Dekagon

Was hier aussieht wie größere Installationsarbeiten in der Ruine der Klosterkirche, handelt sich in Wirklichkeit um eine Rauminstallation von Luc Wolff. In der Pressemappe zur Ausstellung findet sich der folgende Text über den Künstler:

In seinen temporär angelegten Arbeiten untersucht Wolff die Grenzen etablierter Lebensräume. Er geht auf vorgefundene Orte ein und verändert diese auf eine leise, unspektakuläre Weise, meist mit einfachen, alltäglichen Mitteln. Durch das subtile Markieren augenfälliger Raumgrenzen im Kontext funktionaler Architektur verweist Wolff auf das Ausgegrenzte. Vermeintlich isolierte, fest definierte Orte werden nicht mehr als solche wahrgenommen.

Ich finde ja immer faszinierend, wie man Kunst umschreiben kann, vor der man etwas kopfschüttelnd steht und zu begreifen versucht, was sich der Künstler wohl dabei gedacht hat. Wäre diese Installation nicht ausgerechnet in der Kirchenruine unweit des Fernsehturms, würde man sie nicht mal bemerken, so alltäglich sind die Absperrbänder inzwischen geworden. Gebaut wird schließlich immer. Zum Schluss noch die Erklärung zu genau dieser Installation:

Eine dieser raumgreifenden Baustellen richtet Luc Wolff in Form eines monumentalen Dekagons (Zehnecks) aus Baugerüstelementen in der Ruine der Klosterkirche ein. Seine Arbeit greift die Apsis der Kirche formal auf und spiegelt diese räumlich. Mit seiner Installation bezieht sich Wolff sowohl auf die baulichen Besonderheiten des Raumes als auch auf dessen historische Funktion als Gotteshaus. Die Ästhetik einer realen Baustelle an diesem abgeschiedenen, verwunschenen Ort verweist zudem auf die bevorstehenden Umbauprozesse in dem umliegenden Areal des Molkenmarktes und dem Nikolaiviertel.

Damit ist alles gesagt und wir können nun das Kopfschütteln einstellen. Wer sich selbst von der Ästhetik der räumlichen Spiegelung des monumentalen Dekagons überzeugen möchte, kann dies noch bis zum 30. Oktober tun. Die Ruine der Franziskaner Klosterkirche findet sich, wo auch sonst, in der Klosterstraße 73a in 10179 Berlin. Geöffnet ist immer bis 18 Uhr, man kann aber auch über den Zaun fotografieren, um vielleicht etwas die Lichtstimmung der Herbstabende einzufangen.

Foto: Olympus OM-D E-M5 II / 12-40 / 12mm / 1/400 / f 2.8 / ISO 200

 

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