Die Mitte finden

Ich fühl' mich gut, ich steh' auf Berlin! (Ideal) - Foto: s|bIch fühl‘ mich gut, ich steh‘ auf Berlin! (Ideal) – Foto: s|b

Heute gibt es die Auflösung vom Mittwoch auf die Frage: „Wo bin ich“. Antwort: „Mittendrin“. Es gibt ja viele „Mitten“, vor allen Dingen in Berlin. Es gibt die echte Mitte, also den Bezirk „Mitte„, der allerdings mit Tiergarten und Wedding zwangsfusioniert wurde und damit seine Alleinstellung etwas einbüßte. Dort findet sich auch der politische Mittelpunkt Deutschlands und Berlins, das Regierungsviertel. Hier arbeiten viele Menschen, die für sich reklamieren die politische Mitte zu sein. Eigentlich will das ja jeder sein, bis auf ein paar Linke vielleicht. Und davon ab, Mitte ist ja auch immer irgendwie relativ. Weiterlesen „Die Mitte finden“

Me and my OM-1 from the ground

Photowalk mit meinem "Alter Ego" und der legendären OM-1 von Olympus - Foto: h|bPhotowalk mit meinem „Alter Ego“ und der legendären OM-1 von Olympus – Foto: h|b

Diesem Blogbeitrag liegen gleich zwei Inspirationen zu Grunde. Zum einen dem Projekt von Jens Küpper mit „Me and my Leica„, einem Spaziergang mit Model und Leica M6 durch Berlin und ein Projekt von „The Legographer„, von Andrew Whyte. Passenderweise habe ich seit einiger Zeit eine kleine, klassische OM-1 aus einem Olympus Event hier rumliegen, die damit endlich ihren Zweck erfüllt. Die Playmobilfigur habe ich mir bereits vor einer Weile von meinen Enkelkinder geschnorrt, so war am letzten Wochenende mein eigenes Projekt geboren: „Berlin von unten“. Das was ihr hier seht ist das Intro, weitere Bilder sind schon „im Kasten“. Es sind Bilder von bekannten Berliner Sehenswürdigkeiten die sehr einfach zuzuordnen sind, andere Fotos gehen eher ins Detail und regen vielleicht zum Grübeln an. Alle Fotos sind mit der Retrokamera von Olympus gemacht, der OM-D E-M5 Würde mich freuen, wenn ihr mich auf meiner nun wöchentlichen Berlintour begleiten würdet.

Der "San Andreasgraben" mitten in Berlin? Brüchiger Beton? - Foto: h|bDer „San Andreasgraben“ mitten in Berlin? Brüchiger Beton? – Foto: h|b

Die Gier nach dem schnellen Geld

Naaa, wo ist sie wohl die Erbse? - Foto: h|bNaaa, wo ist sie wohl die Erbse? – Foto: h|b

Man sollte ja meinem, dass inzwischen niemand mehr darauf hereinfällt. Aber das – vermeintlich – schnelle Geld lockt doch noch den Einen oder Anderen. Gut, meistens sind es Touristen die ihr Geld verlieren, aber so weltfremd kann man doch eigentlich in Spanien oder Italien auch nicht sein. Um was es geht? Um’s Hütchenspiel natürlich. In Berlin sind die osteuropäischen Clans meist rund um den Berliner Dom anzutreffen. Auf dem Bürgersteig ein Pulk laut durcheinanderschreiender Menschen, Männer und Frauen verschiedenen Alters, wecken die Aufmerksamkeit der Passanten. Zusätzlich, um besser auszuspähen wessen Aufmerksamkeit man vielleicht sonst noch auf sich zieht, stehen meist weitere Personen im näheren Umfeld und beobachten die Szenerie. Bei Gefahr im Verzug, meist Polizei, gellt ein Pfiff und die ganze Truppe verstreut sich schnellstens in alle Winde. Weiterlesen „Die Gier nach dem schnellen Geld“

Ein schöner Traum

Friedhof der Weihnachtsbäume - Foto: h|bFriedhof der Weihnachtsbäume – Foto: h|b

Eben noch stand er ordentlich aufgereiht mit vielen seiner gutgewachsenen Brüder in einer Berliner Baumschule. Die spitzen, grünen Nadeln leuchteten silbern in der Sonne, bevor eine Säge dem Idyll ein vorübergehendes Ende bereitete. Eingeschnürt in ein engmaschiges Netz wurde er zu einer Wohnung gebracht, in der er sich dann wieder entfalten konnte.

Er reckte seine dichten Zweige in alle Richtungen und kaum hatte er sich an sein neues Zuhause gewöhnt, wurde er wie ein König geschmückt. Silbernes Lametta, goldene Kugeln, er wurde mit Kerzen verziert und als Krönung kam – ganz oben auf seine kerzengerade Spitze – die Engelsfigur, mit den fein gesponnen Haaren und den silberhellen Glöckchen.

Er drehte und wendete sich und konnte sich gar nicht sattsehen. Am Heiligabend endlich, lagen Geschenke unter ihm verteilt, Kinderaugen leuchteten mit den Kerzen um die Wette und schöne Lieder erklangen vom Plattenspieler. Das, dachte sich der Weihnachtsbaum, der früher einfach nur ein Tannenbaum gewesen war, eine Nordmanntanne um genau zu sein, muss der Himmel sein.

Aber ach, schon bald, verlor er die ersten Nadeln. Es war viel zu warm in der Wohnung und der Stamm nahm schon länger kein neues Wasser mehr auf. Der herrliche Schmuck war bereits wieder auf dem Dachboden und die Familie wartete bereits ungeduldig auf den Zeitpunkt im neuen Jahr, wo es erlaubt sein würde, ihn endlich wieder aus der Wohnung zu bekommen.

Nun liegt er, wieder mit vielen seiner Brüder, traurig auf den Bürgersteigen Berlins und wartet auf die Müllabfuhr. Die wird bald kommen, um ihn und die vielen Anderen abzuholen. Zur Verbrennungsanlage wird er gefahren und darf dann, zum letzten Mal in seinem kurzen Leben – in Form von Wärme – die Herzen der Berliner erfreuen.