Das heilige Brot

Das Kommunionskind - Foto: h|bDas Kommunionskind Denise – Foto: h|b

Am Sonntag standen wir gefühlte drei Stunden in der katholischen Kirche von Okriftel. In Wirklichkeit waren es nur anderthalb Stunden, aber da die Katholen lieber stehen als sitzen, fühlte es sich verdammt lange an. Denise, unser Enkelkind, wurde …. ja, was eigentlich? Ich wurde in grauer Vorzeit mal konfirmiert, aber es scheint für die Kommunion keinen vergleichbaren Begriff zu geben. Die Kinder werden nicht kommuniziert, auch nicht kontaminiert, ahhhhh, ich glaube es heisst „firmiert“, da die Erstkommunion ja auch unter dem Begriff Firmung bekannt ist. Glaub ich. Sicher bin ich aber nicht. Auf jeden Fall war es sehr schön und wir hatten irres Glück mit dem Wetter. Nach Gewitter und Wolkenbruch am Morgen, öffnete sich ein trockenes Fenster für Kirche, Feier und Fotos. Danach begann dann erneut der Regen. Perfekt.

Roooaaaaaarrrrrr

Fahrerlager mit Benzin- und Ölgeruch - Foto: h|b Fahrerlager mit Benzin- und Ölgeruch – Foto: h|b

Wie ein zorniger Hornissenschwarm hört es sich an, wenn die nächste Runde bevorsteht. Aufgereiht vor der Ampel stehen die schweren Rennmaschinen, deren Fahrer nervös am Gas spielen. Rennverkleidung, Werbeaufkleber, Kombis mit dem typischen Protektorenbuckel, man könnte meinen am Start eines realen Motorradrennens zu stehen. Es ist aber „nur“ der Rennkurs am Flughafen von Peenemünde. Bereits der Gang durchs „Fahrerlager“ macht einen ganz schwindelig. Manche Maschinen laufen im Leerlauf und hinterlassen dabei einen Geruch von synthetischem Motorenöl und Benzin. Die Reifen sind mit bunten Heizungen bedeckt, um sie auf Temperatur zu halten. Das ist besser für den Grip auf der Strecke. Weiterlesen „Roooaaaaaarrrrrr“

Der letzte Spielplatz

Wir hatten viel Spaß auf dem Playground - Foto: h|b
Wir hatten viel Spaß auf dem Playground – Foto: h|b

Es gibt ja in Berlin nicht nur sehenswerte Orte mit Ewigkeitscharakter, wie z.B. der Flughafen in Tegel (pruust), oder imaginäre Orte des immer Entstehenden, aber nie Seienden, wie ein anderen nicht näher genannter Flughafen. Nein, Berlin lebt auch von temporären Orten. Orten, die man unbedingt in einem gewissen Zeitraum besucht haben muss, da sie wieder verschwinden. Unwiederbringlich. Einer dieser Orte befindet sich aktuell bis Ende Mai in den alten Opernwerkstätten in der Zinnowitzer Straße.

Es gibt auch gleich zwei Gründe diesen Ort unbedingt zu besuchen. Zum Einen ist es der „Photography Playground“ – siehe meinen letzten Beitrag – eine große Spielwiese für kunstbegeisterte Fotografen, zum anderen ist es der Ort selbst. Die Opernwerkstätten wurden zum letzten Mal von Olympus mit Kunstwerken bestückt, die zur Mitwirkung einladen. Daher der Begriff „Playground“. Man kann sich dort einfach durch die Kunstinstallationen treiben lassen und damit automatisch Teil der Kunst werden, oder man begibt sich in die aktive Rolle und hält die Kunst mit der Kamera fest.

Aber auch die Location an sich ist ja für Fans von „Lost Places“ eine eigene Installation. Das nackte Mauerwerk, die offenen Installationen, Wandspuren von früheren Zeiten, all das auch sehr schöne Fotomotive, und …. zum letzten Mal für die Öffentlichkeit zugänglich. Nach diesem Playground wird das Gebäude saniert und verliert damit seinen morbiden Charme. Was draus wird weiß ich nicht, könnte mir aber im aufstrebendem Umfeld rund um den Nordbahnhof durchaus Lofts, oder etwas ähnliches vorstellen. Also, nichts wie hin. Der „Playground“ ist täglich von 11 bis 19 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. Wer keine Kamera hat, kann sich die aktuelle OM-D E-M10 ausleihen, den Chip mit den Fotos darf man mit nach Hause nehmen.

Kreativ sein

Die Feengrotte mit dem Artfilter der OM-D - Foto: h|b
Die Feengrotte mit dem Artfilter der OM-D – Foto: h|b

Nach dem riesigen Erfolg des ersten Olympus Playgrounds im letzten Jahr, in den alten Berliner Opernwerkstätten, läuft seit dem 10. April in Berlin die zweite Runde. Die 30.000 Besucher aus 2013 will man in diesem Jahr toppen. Das ist das erklärte Ziel von Nils Häussler, Product Manager Olympus für Deutschland. Mit ihm zusammen durften wir am Mittwoch Abend den „Spielplatz“ nach dem offiziellen Ende der Besuchszeit in Ruhe erkunden. Wir, das sind 12 Leute des Oly-Stammtisches Berlin. Der Initiator, Hartmut Faustmann, hatte den Termin organisiert und Nils mit eingeladen. Weiterlesen „Kreativ sein“

Palast der Stille

Der lange Schatten der Macht - Foto: h|b
Der lange Schatten der Macht – Foto: h|b

Auf dem Weg durch Berlin im Rahmen meines Projektes, immer entlang der touristischen Pfade, stehen wir heute vor der Machtzentrale Deutschlands. In diesem schmucklosen Betonbau, an dem sich rechts und links langsam die Kletterpflanzen nach oben winden, herrscht die Kanzlerin ununterbrochen seit 3067 Tagen und damit länger als Helmut Schmidt. Die Top 3 Plätze der längsten Kanzlerschaften gehen damit klar an die CDU. Wer es noch länger ausgehalten hat, könnt ihr ja googlen.

Aktuell ist sie ja mit dem roten Siggi liiert und führt die große Koalition still und leise durch die Untiefen der Politik. Nichts Aufregendes. Von der Kanzlerin nur ab und an etwas zu sehen, zu hören aktuell noch weniger. Das überlässt sie ihrem Fußvolk. Nahles mit der Frühverrentung, Gabriel verdreht derweil die Energiewende und von der Leyen versucht sich in der olivfarbenen Kitagruppe namens Bundeswehr an familenfreundlichen Strukturen. Viel los also. Aber ohne die Kanzlerin. Die trifft sich mit den Mächtigen der Welt und dreht lieber am großen Rad, als sich mit dem ständigen Klein/Klein zu beschäftigen. So geht Führung.

Dafür wird sie bei der nächsten Wahl auch bestimmt wieder gewählt. Konkurrenz gibt es ja eh keine. Der grantige Bayer versucht sich zwar ab und an mit populistischen Zwischenrufen ins Spiel zu bringen, aber bayrische Politiker werden grundsätzlich nie Kanzler. Never, ever. Wenn wir dann weiland wieder an der Wahlurne stehen, uns bang fragen, was denn eigentlich gegen sie spricht, wird uns nichts einfallen. Wir werden uns höchstens wundern: „War sie überhaupt zu Hause?“ Dann machen wir unser Kreuzchen und schon sind wir auf dem Weg zu den nächsten 1000 Tagen. War ja nicht alles schlecht.