Auf der Pirsch

Weißwangengänse
Weißwangengänse in den Sundischen Wiesen auf dem Darß – Foto: h|b

In Zingst ergab sich für mich die Möglichkeit als Naturfotograf auf die Pirsch zu gehen, da die Weißwangen- oder auch Nonnengans sich aktuell noch in großen Mengen auf den Wiesen auf dem Darß aufhält, bevor sie in arktische Gefilde aufbricht. Gesehen hatte ich sie schon von Barth kommend, aber zum fotografieren war ich dann in den „Sundischen Wiesen“ unterwegs. Auf der Suche nach ihrem Nachtlager hatte ich vom Deich aus den Anflug beobachtet und konnte so den Ort lokaliseren.

Gänse am Himmel
Weißwangengänse im Anflug zum Nachtlager in Zingst – Foto: h|b

Es ist schon ein sehr aufgeregter Haufen, der aus bestimmt tausend Tieren besteht und einen Höllenlärm veranstaltet. Zuerst habe ich Bilder vom Deich aus gemacht, aber letztendlich fehlte mir dazu noch etwas Brennweite. Der Schritt hinunter an den Wassergraben brachte mich zwar etwas näher, allerdings die Gänse auch dazu aufgeschreckt das Weite zu suchen. Der nächste Landeplatz war nun noch weiter entfernt, und die Gänse damit nur noch Gänschen. Ich beschloss erstmal aufzugeben, aber an einem der nächsten Tage etwas früher zu kommen, und mich bereits auf die Lauer zu legen.

Silhouetten von Gänsen gegen den Abendhimmel
Flug der Gänse in den Abendhimmel – Foto: h|b

Da kam ich zwei Tage später extra etwas früher, aber für de Gänse nicht früh genug. Es fielen zwar immer noch ganze Schwärme vom Himmel, aber die Wiesen waren bereits gut gefüllt. Ich lag also halb im Graben, Gottseidank einer trockenen Variante, und wartete ob die Gänse – vor sich hin Gras fressend – langsam näher kommen würden, damit ich sie endlich mal formatfüllend ablichten könnte. Ich vermute allerdings dass sie Flugspione und Wächter haben, die alles – inklusive mich – im Blick haben. Sie bewegten sich gleichmäßig von mir weg. Selbst hoppelnde Hasen störten die Gänse nicht, aber kaum hatte ich mich ein wenig aus dem Graben herausgetraut stob die Schar auf und verließ fluchtartig meinen Standort. Dabei wollte ich doch nur fotografieren und niemanden fressen, bin doch kein Fuchs.

Aber wahrscheinlich wissen das die Gänse nicht, oder ich hätte vorher mit der Anführerin reden müssen. Oder noch früher kommen und mit einem Tarnzelt bereits mitten auf der Wiese stehen müssen. Ist ein schweres Los als Tierfotograf. Man braucht viel Geduld. Netterweise sind sie bei ihrer letzten Flucht aber noch malerisch in den Sonnenuntergang geflogen, was mir ein sehr schönes Bild ermöglichte. Im Herbst werde ich mich mal an Kranichen versuchen. Bis dahin übe ich im Zoo, da kann wenigstens niemand abhauen.

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