„Sich neu erfinden oder sterben, dieses Motto hat das alte Bilbao umgesetzt. Die Industriestadt war vom wirtschaftlichen Niedergang gezeichnet. Nach Eröffnung des Guggenheim-Museums gelang der Stadt eine wirtschaftliche Neupositionierung: sie wandelte sich zur kulturellen Metropole“. Soweit der Werbesprech. Auch wir haben die baskische Hauptstadt Bilbao wegen des architektonischen Highlights vom amerikanischen Architekten Frank O. Gehry auf dem Plan, sind aber ansonsten leider nicht sehr gut vorbereitet.
Nächster Halt, Pamplona. Auch hier wieder ein stadtnaher Stellplatz, schön angelegt von der Kommune und für 10€ die Nacht völlig akzeptabel. Maximale Standzeit 48 Stunden. Entsorgung, Strom und Wasserablass am Platz, alles inkludiert. Adresse: Av. de Gipuzkoa Etorbidea, 1-409, 31014 Pamplona, Navarra, Spanien.
Nach dem Einrichten zieht es uns in das Städtchen. Pamplona ist für zwei Dinge bekannt, zum einen endet hier nach dem Start in St. Jean-Pied-de-Port die dritte Etappe des Jakobsweges und zum anderen findet zum Sanfermines der „Encierro“, der weltweit bekannte Stierlauf statt. Die Strecke hat eine Länge von 850 Metern und verläuft durch den verschlungenen mittelalterlichen Teil der Altstadt. Die eigentliche – und nicht ungefährliche – Jagd der Stiere dauert rund 3 Minuten, wobei man sich fragen muss, wer hier eigentlich wen jagt. Ein Denkmal wurde diesem Spektakel gewidmet und steht unweit der Stierkampfarena.
Wo waren wir stehengeblieben, richtig, Spanien. Nach einer erholsamen Woche auf dem Campingplatz „Eden“ in Peniscola zog es uns weiter. Weg von der Mittelmeerküste übers Land nach Saragossa, immer knapp dem Unwetter entkommend, was schon zum Auftakt jede Menge Staub und Sand über die Straßen fegte.
In Saragossa gibt es einen kostenfreien, städtischen Stellplatz für Wohnmobile am „Estadio de Atletismo Corona de Aragón“ (N 41° 41′ 0“, W 0° 53′ 25′). Keine Infrastruktur, aber Entsorgung für Grauwasser und Toilette sind vorhanden. Sogar frisches Wasser kann umsonst aufgefüllt werden. Weiterlesen „Saragossa“
Anfang Juni waren wir im Rahmen unserer Wohnmobiltour ein paar Stunden in Meereen, aka „Castell de Peñíscola“. Der Campingplatz ist nur ein Steinwurf entfernt. Die Festung an der spanischen Mittelmeerküste war bereits häufiger Schauplatz von Filmen, z.B. auch des Klassikers El Cid und natürlich eine Location von „Game of Thrones“ in Staffel 6. Dort spielt sie Meereen, die größte Stadt in der Sklavenbucht.
Es gibt unzählige Eckchen, Tore, Gäßchen und Winkel die in jeden Fantasy- oder Abenteuerfilm passen. Wenn man sich die Bilder aus der Serie anschaut (alle Sreenshots by HBO) sieht man den unglaublichen Aufwand der getrieben wird, bis ein Set perfekt ist, oder was nicht passt, mit CGI nachgestellt oder ergänzt wird, siehe Pyramide und Anbauten über der Rampe, die Tyrion und Varys gehen, oder das Bild der brennenden Flotte aus der 1. Folge von S6 (alle zwischen der 28. und 32. Minute)
Der Weg zur Burg – Foto: h|b
Ein schöne Anlage, die früher sogar Residenz des geflohenen Gegenpapstes Benedikt XIII war. Die Statue des Gegenpapstes (bürgerlich Pedro de Luna), bekannt als Papa Luna, steht, oder besser sitzt vor der Burgmauer. Auch die Tempelritter sollen eine Zeitlang die Herren des Castell de Peñíscola gewesen sein. In den Räumlichkeiten der Burg werden viele Dinge aus beiden Epochen ausgestellt.
