Rauf und Runter

Die beste Art eine Stadt – die man zum ersten mal besucht – schnell im Überblick zu erkunden, bieten die roten, grünen, bunten Hop-On-Hop-Off Busse. Irgendwann tauchten Sie in den Großstädten auf und Orte wie Checkpoint-Charlie in Berlin, das Tivoli in Kopenhagen, die Oper in Oslo, oder der Picadilly-Circus in Berlin sind ohne die Busse gar nicht mehr vorstellbar.

Inzwischen sind sie fast schon eine Plage und spätestens wenn sie dann noch im eigenen Kiez auftauchen, kann man sicher sein, in einem der Hot-Spots der Stadt zu wohnen. Ein Ticket kostet in der Regel zwischen 20 und 25 Euro und gilt 24 Stunden. Man kann an jeder der Haltestellen aussteigen, sich die Gegend anschauen und dort, oder an einer beliebigen anderen Stelle, wieder zusteigen. Eigentlich eine sehr praktische Erfindung, die uns jetzt auf unserer Kreuzfahrt gut geholfen hat, eigenständig die Städte zu erkunden.

God Tag Norge

Inzwischen sind wir auf unserer Ostseetour in Norwegen gelandet. Kristiansand ist eine kleine Hafenstadt am südlichen Ende von Norwegen und hat rund 19.000 Einwohner. Diese Zahl ist heute kurzfristig um rund 4000 gestiegen, da die MS Eurodam und die Costa Favolosa im Hafen festgemacht haben. Kristiansand ist auch Ziel der Color Line Fährschiffe, die von Hirtshals in Dänemark starten.

Wir haben uns das Städtchen zu Fuß erlaufen, dabei leckere norwegische „Waffeler“ mit Jørdbeeren gegessen und Kaffee „all you can drink“ dazu bekommen. Das alles bei herrlichstem Wetter in einer kleinen netten Lokalität direkt am Ufer des Yachthafens. Heute Nacht steuern wir die norwegische Hauptstadt Oslo an, unseren vorletzter Hafen, die wir dann morgen besuchen können.

[Foto: Kong Hakoon VII von Norwegen auf dem Rathausplatz in Kristiansand – h|b]

Maximale Deklination

Lofoten 2012, kurz vor Mitternacht - Foto: h|b
Lofoten 2012, kurz vor Mitternacht – Foto: h|b

Heute ist Winteranfang, Sonnenwende und der kürzeste Tag im Jahr. Ab jetzt geht es wieder aufwärts, die Tage werden minütlich länger und die Helligkeit nimmt wieder zu. Noch ein wenig müssen wir aber die Winterdepression aushalten, uns ab und zu vor die Tageslichtlampe setzen und noch ein wenig vom Vitamin D naschen. Als wir im letzten Sommer mit dem Wohnmobil im Norden von Norwegen unterwegs waren, haben wir einen Riesenvorrat an Sonne speichern können, der uns gut durch den Winter brachte. Dort gab es für rund 12 Tage keinen Sonnenuntergang für uns, an jedem Tag war es 24 Stunden lang taghell. Das ist zwar auch in höchstem Maße verwirrend, man muss sich regelrecht zum Schlafen zwingen, aber immer noch besser als das winterliche Zwielicht und das graue Nebelwetter in Berlin. Träumen wir also über Weihnachten von helleren Zeiten.

Auf dem Hausberg von Bergen

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Hej, Hej, heute morgen gegen 9 Uhr legen wir mit der Queen Mary 2 im Containerhafen in Bergen an. Nachdem die gebuchten Touren auf der Strasse sind, gehen wir gemütlich zum Shuttlebus, der uns ins Zentrum bringt. Zur Talstation der Floyenbahn ist es noch ein kurzes Stück, aber mit 2 Kreuzfahrern in Bergen ist dann klar, dass es hier etwas länger dauert.

Nach einer dreiviertel Stunde können wir dann mit der Standseilbahn nach oben fahren. Auf dem Floyen, dem Hausberg von Bergen haben wir eine fantastische Sicht auf die Stadt und natürlich auf „unser“ Schiff. Die kleine AIDA ist kaum zu sehen 😉

Nach einer kleinen Stärkung, machen wir uns zu Fuß den Berg hinunter, so gibts noch ein paar Bilder der Floyen-Bahn von außen. Als wir das letzte Mal mit der Celebrity Century hier waren, hatten wir dicke Winterjacken an und mussten uns wegen Regens zeitweise unterstellen. Heut zeigt sich Bergen von seiner schönsten Seite, blauer Himmel mit neckischen Wölkchen und um die 22 Grad. Jetzt sind wir zurück auf dem Schiff und relaxen bei Kaffee und Kuchen. Um 17 Uhr legen wir ab und nehmen Kurs auf Andalsnes.

