Alle Beiträge von haraldboettger

Berliner Blogger und Fotograf, unterwegs mit Wohnmobil, iPhone und einer Olympus OM-D 5II auf der Suche nach fremden Lebensformen.

Elche, Lamas und Schafe

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Schaukeln in der Abendsonne am Trondheimfjorden – Foto: h|b

Heute morgen, kurz nach der Abfahrt von Brønnøysund hat es endlich geklappt. Wir haben zwei echte, lebende Elchkühe gesehen, die links neben der Straße vor einem Wäldchen grasen. Vorbeifahrende Autos stören die Tiere nicht. Als ich aber anhalte, rucken die Köpfe nach oben, Wachsamkeitsmodus ein. Mit der Kamera bewaffnet öffne ich die Tür, da ich gerne ein Beweisfoto haben möchte. Steigerung der Wachsamkeit bei den Elchen und Fixierung der einzelnen Person die sich nun langsam nähert. Noch ein kurzes Zaudern, dann aber gemeinsame Kehrtwende und ab in den Wald. Schade. Aber gesehn ist gesehn, wir dürfen endlich unsren Elch aufs Wohnmobil kleben 😉

Im Laufe der weiteren Fahrt, die uns heute bis nach Trondheim führt, sehen wir noch zwei Lamas, allerdings in einem umzäunten Bereich bei einem Haus und etwas später, in einem Abschnitt der durch Schilder darauf hinweist, jede Menge Schafe, die auch gerne mal direkt auf der Straße ein Nickerchen machen. Ansonsten grasen sie stoisch das Strassenbegleitgrün ab und lassen sich von Autos kein bißchen aus der Ruhe bringen. Ich glaube, Autos kommen als Objekte in ihrer Wahrnehmung gar nicht vor.

Jetzt ist es 22 Uhr, wir stehen am Trondheimfjord und am Horizont zeichnet sich die Abendsonne zwischen Wolken und Fjord ab. Da wir uns inzwischen weit unter dem Polarkreis befinden, wird sie heute Abend auch sicher untergehen. Für knapp 3 Stunden.

Das Loch im Berg

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Der Berg ist der Torghatten und das kleine weiße Dings das „Loch im Berg“ – Foto: h|b

Das „ein Loch im Eimer ist“, wusste seinerzeit bereits das Medium-Terzett. In Norwegen muss es dagegen ein ganzer Berg mit einem Loch sein. Nur stopfen will es hier natürlich keiner, dann kämen ja keine Touristen mehr. Manchmal glaubt man ja, diese Norweger würden diese Sehenswürdigkeiten extra erschaffen, aber nein, die stehen einfach so in der Gegend rum, schön im Land verteilt, und die Norweger bauen höchstens noch hübsche Strassen und Tunnel, damit man sie besser erreichen kann. Ist schon toll dieses Norwegen. Das Loch im Berg weiterlesen

66 Grad, 33 Minuten Nord

Auf diesem Breitengrad liegt das „Polarsirkelsenteret“ in Norwegen, wo wir heute gegen Mittag den Polarkreis wieder unterschritten haben. Elf endlose, helle Tage und Nächte waren wir jetzt oberhalb des Polarkreises, seit dem Übertritt in Rovaniemi, Finnland am vorletzten Montag. Elf Tage und Nächte an denen wir kaum richtig müde wurden und wir uns irgendwann um Mitternacht zum schlafen zwingen mussten, weil wir ja am nächsten Morgen ausgeschlafen sein wollten.

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Das Monument am Polarsirkelsenteret in Norwegen an der E6 – Foto: h|b
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Tote Fische

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Nicht einfach in alles reinbeißen, hat euch das eure Fischmutter nicht beigebracht? – Foto: h|b

Heute Abend haben wir auf dem Campingplatz am Saltstraumen eingecheckt. Bereits zum drittem mal in unserem Wohnmobilleben übrigens, die ersten beiden Male in 2005. Der Saltstraumen, über den eine große Brücke führt, bildet an dieser Stelle einen Mahlstrom. Dort wird das Wasser so heftig durch eine enge Stelle in den Fjord gedrückt, dass sich hier gefährliche und große Wirbel bilden. Mit den Wassermassen kommt auch das Krill und mit dem Krill die Fische, die nach allem schnappen, was sich im Wasser bewegt, auch nach kleinen, blinkenden, bunten Fischchen. Zu spät merken sie dann, dass hintendran noch eine Schnur hängt und nun ihr Ende gekommen ist. Tote Fische weiterlesen

Trollfjorden

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Die MS Lofoten, dienstältestes Schiff der Hurtigrutenflotte – Foto: h|b

Als sie in Dienst gestellt wurde, war ich acht Jahre alt. Zu der Zeit kam sie auch noch ihrer eigentlichen Bestimmung nach, Reisende und Post entlang der norwegischen Küste zu transportieren. Oft die einzige Möglichkeit größere Strecken zu überwinden, zu einer Zeit als die Straßen noch nicht so ausgebaut waren wie heute. Heute ist sie das dienstälteste Schiff, welches die Route immer noch befährt und heute durften wir ein kleines Stück bei schönstem Sommerwetter mitfahren.

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Es gibt Waffeln mit Trollcreme, sehr lecker – Foto: h|b

Die Hurtigruten bieten ja grundsätzlich die Möglichkeit, neben den klassischen Passagieren in Kabinen, auch „normale“ Reisende mitzunehmen, die nur eine kleine Etappe fahren wollen. In unserem Fall war das heute von Stokmarknes nach Svolvær. Um dort hin zu gelangen, fuhren wir mit dem Bus das erste Teilstück und stiegen dann in die MS Lofoten um. Tickets erwirbt man an Bord, kein Problem. Ein vorheriger Anruf ist sinnvoll, ob noch Plätze für die gewünschte Verbindung vorhanden sind.

Interessant ist ja gerade dieser Teil der Strecke, da mitten im Raftsund eine kleine Attraktion wartet, der Trollfjorden. Dieser enge, nur 70 Meter breite Fjord wird von allen Hurtigrutenschiffen im Sommerfahrplan angefahren. Langsam schiebt sich das Schiff mit dem Bug voran in den Fjord hinein, bis er sich zum Ende hin etwas verbreitert. Dort dreht das Schiff und verlässt den Fjord wieder. Das war jetzt bei unserer „kleinen“ MS Lofoten nicht so spektakulär, aber wenn das die 300 Meter langen Kreuzfahrer machen, oder die großen Hurtigrutenschiffe, ist das schon ein imposantes Bild. Großes Schiff in kleinem Fjord.

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Der Trollfjord mit einer minimalen Breite von 70 Metern – Foto: h|b

Eine interessante Abwechslung mal gefahren zu werden, statt selbst zu fahren. Erst mit Bus und Fähre und dann mit einem Hurtigrutenschiff dreieinhalb Stunden durch die Fjorde zu schippern, mit Besuch des Trollfjorden und den passende Waffeln und dem Trolltrunk an Bord. Ein schönes Erlebnis rundet damit den Besuch auf den Lofoten ab. Morgen geht es zurück auf das Festland und weiter Richtung Süden, dem skandinavischen Tief entgegen, was Deutschland momentan wohl einen nassen Sommer bereitet.