Im angeschlossenen Burggarten lässt sich noch wunderbar entspannen, und die Aussicht über das Meer genießen. Burg und Garten gibt es allerdings nur gegen Eintritt zu sehen. Ist mit 5€ aber human und dient der Erhaltung der Anlage für weitere Generationen.
Am Morgen wachen wir gut ausgeschlafen auf und stehen um acht Uhr am Schalter der Zahnradbahn. Die Tickets für die Bahn um halb neun sind sogar günstiger als erwartet. Sondertarif für die erste Bahn. Mit uns fahren ein paar Touristen, aber auch Angestellte die 20 Minuten nach oben. Die Cremallera de Montserrat überwindet bei einer Maximalsteigung von 15,6 Prozent 550 Höhenmeter und legt dabei knapp 5 Kilometer zurück. Oben sind wir am Anfang noch recht allein, nicht mal die Touristeninfo hat geöffnet, aber die ersten Reisegruppen kommen uns bald entgegen, die mit den Bussen bis ganz nach oben fahren. Stündlich wird es voller auf dem Gelände des Klosters.
Wir nutzen die Gelegenheit und besichtigen die Basilika mit der schwarzen Madonna, lassen uns von einer Schulgruppe interviewen und fahren mit der Funicularde Sant Joan noch weiter nach oben. Mit einer maximalen Steigung von 65% ist sie die steilste Standseilbahn in Spanien. Von ganz oben haben wir einen fantastischen Blick auf die Klosteranlage von Montserrat und nach allen Himmelsrichtungen bis zum Meer nach Barcelona. Fantastisch. Dort oben könnte man jetzt noch weiter wandern, aber wir haben nut bis zum Mittag geplant, da wir noch weiterfahren Richtung Süden. Der nächste Ort hat wieder einen Bezug zu Game of Thrones und wird uns für fast 5 Tage beherbergen. Wir üben schon mal das überwintern in Spanien. Mal sehen ob dass was für uns ist.
Nach den Flamingos und der südfranzösischen Küste geht es weiter nach Spanien. Unser letzter Versuch das Land zu „erfahren“ endete nach ein paar Kilometern auf dem Anhänger eines Abschleppers und 3 Tagen auf dem Hinterhof einer Werkstatt. Diesmal haben wir vorher viel auf Holz geklopft und fahren auf der Autobahn A9 erstmal Richtung Süden. Es zieht sich noch ganz gut, aber irgendwann kommt die Grenze, Spanien ist erreicht. Jetzt noch knapp 70 Kilometer, dann haben wir unser erstes Tagesziel erreicht: Girona.
Kathedrale von Girona – Foto: h|b
Der Ort spielt in der 6. Staffel von Game of Thrones gleich zwei Rollen. Einmal Königsmund, wo die Cathedrale von Girona die Septe von Baelor darstellt, mit dem Start des „Walk of shame“ von Cersei und der Verheiratung von Marguery mit Tommen auf den Stufen der riesigen Treppe. In der letzten Folge der Staffel wird die Septe dann von Cersei aus Rache an den „Spatzen“ komplett durch „Seefeuer“ zerstört. Zum anderen spielen die Gässchen von Girona eine wichtige Rolle für Arya, die sich in Braavos, den Attacken der Heimatlosen erwehren muss.
Girona, Drehort „Game of Thrones“, Escales de Sant Marti
Dabei springt sie auf der Flucht aus einem Fenster mitten in einen Marktplatz auf den Stufen der Escales de Sant Marti und ein Stück später rettet sie sich hinter das Theater auf dem Plaça dels Jurats. Auf der Brücke direkt daneben wird sie von der Heimatlosen mit dem Messer attackiert und verletzt. Soviel zur Dramaturgie und der Reihenfolge der Szenen. Beim Spaziergang durch die Altstadt von Girona, rund um die riesige Kathedrale, vermutet man hinter jeder Ecke gleich einem Charakter der Serie zu begegnen. Ein Muss für jeden GoT Fan.
In der Nähe der Altstadt, vielleicht 15 Minuten zu Laufen, haben wir einen Parkplatz gefunden, der auch für Wohnmobile geeignet ist. Und das sogar für „graduit“. Nach gut drei Stunden Entdeckungstour fahren wir weiter zu unserem heutigen Endziel, zum Busparkplatz an der Monistrol de Montserrat, der Zahnradbahn zum Kloster. In der Nebensaison wird geduldet, dass man dort als Wohnmobilist übernachtet, um morgens mit dem ersten Zug zum Kloster zu fahren. Das ist aber schon die nächste Geschichte.
