Trollhavn

Bei unserer letzten Kreuzfahrt im November – die ja eigentlich in den Süden ging – haben wir vorher noch einen kleinen Abstecher nach Norden gemacht. Von Warnemünde ging es über den Kattegat und den Skagerrak zuerst nach Kristiansand in Norwegen. Da sind wir auch schon ein paar mal mit der Fähre und unserem Wohnmobil gewesen, also eigentlich haben wir nichts Neues zu erwarten.

Aber die Norweger sind ja Künstler darin, dauernd was zu Bauen und umzugestalten. Daher gibt es jetzt am Hafen neben dem fantastischen Konzerthaus ein neues Museum. Früher war es ein Getreidesilo, jetzt nennt es sich „Kunstsilo“ und beherbergt moderne Kunst. Aber schon das Innere ist spektakulär genug, wenn man den Blick nach oben richtet.

Mit dem Museum hat man auch die Insel Odderøya erreicht. Dort führt ein anspruchsvoller Wanderweg einmal bergauf und bergab rund um die Insel. Da wir die kleine Insel bei den bisherigen Besuchen unbeachtet gelassen hatten, bot sich nun eine gute Gelegenheit das üppige Kreuzfahrtessen abzulaufen. Und was trifft man so in Norwegen, natürlich Trolle. In unserem Fall einen Baumtroll, wie auf dem Titelbild zu sehen ist.

Gut getarnt lauert er etwas oberhalb des kleinen Leuchtturms, der den Schiffen den Weg in die Bucht weist. Ein Stück weiter findet sich noch deutsche Baukunst aus den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts, als die Deutschen Norwegen nicht als Touristen besucht haben. Die Dinger halten echt ewig. Ein Stück weiter auf der Insel haben sie sogar extra ein Haus für die kleinen Trolle gebaut. Musste ich meinen Fototroll gleich mal am Fenster ablichten.

Interessanterweise wussten die Bewohner der Insel Odderøya anscheinend auch schon, was ein paar Tage später auf der anderen Seite des Atlantiks passieren würde und haben mit einem entsprechenden Schild schon mal auf die Auswirkungen aufmerksam gemacht.

Bei unserem anschließenden Spaziergang durch den eigentlichen Ort Kristiansand haben wir dann wieder mal festgestellt, dass die Norweger sehr praktisch veranlagt sind. Als Öl- und Gasnation, durch Wind- und Wasserkraft verstärkt, sind sie im Besitz von ausreichend Energie, um sich auf der Einkaufsstraße mal eben eine „Fußbodenheizung“ einbauen zu lassen. Schneeschippen war gestern. Gut, da fällt im Winter auch ne Menge Schnee.

Beseelt mit viel Hygge und Kaneboler sind wir am Abend wieder zurück auf unserem Schiff und machen uns nun endlich auf den Weg in Richtung Süden, der Sonne und der Wärme hinterher. Weitere kleine Geschichten und Bilder über die weiteren Destinations der Reise folgen natürlich hier im Blog. Next Stop: Zeebrügge/Belgien.

3 Antworten auf “Trollhavn”

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