Rendezvous mit der Queen

Stellprobe für den S/W Ball auf der QM2
Stellprobe für den S/W Ball auf der QM2

Am Samstag haben wir in Hamburg ein Date mit der Queen. Genauer gesagt sind wird mit Queen Mary zum Tee verabredet. Unter anderem. Sie wird für 7 Tage unser neues Zuhause sein. Manchmal auf See, meist jedoch in norwegischen Häfen. Neben dem Start- und Zielort Hamburg, werden wir Bergen, Stavanger, Olden und Andalsnes anlaufen.

Eigentlich war statt Andalsnes Geiranger geplant, aber seit einiger Zeit fährt die Cunard Reederei mit ihren Queens nicht mehr in den Fjord. Geiranger wird jetzt per Bus von Andalsnes angefahren. Informationen warum das so ist, sind spärlich und die offizielle Lesart von Cunard handelt von Sicherheitsbedenken beim Ankern im Fjord.

Andere Stimmen glauben, dass Geiranger die Preise für die Liegezeiten erhöht hat und Cunard daher den beliebten Ort nicht mehr anfährt. In Warnemünde hat diesen Sommer die QE auch schon mal zwei Stunden vor der offiziellen Auslaufzeit den Anker gelichtet und ist zum Ärger vieler Zuschauer einfach abgedampft. Die Briten halt.

Wir sind gespannt ob es so „steif“ wird, wie es sich anhört, oder ob es letztlich doch ganz locker zugeht. Wer „virtuell“ dabei sein möchte, kann das natürlich hier im Blog verfolgen. Am Samstag gehts los. Ahoi.

Partymacher mit 150 Jahren

... bitte hier die eigenen Gedanken einfliessen lassen - Foto: h|b
… bitte hier die eigenen Gedanken einfliessen lassen – Foto: h|b

Als Nena am späten Abend auf der Haupttribüne am Brandenburger Tor ihren Superhit „99 Luftballons“ anstimmt, steigert sich die Begeisterung der anwesenden Zuschauer noch mal zu einem Höhepunkt. Das es sich hier eigentlich um eine Geburtstagsfeier handelt, spielt sicher keine Rolle mehr. Den ganzen Tag schon flanieren die Besucher über die – mal wieder für die Autofahrer gesperrte – Strasse des 17. Juni, vorbei an Ständen mit Essen und Trinken, aber auch welche für die geistige Erbauung. So stehen viele Vertreter des Geburtstagskindes den Bürger Rede und Antwort. Weiterlesen „Partymacher mit 150 Jahren“

Nutella Gang

Einer mag Dreiecke, die andere mags rechteckig. Hauptsache Nutella - Foto: h|b
Einer mag Dreiecke, die andere mags rechteckig. Hauptsache Nutella – Foto: h|b

Gut sechs Tage waren wir jetzt wieder mal Großeltern im wirklichen Sinne, also ausgestattet mit Enkelkindern vor Ort. Nicht nur über Skype wie sonst. Sechs Tage fremdbestimmt von kleinen Menschen, die völlig andere Dinge wollen, als das, was Erwachsene sonst gerne tun. Die eine Umstellung der Logistik nach sich ziehen, was essen und trinken angeht. Milch, Kakao, Nutella, Gummibärchen und Fischstäbchen gehören auf einmal wieder zur Grundausstattung. Ebenso der mehrfache Besuch des Spielplatzes mit Anwesenheitspflicht, was uns schon als Eltern sehr schwer gefallen ist. Ich finde ja, es gibt nichts öderes als Spielplätze. Zumindest für Erwachsene. Aber man macht das ja trotzdem, weil die Kinder es gerne möchten. Man kann ja auch dabei entspannen und im Zweifel ein Buch lesen. Ab und an ein Blick ob sie noch da sind, reicht ja. Wenn der Sandkasten dann zum zweiten mal umgegraben ist, wird es eh Zeit für die Badewanne. Ein weiteres Ritual.

Wir haben aber auch Dinge unternommen, die wir ohne die Kinder nicht gemacht hätte. Wir waren am letzten Samstag am und im Wannsee und ich bin das erste Mal, seit ich in Berlin bin, von der dortigen Rutsche ins Wasser gerutscht. Coole Sache. Danach musste ich Denise, die „nur“ das Seepferdchen hat, ein wenig huckepack nehmen. Das unendliche Vertrauen der Kinder in uns Erwachsene in solchen Situationen: Unbezahlbar. Auch am Sonntag waren wir unterwegs in einem Familienpark im tiefsten Brandenburg. Die Begeisterung mit der sie den Zauberwald erkundet haben, aber auch den Respekt vor dem gruseligen Hexenhaus… Man sieht die Welt mal wieder mit ganz anderen Augen. Sich mit allen Sinnen auf Dinge einzulassen, das können so richtig nur Kinder. Und das Kuscheln am Abend, das Vorlesen vorm Schlafengehen und der erneute Ruf nach Nutella und Kakao am nächsten Morgen. War schön mit euch Colin und Denise. Dürft gerne wiederkommen.

Reserviert

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Verdutzt rieben sich die Menschen heute morgen gegen halb acht auf dem Weg zum Hauptbahnhof die Augen. Hatte die unselige Angewohnheit der Deutschen und Engländer, die Liegen am Urlaubsstrand morgens in aller Herrgottsfrühe schon mit Handtüchern zu belegen, nun auch den Capital Beach erreicht? Alle verfügbaren Liegen waren weithin sichtbar mit roten Handtüchern belegt.

