Ellenbogen

Es gibt ja diese deutsche Insel, auf der ich als klassisches Westkind nordseesozialisiert wurde. Also bis auf die Quallen, die kann ich bis heute nicht ab. Vor deren nördlichstem Ende, dem Ellenbogen, lagen wir gestern und heute mit der MS Astor auf Reede und haben die Gelegenheit genutzt, kurz den Sehnsuchtsort der „Ärzte“ zu besuchen. Obwohl der Titel wohl eher ironisch gemeint war, hab ich mal irgendwo gelesen.

Mit dem Bus braucht man von List ne gute halbe Stunde nach Westerland und für 3,50€ „Eintritt“ darf man dort sogar den Strand betreten. Bissi überteuert wie ich finde, aber, vielleicht tragen wir damit ja zur Rettung der Insel vor dem Untergang durch Sturm und Klimaerwärmung bei, wer weiß.

Der „Fußtest“ attestierte der Nordsee noch keine Badetemperatur, eher so …. brrrrr, eiskalt. Aber als Ausgleich zu den sommerlichen Temperaturen ganz erfrischend. Inzwischen sind wir wieder unterwegs, umrunden Sylt und steuern unser nächstes Inselziel an. Dort gibt es dann Lummen und Robben.

Klein aber fein

Wir sind mal wieder auf den Weltmeeren unterwegs und haben uns als Kontrastprogramm zur Mittelmeertour einen kleinen Kreuzfahrer ausgesucht. 500 statt 5000 Passagiere, 20.000 statt 60.000 PS und 170 statt 380 Meter Länge, von der Höhe ganz zu schweigen. Sehr kuschelig das Ganze und das Weltmeer ist auch nur die Nordsee. Heute morgen sind wir in Esbjerg, nachher gehts rüber nach List auf Sylt. Schiff ahoi 😉

Drachentier

Bartagama auf einem Ast

Ein wenig sieht sie aus wie Smaug, der goldbewachende Drache aus dem „Herrn der Ringe“. Allerdings sitzt dieses Bartagamenweibchen nicht auf einem Haufen Gold, sondern ganz gesittet in einem großen Terrarium. Obwohl ich ihr mit der Kamera ziemlich dicht auf die Schuppen gerückt bin, zeigte sie keine Angst und drehte nur ab und an den Kopf um sich besser zu positionieren. Echte Modelqualiäten.

[OM-D E-M5 | 25mm | 25 mm – 1/125 – f4.5 – ISO 200]

Hochh(in)aus

Legofiguren auf einem Träger, im Hintergrund die Kulisse von New York

Im Rahmen eines kleinen Relaunches unserer Abteilungswebsite habe ich 14 Tage Enkelkindbetreuung genutzt und unzählige Fotos geschossen, mit denen ich bestimmte Inhalte visualisieren wollte. Die schiere Menge des Legovorrates von Colin liess dabei fast keinen Wunsch offen. Die Mediathek visualisieren? Klar, schnell ein kleines Museum aufgebaut für die Bilder und ein kleines Kino für die Videos. Passt.  Beratung zu Onlinethemen? Ein kleines Büro mit Besprechungstisch, Whiteboard und interessierten Legofiguren drumrum. Natürlich auch Kaffee und Wasser auf dem Tisch.

Ein kleines Abfallprodukt ist das Bild auf dieser Seite. Im Kinderzimmer, oder auch Legoland genannt, bedeckt ein großes Poster von New York die Wand. In der Kiste mit den Legofiguren liegen jede Menge Bauarbeiter und aus einer Technikschachtel stammt das Gerüstteil. Was ergibt das in Summe? Genau, das berühmte Bild der frühstückenden Bauarbeiter auf einem Stahlträger des entstehenden Rockefeller Centers. Das Original ist im Herbst des Jahres 1932 entstanden, der genaue Aufnahmezeitpunkt aber nicht genau belegt. Ebensowenig ist mit Sicherheit bekannt, wer das Foto geschossen hat. Sicher ist aber der ungebrochene Erfolg des Fotos. Noch heute verkauft die Bildagentur Corbis bis zu 100 Stück davon pro Monat.

[OM-D E-M5 | 12-40 mm PRO – 27mm | f 6.3 | 1/60 | ISO 1600]

Heimatbahnhof

Altes Bahnhofsgebäude

Vor gefühlten hundert Jahren stand der Bahnhof auf dem Bild in voller Blüte. Pendler die nach Kassel fuhren bevölkerten morgens die Bahnsteige und standen an jedem Ersten Schlange für die neuen Monatskarten. Schüler die aus den umliegenden Dörfern ankamen waren auf dem Weg zur Realschule und Urlauber die erst ihre Koffer bei uns aufgaben, fuhren später mit dem D-Zug in den Urlaub. Und ich mittendrin in der Ausbildung zum Bundesbahnassistenten (NT). 1972 war das und das NT stand für „nicht technisch“. Da hießen Tickets noch Fahrkarten und kamen entweder auf kleinen Pappdeckeln aus der Druckmaschine, oder mussten per Hand geschrieben werden. Die Kilometer zwischen Start- und Zielbahnhof musste man sich dabei aus dicken Wälzern selbst berechnen und statt einer APP gab es das „Kursbuch„. Weiterlesen „Heimatbahnhof“