Adler sollen fliegen

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Ulla vor dem Skisprungturm am Osloer Holmenkollen – Foto: h|b

Das war mal die inoffizielle Skispringer-Hymne von PUR gesungen, als die deutschen Skispringer auf der Erfolgswelle schwammen. Von dort oben wo wir heute Mittag standen, ist sicher auch Sven Hannawald vor seinem Burnout gesprungen, oder Martin Schmitt, bevor ihn sein Glück verließ. Aber egal, auf jeden Fall braucht man Mut sich hier herunterzustürzen, auch wenn man es trainiert hat. Gleichzeitig ist hier oben am Holmenkollen in Oslo auch das Schießstadion des Biathlongeländes, wo auch ein paar Nachwuchskräfte trainierten. Schon ganz schön laut, wenn nur einer schießt, wie muss das klingen, wenn 20-30 Biathleten hier ins Stadion kommen, um die schwarzen Scheiben umzuschießen?

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Jotunheimen – Das Heim der Riesen

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Hoch über dem Geirangerfjord wirken die Schiffe wie Spielzeuge – Foto: h|b

Heute morgen beehrt uns die englische Queen mit ihrem Besuch. Nicht die amtierende, sondern die Queen Victoria von der Cunard-Line läuft heute morgen im Geirangerfjord ein, um einen Haufen Engländer von Bord zu lassen, die sogar den chemischen Toilettenablass am Campingplatz als Toilette benutzen. Engländer!
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Ein Fjord voller Schiffe

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Das einzige Kreuzfahrtschiff mit einem Apple-Store an Bord – Foto: h|b

Mit 220.486 Bruttoregistertonnen Schiffsmasse ist der Geirangerfjord heute gut gefüllt. Seit heute morgen um sieben liegt die kleine Arion vor Anker und gegen neun Uhr tauchen kurz nacheinander zwei Kreuzfahrtriesen auf. Zuerst schiebt die Celebrity Eclipse mit 315 Metern Länge und rund 3000 Passagieren die Nase um die Fjordecke, kurz danach gefolgt von der Costa Deliziosa mit 294 Metern und rund 2800 Passagieren an Bord. Die Eclipse wurde übrigens 2010 in der Meyerwerft vom Stapel gelassen und hat als einziges Kreuzfahrtschiff einen Apple-Store an Bord, inklusive iLounge. Ach ja, auf 2000 Quadratmeter Echtrasen kann man auch noch stilvoll lustwandeln.

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Tunneln, Bridgen und Carven

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Der Atlanterhavsveien, die Atlantikküstenstraße – Foto: h|b

Heute haben wir sicherlich dreissig Kilometer unter Tage verbracht, die längste Tunnelstrecke davon ist knapp 6 Kilometer lang und läutet den Einstieg zum „Atlanterhavsveien“ein. Der Atlantikküstenstraße von Kristiansund in Richtung Molde direkt am und über dem Atlantik. Über geschwungene Brücken und an die Klippen geschmiegte Straßen, zählt das neun Kilometer lange Straßenstück zu den beliebtesten Küstenstraßen der Welt, besonders wenn die Herbststürme mit Macht gegen die Straße brechen. Aber danke, nein, das hatten wir schon in 2006, auch ohne Herbst, und wir wollen die Straße heute mal „in schön“ sehen. Den Gefallen macht sie uns netterweise auch. Dazu gibt es während der Rast Waffeln mit Jordbæren, ganz frisch aus dem Kiosk. Lecker. Weiterlesen „Tunneln, Bridgen und Carven“

Elche, Lamas und Schafe

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Schaukeln in der Abendsonne am Trondheimfjorden – Foto: h|b

Heute morgen, kurz nach der Abfahrt von Brønnøysund hat es endlich geklappt. Wir haben zwei echte, lebende Elchkühe gesehen, die links neben der Straße vor einem Wäldchen grasen. Vorbeifahrende Autos stören die Tiere nicht. Als ich aber anhalte, rucken die Köpfe nach oben, Wachsamkeitsmodus ein. Mit der Kamera bewaffnet öffne ich die Tür, da ich gerne ein Beweisfoto haben möchte. Steigerung der Wachsamkeit bei den Elchen und Fixierung der einzelnen Person die sich nun langsam nähert. Noch ein kurzes Zaudern, dann aber gemeinsame Kehrtwende und ab in den Wald. Schade. Aber gesehn ist gesehn, wir dürfen endlich unsren Elch aufs Wohnmobil kleben 😉

Im Laufe der weiteren Fahrt, die uns heute bis nach Trondheim führt, sehen wir noch zwei Lamas, allerdings in einem umzäunten Bereich bei einem Haus und etwas später, in einem Abschnitt der durch Schilder darauf hinweist, jede Menge Schafe, die auch gerne mal direkt auf der Straße ein Nickerchen machen. Ansonsten grasen sie stoisch das Strassenbegleitgrün ab und lassen sich von Autos kein bißchen aus der Ruhe bringen. Ich glaube, Autos kommen als Objekte in ihrer Wahrnehmung gar nicht vor.

Jetzt ist es 22 Uhr, wir stehen am Trondheimfjord und am Horizont zeichnet sich die Abendsonne zwischen Wolken und Fjord ab. Da wir uns inzwischen weit unter dem Polarkreis befinden, wird sie heute Abend auch sicher untergehen. Für knapp 3 Stunden.