Treppauf, Treppab

Jeden Dienstag, nach Büroschluss, führt mich mein Weg in den Rudolfkiez in Friedrichshain. In einem Backsteinloft am Ende der U-Bahn Abstellanlage der U 1 befindet sich ganz oben unter dem Dach das „Expert-Training“. Früher hieß es mal „Kieser-Training“, aber man hat sich irgendwie verkracht. Eine Weile war auch die Abbuchung der Mitgliedsbeiträge etwas chaotisch, der frühere Franchisenehmer hatte angeblich was damit zu tun, aber zwischenzeitlich funktioniert wieder alles.

Treppab

Jeden Dienstag, es ist wichtig es regelmäßig zu tun, ersteige ich beschwingt die Treppe in der Rudolfstraße, und hole mir am Tresen meinen Spindschlüssel ab. Im Gegensatz zum klassischen Fitnesscenter ist es ruhig und entspannt. Einzelne Männer und Frauen sitzen an den verschiedenen Geräten und ziehen, stoßen oder drücken 90 Sekunden lang ihre Gewichte. Ich ziehe mich um, starte im iPhone die Kieser APP und beginne mit dem Training. 10 Stationen, jeweils 12 Wiederholungen, rund 30 Minuten lang, schön langsam. Muskelaufbau. Irgendwann habe ich mal ausgerechnet was ich pro Training an Gewichten bewege. War ne ganze Menge.

Treppauf

Jeden Dienstag, auch wenn ich mich manchmal motivieren muss, tausche ich, ungefähr 40 Minuten nach Trainingsbeginn, wieder Schlüssel gegen Mitgliedskarte und trolle mich von dannen. Meine Muskeln fühlen sich gut an, ich kann wieder aufrechter gehen. Muss mich nicht so hängen lassen. Das Grundprinzip dieses Trainings ist es ja die Muskulatur zu stärken, die dann, solcherart gestärkt, den Rücken unterstützt. An der Treppe zur U-Bahn-Station Warschauer Straße merke ich zwar meine Beinmuskeln, aber ich komme ohne zu japsen oben an. Der Weg nach Hause vergeht fast wie im Trance, dann wartet die Couch.

Nächsten Dienstag warten sie wieder auf mich. Erst die Treppen. Dann die Gewichte. Dann die Couch. Dienstag, ein fixer Punkt im Ablauf der Gezeiten.

Photographie Playground – Ein Werkstattbesuch

Rauminstallation in den Opernwerkstätten Berlin
318 prepared dc-motors, cork balls, cardboard boxes, 100 x 100 x 100 cm von Zimoun – Foto: h|b

Bevor eine Vernissage in der nächsten Woche die Ausstellung eröffnet, durfte ich heute bereits einen kleinen Blick hinter die Kulissen des kommenden „OM-D Photographie Playgrounds“ werfen. Dazu werden gerade die alten Opernwerkstätten in Berlin zu einer interaktiven Spielwiese umgebaut. Ich treffe mich mit Jessica von „united communications“ unter dem großen Veranstaltungsplakat und über den staubigen Vorplatz erreichen wir den Eingang. Also eher Nebeneingang, denn überall wird noch gebaut und wo eben eine Treppe war, ist etwas später nur noch eine Leiter. Wir gehen durch verwinkelte mit Linoleum belegte Flure und fahren mit einem alten Lastenaufzug hinauf in den dritten Stock, in den „Taubenschlag“. So nennen die Veranstalter diesen Bereich und tatsächlich turteln und flattern ein paar Tauben mitten zwischen den Installationen herum. Weiterlesen „Photographie Playground – Ein Werkstattbesuch“

Feurio

Bürgerhaus Steinbach (Quelle: Chronik "1200 Jahre Steinbach")
Bürgerhaus Steinbach (Quelle: Chronik „1200 Jahre Steinbach“)

 

Mit dem Ruf wurden sicher heute Nacht die Feuerwehren des Hochtaunuskreises alarmiert, als das Bürgerhaus Steinbach gegen halb zwei bereits in hellen Flammen stand. Mein Sohn informierte mich heute morgen gegen 4 Uhr, ich habe es dann um sieben Uhr nach dem Aufstehen erfahren und die Bilder im Web gesehen. Wahnsinn. Nu isses hin. Warum ich das hier schreibe? Weil sich mit dem Bürgerhaus in Steinbach eine Menge Erinnerungen verbinden, aus der Zeit als wir dort gewohnt haben. Als Grüne sind wir dort erstmalig 1983 in die Stadtverordnetenversammlung eingezogen, wie es sich gehörte mit Blumen, und haben den Politikbetrieb aufgemischt. Zumindest fühlte es sich damals so an. Meine Frau hat dort ihre erste Rede als Stadtverordnete gehalten und später wurde ich dort als Magistratsmitglied und stellvertretender Bürgermeister vereidigt. Dazwischen lagen Theateraufführungen mit dem städtischen Kindergarten, Ordensverleihungen der Fremdensitzungen, Antifa-Veranstaltungen mit einmarschierenden und schreienden Neonazis, Theateraufführungen bekannter Bühnen und unser Abschied aus Steinbach auf der LC Jahreshauptversammlung im Jahr 2000.

Ein bisschen in die Jahre gekommen war das 1969 erbaute Bürgerhaus, verschiedene Anläufe zu einem Neubau scheiterten immer am Geld, was die kleine Gemeinde Steinbach am Rande des Taunus nie hatte, so blieb es immer ein Flickwerk kleiner Veränderungen, Anbauten und Verbesserungen. Nun ist es komplett ausgebrannt, Geschichte. Keine Ahnung, ob es versichert war, ob man davon etwas zurückbekommt, aber ein Wiederaufbau ist sicherlich notwendig, war es doch schon immer ein Mittelpunkt der Begegnung der Bürger des kleinen Städtchens. Ich wünsche den Verantwortlichen aus der Ferne gutes Gelingen. Wie wichtig das Bürgerhaus für Steinbach ist, zeigt der aktuelle Veranstaltungskalender der Website des Ortes, fast alle Veranstaltungen der nächsten Wochen sollten dort stattfinden. Aktuell war für den 1. März das Theaterstück „Verbrennungen“ angesetzt. Ein makabrer Zufall.

Bürgerhaus Steinbach am Taunus: 1969 – 2013

Goldlack

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Im Gegensatz zum nervenden Grau in Grau hier in Berlin war letzte Woche Freitag in Frankfurt ein wunderschöner Sonnentag, und als ich gegen neun Uhr am „Silberturm“ ankam, war dieser gar nicht mehr silbern, sondern in ein schönes, morgendliches Gold getaucht. Auch wenn ich knapp in der Zeit war, musste ich mir die paar Minuten nehmen, um das zu dokumentieren. Vielleicht kann ich ja durch meine Arbeit dazu beitragen, das mein Arbeitgeber den Turm später wirklich vergolden lassen kann, nicht nur in der Morgensonne 😉