsarbeiten in der Ruine der Klosterkirche, handelt sich in Wirklichkeit um eine Rauminstallation von Luc Wolff. In der Pressemappe zur Ausstellung findet sich der folgende Text über den Künstler:

„In seinen temporär angelegten Arbeiten untersucht Wolff die Grenzen etablierter Lebensräume. Er geht auf vorgefundene Orte ein und verändert diese auf eine leise, unspektakuläre Weise, meist mit einfachen, alltäglichen Mitteln. Durch das subtile Markieren augenfälliger Raumgrenzen im Kontext funktionaler Architektur verweist Wolff auf das Ausgegrenzte. Vermeintlich isolierte, fest definierte Orte werden nicht mehr als solche wahrgenommen.“ Weiterlesen „Dekagon“

Mittelpunkt der Erde

Als die ersten Menschen vor rund 60.000 Jahren Afrika in Richtung Europa verließen, begann in einer riesigen Höhle in Frankreich ein Stalagmit zu wachsen. Ganz gemählich, ein paar Zentimeter pro Jahrhundert. Nur nicht hetzen lassen. Zeit ist relativ. Vor allen Dingen für die Natur. Die erschuf in diesen sechzig Jahrtausenden das, vor dem wir heute staunend stehen. 30 Meter hoch ist der höchste der etwa 400 Tellerstapelstalagmiten, eine besondere Art der Stalagmiten, heute und er braucht noch weitere 20.000 Jahre, um die Decke der rund 45 Meter hohen und etwa 60 Meter breiten Tropfsteinhöhle „Aven Armand“ zu erreichen.

Mit Jules Verne und seiner Geschichte von der „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ beginnt unsere Führung durch die riesige Höhle. In immer neuen Farben präsentiert sich der „Forêt Vierge“ der „unberührbare Wald“ mit seinen wunderlichen Stalagmiten, die manchmal wie Bäume aussehen, oder wie ein großer Schichtkuchen, ein andersmal wie Medusen aus der Wand herausragen, ein fantastisches Szenario. Erschlossen wurde die Höhle 1897 vom Schlosser Louis Armand über einen oberirdischen Schacht auf der Hochebene Méjean in den Midi-Pyrénées. Heute fährt man bequem mit einer Standseilbahn 60 Meter hinab in die Höhle, wo die 45-minütige Tour beginnt. Wer dort einmal vorbeikommt, sollte sich dieses Wunder nicht entgehen lassen.