Ein weißer Schriftzug darauf wies dann allerdings schnell die Lösung. Eine Online-Buchungsplattform, beziehungsweise App, für Hotels, verlängerte kurzerhand – gefühlt – das Urlaubsfeeling der wieder zurückgekehrten Berlinerinnen und Berliner und drapierte die roten, kuscheligen Tücher entlang des Spreebogens. Nach der Aktion – gegen zehn Uhr – konnten diese direkt von den Gästen mitgenommen werden. Für uns das perfekte Utensil für einen herrlichen Wannseetag mit den Enkelkindern.

Abendrot

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Heute Abend gab es mal wieder einen dieser genialen Sonnenuntergänge bei denen sich der Berliner Himmel blutrot verfärbt und mit der richtigen Wolkenformation ein herrliches Bild zeigt. Der Tag begann ja heute morgen mit Blitz und Donner und zeigt sich dafür am Abend versöhnlich, mit einer Verheissung auf weitere schöne Sommertage, die aber nicht mehr so heiss werden. Es hat kräftig abgekühlt und draussen sind es um 22 Uhr gerade noch 20 Grad. Das verspricht eine angenehme Nacht.

Ei verbibbscht

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Elf Reisebusse, 520 Sachsen und Sächsinnen, rund 1000 Stück Gepäck. Das war der Tag heute direkt vor unserem Wohnmobil. Die Ocean Majesty hat direkt vor uns festgemacht und damit wird der unmittelbare Bereich zur Hochsicherheitszone und extraterritoriales Gebiet. Betreten nur noch mit Reisepass und Buchung zulässig.

Zuerst wurde das Schiff einmal entleert, um danach in einem langwierigen Prozess wieder befüllt zu werden. Alle Koffer müssen durchleuchtet werden, ebenso die Passagiere. Da die Busse am laufenden Band ankamen und sich ihrer Fracht entledigten, stand die Schlange der Reisenden teilweise hundert Meter und mehr vor dem Röntgengerät. Die Älteren, und das war die Mehrzahl der Passagiere, durfte sich netterweise auf kurzfristig organisierte Stühle setzen, um nicht in der Hitze zu kollabieren.

Jetzt ist es halb drei, alle Passagier sind an Bord, die letzten Koffer werden gerade gescannt und die Security baut das erste Zelt schon wieder ab. Da an den regulären Piers die AIDA und die COSTA liegen, wurde alles über den Wohnmobilparkplatz organisiert. Alles sehr familiär. In einer halben Stunde legt das Schiff voller Sachsen ab und wird die norwegische Küste bis nach Molde abfahren. Wenn ihnen in Norwegen also die nächsten 7 Tage Menschengruppen begegnen die etwas merkwürdig reden, keine Angst, die tun nichts, die wollen nur spielen.

Lemminge

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Den Menschen zieht es ja immer wieder zum Wasser. Wasser ist Leben und die ersten 9 Monate seines Lebens verbringt der junge Mensch sogar komplett im Wasser. Kein Wunder also, dass, kaum scheint die Sonne vom blauen Himmel, er sich auf den Weg macht, um ans Wasser zu kommen. Dazu setzt er sich zuerst in seine Blechkiste, fährt sodann stundenlang mit vielen anderen auf heissen Betonstrassen, um dann, endlich angekommen, am sandigen Ufer des Meeres mit tausenden eingeölten Individuen dem Sonnenbaden zu frönen.

Bereits ab der dritten Wurfzeltreihe ist das Meer nur noch zu erahnen, während sich um ihn herum Familiendramen abspielen. Bei geschlossenen Augen hört es sich an, als stünde er in der weltgrößten Bahnhofshalle, das leise Meeresrauschen dringt darunter gar nicht mehr hervor. Spätestens nach fünf Stunden nervt der Sand, im Wasser ist auch nur noch stehen möglich und krebsrote Gestalten leuchten heller als die Sonne. Man sehnt sich nach einem kühlen Keller oder einem Zimmer, durch das ein frischer Wind weht, nur um am nächsten Tag pünktlich um zehn Uhr sein Wurfzelt am Strand wieder zwischen vielen anderen Lemmingen aufzubauen. Strandleben macht einfach süchtig.

Papierlose Zeitung

Der digitale Tagesspiegel schlägt den Analogen - Foto: h|b
Der digitale Tagesspiegel schlägt den Analogen – Foto: h|b

Heute morgen hatten wir, zum vorerst letzten Mal, das haptische Erlebnis eine Tageszeitung durchzublättern, ab morgen wird geswiped. Das letzte Mal an der Druckerschwärze riechen und sie anschließend von der Nasenspitze waschen. Das letzte Mal die Zeitung aufteilen, dass jeder seinen Teil zum Lesen bekommt. Ich fange dabei immer mit dem Berlinteil an, meine Frau nimmt den Rest. Der Tagesspiegel ist ja schön praktisch in vier Teile aufgebaut und lässt sich gut trennen. Das letzte Mal diskutieren, wer am Ende die ausgelesene Zeitung wegbringt. Alles vorbei. Weiterlesen „Papierlose Zeitung“