Sonnentau

Sonnentau

Um mich etwas aufzutauen, besuchte ich letztens im Botanischen Garten zwischendurch die Tropenhäuser. Das erste was beschlug war natürlich meine Kamera, also erstmal etwas akklimatisieren und Jacke aus. Fotografisch eher nicht so spannend das viele grüne Blattwerk der tropischen Bäume. Interessanter dagegen das kleine aber feine Gewächshaus mit den fleischfressenden Pflanzen, den „Insektivoren“. Die Fütterungszeit stand wohl noch aus, alle Pflanzen taten nämlich ihr Bestes, um Nahrung, sprich Insekten, anzulocken. Der Sonnentau macht das mit feinen „Tautropfen“, die aber dummerweise klebrig sind und sich nach dem Erstkontakt und der daraus entstehenden Hektik des kleben gebliebenen Opfers, noch zusammenrollen. Der Rest ist Verdauung.

Arbeit tötet

Warnschild im KZ Sachsenhausen

„Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf“ sagte der Philosoph Hobbes im 16. Jahrhundert. Die Aussage ist zwar umstritten, da er davon ausgeht, dass nur ein starkes Oberhaupt die Menschen davon abzuhalten im Stande ist, sich gegenseitig aus egoistischen Interessen an die Kehle zu gehen. Was aber wenn Diktatoren die Menschen dazu bringen sich genauso zu verhalten? Wie dünn ist die zivilisatorische Schicht? Ein Blick auf die aktuellen Kriegsschauplätze gibt uns täglich die Antwort. Weiterlesen „Arbeit tötet“

Das Starportrait

Ein Star in schönem Federkleid

Neben der Nebelkrähe hat ein weiterer Vogel in der Stadt Einzug gehalten, den man auch eher tirilierend im Wald oder dem Park erwarten würde. Als ich ihn und seine Mitstreiter das erste Mal auf der Warschauer Brücke herumhüpfen sah, wusste ich ihn gar nicht zuzuordnen. Mit seinem purpur-glänzenden Gefieder mutet er etwas fremd an auf dem leicht maroden S-Bahn Zugang. Viel zu schick für das Ambiente, wie „overdressed“ auf einer „Bad Taste“ Party. Immerhin gibt es wohl genug für ihn zu essen, sicher der Hauptgrund für seine Anwesenheit. Zum Dank und zur Unterhaltung der Reisenden erfreut uns der Star, um den es sich hier nämlich handelt, dann mit den feinsten Melodien. Sozusagen ein echter Megastar.

Leuchtturm des Mittelmeers

Vullkaninsel Stromboli im Mittelmeer mit blauem Himmel

Auf der Mittelmeerkreuzfahrt im Januar hat unser Schiff, die Norwegian Epic, auf dem Weg von Palermo nach Neapel zum Zeitschinden einen Umweg gemacht. Erwartete ich die Sonne morgens beim Aufwachen im Fenster zu sehen, lag dort -unerwarteter Weise – eine von der Sonne angestrahlte Insel. Also schien die Sonne von der anderen Seite. Beim kürzesten Weg läge unsere Kabine auf der rechten Seite des Schiffes aber Richtung Osten. Merkwürdig. Des Rätsels Lösung: Stromboli, eine der liparischen Inseln.

Um einen weiteren Seetag zu ermöglichen – die Strecke Palermo – Neapel ist sonst locker in einer Nacht zu schaffen – hatte der Kapitän beschlossen uns am Morgen erstmal mit einer Vulkaninsel zu beglücken. Damit auch alle Passagiere ausreichend Zeit und Muße hatten die Insel zu bestaunen, haben wir sie gleich 2x in Schleichfahrt umrundet. Der Vulkan rauchte ein bißchen vor sich hin, sah aber ansonsten recht idyllisch aus. Erstaunlicherweise gibt es dort sogar zwei Ortschaften, Stromboli und Ginostra. Knapp 600 Menschen leben dort. Fürs Anlegen war unser Schiff leider etwas zu groß. so dass es bei den Umrundungen blieb.

Ab in die Botanik

Fotograf beim fotografieren von Blumen

Gestern war ich endlich mal im Botanischen Garten von Berlin. Das letzte Mal gab es noch Ost- und Westberlin und war im Rahmen der Konfirmandenfreizeit (Für alle Nichtwessis, das evangelische Pendant zur Jugendweihe 😉 ) Ende der Sechziger. Ich erinnere mich noch an lange Fußwege, Hitze und Schwüle. Und das es eigentlich ziemlich langweilig war. Weiterlesen „Ab in die Botanik“