Nach Genf wollten wir eigentlich gemütlich mitten durch Frankreich cruisen, ein paar Tour de France Pässe überqueren, in Briancore übernachten und am nächsten Tag an der südfranzösischen Küste landen. Der neue Tag begann allerdings mit Regentropfen auf dem Womodach, der Blick nach draußen zeigte einen grauen Genfer See. Die Berge verhangen von dunklen, regenschweren Wolken, keine guten Voraussetzungen für unseren Plan.
Der Vorteil bei einem Wohnmobil ist aber genau der: Man muss dem Plan nicht folgen, sondern kann ihn permanent anpassen. Der Blick auf die Wetter-App zeigte denn auch Sonnenschein und 25 Grad in Saintes-Maries-de-la-mer. Da wo wir morgen eh sein wollten. Kurzer Blick aufs Navi, etwas mehr als 400 km, let’s go.
Die mautpflichtigen Autobahnen bringen einen gut vorwärts und am späten Nachmittag stehen wir bei angenehmen Temperaturen in der untergehenden Sonne am Mittelmeer. Perfekte Entscheidung. Der Campingplatz ist noch recht leer, noch keine Saison, aber berüchtigt für seine Stechmücken. Da aber gleichzeitig ein mehr als starker Wind weht, haben sie nicht so genervt.
Am nächsten Tag wollte ich die Flamingos besuchen die vor 11 Jahren – da waren wir schon mal dort – ganze Gewässer rosa gefärbt hatten. Es sind noch welche da, aber längst nicht so viele wie ich in Erinnerung hatte. Die da waren, hielten ihre Köpfe vor dem Sturm im Gefieder und sich nah am fernen Ufer, was ein wenig Schutz bot. Zu weit weg, selbst für das neue Supertele. Dann halt nicht. Für ein Schattenselfie mit dem iPhone hat es aber noch gereicht 😉
Nach einem Zwischenstop in Freiburg mit Kaffee und Erdbeerbecher im Schatten des Münsters sind wir heute am Genfer See angekommen. Der CP liegt direkt am See und man hat einen herrlichen Blick hinüber zur Genfer Uferpromenade. Die besuchen wir dann morgen mit den Fahrrädern. Heute, am Sonntag, war schwer Halligalli, Riesenrad, Karussell, Buden und viele Flaneure. Wir relaxen an unserem „Haus am See“.
Da Genf zur französischen Schweiz gehört, konnte ich an der Rezeption schon mal üben, aber der nette, junge Mann konnte Gottseidank auch englisch. Das dürfte in Frankreich schwieriger werden, aber hoffentlich in Spanien dann wieder besser. Obwohl wir ja nun in dem europäischen Land sind, was nicht an dieser Wahl teilnimmt, sogar die doofen Engländer mussten ja noch mal ran, bin ich gespannt wie heute Abend die Ergebnisse der Europawahl aussehen. Good luck europeans…
Eine der schönsten Farben des Frühlings ist sicherlich die Farbe Gelb. Für Fotografen ist jedes gelbe Rapsfeld mit weitem, azurblauen Himmel darüber eine Farbkomposition, der man sich kaum entziehen kann.
Mein Hintergrund dagegen ist eher ein ruhiger, kein knalliger Farbton, hat aber trotzdem eine schöne Wirkung und das Gelb der Tulpen im Abendlicht wirkt fast noch intensiver. Kleine Streifen von Rot an den Rändern der Blütenblätter bilden dabei die Eyecatcher und geben dem ganzen eine Kontur.
Strategisch geschickt platziert wartet der Reiher am Strand von Ueckermünde, dass sich ein Fisch in den aufgestellten Reusen verfängt. Anscheinend hat er gute Erfahrung mit dieser Art von Essensbereitstellung gemacht, steht er doch lange Zeit – fast ohne eine Art von Bewegung erkennen zu lassen – an derselben Stelle. Da uns leider die Geduld eines Fischreihers fehlt, gönnen wir uns in einem strandnahem Kiosk Kaffee und Kuchen und können letztlich nicht miterleben, ob das Warten auf den Fisch erfolgreich ist.