Es ist ein wenig wie „Groundhogday“. Erster Gedanke: „Ach herrje, ist es schon wieder so weit?“ Es wird wieder früh dunkel, und damit trotzdem noch Besucher nach Berlin kommen, hat man vor ein paar Jahren das „Festival of Lights“ erfunden. Bekannte Gebäude werden mehr oder weniger spektakulär illuminiert und von Fotografen millionenfach auf die Speicherkarte gebannt. Viel Neues gibt es in diesem Jahr nicht. Die Animationen am Brandenburger Tor waren aus meiner Sicht das Beste, der Rest wie immer. Let the Show go on.
Sterngucker
Bevor wir wieder in die Großstadt zurückkehren, treffen wir uns am Samstag noch mit einem lieben Arbeitskollegen an einem der dunkelsten Orte in Brandenburg. Dunkel bedeutet für Astronomen die Abwesenheit von Licht, möglichst komplett. Der Ort Jeßnigk bietet einen Wert von 6.5 mag und besser, was immer das genau bedeuten mag. Leider glänzt der Samstag deutschlandweit auch durch die Abwesenheit von klarem Himmel, so dass es zwar dunkel ist, man aber trotzdem nichts sehen kann.
Als die Sonne gegen acht untergeht, lockert der Himmel allerdings etwas auf und leichte Hoffnung keimt auf. Zumindest bei mir. Die rund 300 anwesenden Hobbyastronomen beim 16. HTT sind da etwas pessimistischer und halten sich lieber an Wein und Bier. Sie glauben nicht mehr an ein Wunder. Ich muss ja, schließlich bin ich extra deswegen hier in die Einöde gekommen. Und das Warten wird auch belohnt.
Als ich um halb zehn wieder mal nach oben schaue um die Lage zu peilen, verstehe ich endlich den Sinn des Liedes: „Weißt du wie viel Sternlein stehen?“. In Berlin ist das einfach zu beantworten: 5! Hier in Jeßnigk erschlägt mich der Blick nach oben. Sterne über Sterne, Tausende, inklusive Milchstraße. WOW. Ich bin begeistert. Die Profis eher so: Naja, könnte besser sein. Ich darf sogar mal in ein Spiegelteleskop nach einem Ringnebel schauen, aber der grandiose Blick einfach nach oben an das große Himmelszelt ist ungleich faszinierender. Nach einer Stunde ist der Spuk vorbei, alles zieht wieder zu. Aber für diese Stunde hat sich die Reise gelohnt.
Farbenspiel
Nach 4 Tagen am Hallstätter See sind wir inzwischen wieder in Deutschland angekommen. Trotz wieder eingeführter Grenzkontrollen zwischen Österreich und Deutschland konnte das niemand verhindern. Als Wiedereingliederungsmaßnahme haben wir in München erstmal 2 Nächte an der Allianzarena gestanden. Mir san mia, is klar.
In München haben wir den dortigen Olympus Playground besucht, mein inzwischen Dritter, nach zweimal Berlin. Nicht so groß, aber wieder ne tolle Location mit fotografisch zu entdeckenden Kunstwerken. Gleichzeitig bot sich die Gelegenheit zwei potentielle Nachfolgemodelle für meine aktuelle Oly zu testen. Bin mir aber auch jetzt noch unsicher.
Nun ist unser Urlaub fast am Ende, aber ein Höhepunkt steht noch aus: Sterne kucken in Jeßnigk am kommenden Wochenende. Die Nacht von Samstag auf Sonntag soll klar werden, also beste Voraussetzungen, um am dunkelsten Ort in Deutschland jede Menge Sterne, Planeten, Milchstraßen und Satelliten zu sehen. Freu mich drauf.
Lichter über den Wassern
Bereits zum fünften Mal bewegt sich in diesem Jahr die „Aquarella“ über die Spree durch Berlin. Schon von weitem sieht man die bunten Strahlenfinger der Boote, die – wie Flaklichter auf der Suche nach dem Feind – durch den Nachthimmel tanzen. Zum Abschluss gibt es dann noch ein knalliges Feuerwerk in Friedrichshain. Wer es verpasst hat, kann noch am Wochenende vom 28. auf den 29. August mitfahren, oder das Spektakel vom Ufer aus erleben.
Wake the City
Am Wochenende gibt es wieder mal einen neuen Abenteuerspielplatz in Berlin. Auf dem RAW Gelände in Friedrichshain findet die „Wake the City“ Tour von Jever Fun statt. Direkt neben dem Foodcourt der „Neuen Heimat“ ist ein 70 x 22 Meter großes Bassin aufgebaut, in dem sich Anfanger und Cracks über eine Schleppleine übers Wasser ziehen lassen können. Für die Profis unter den Wakeboardern stehen eine Schanze und Rohre als Parcours zur Verfügung. Ab 17 Uhr heute Abend läuft der Contest, unter anderem mit dem Weltmeister von 2011 Dominik Gührs.
Hier ein paar Eindrücke von der heutigen Veranstaltung …
Strassenbahnkorso
Gegen 15 Uhr stieg die Spannung unter den Wartenden. Polizeimotorräder waren an der Ecke Mollstraße/Otto-Braun-Straße aufgetaucht. Fotografen und Liebhaber historischer Schienenfahrzeuge zückten ihre Kameras, gleich musste er kommen: der Straßenbahnkorso zum 150sten Geburtstag der Straßenbahnen in Berlin.
Und dann kamen sie im Konvoi um die Ecke. Auf der ersten Bahn konnten die Fahrgäste noch draußen stehen, dann wurden sie langsam moderner. Das aktuellste Berliner Modell, die Flexity, markierte das letzte Glied in einer Entwicklung von rund 100 Jahren. Eine durchaus beeindruckende Kette und auch fotografisch ein schöner Leckerbissen.
Mühlentag
Jährlich am Pfingstmontag findet der Mühlentag statt. Im Vordergrund, an diesem „Tag der Offenen Tür“, steht die Mühle als technisches Kulturgut, dessen Geschichte über 2000 Jahre zurückreicht. Alle Arten von Mühlen öffnen ihre Pforten und stellen ihr altes Handwerk vor. Vorausschauend habe ich mir gestern dafür eine Mühle ausgesucht.
Auf dem Foto sehen wir eine Galerieholländerwindmühle aus dem Jahr 1865. Sie steht im Britzer Garten, ist eine der acht verbliebenen Windmühlen in Berlin und die einzige mahlfähige Holländermühle an ihrem Originalstandort. Man kann dort ein Diplom zum Hobbymüller erwerben, oder auch einfach heiraten. Am 6. und 7. Juni findet übrigens das achte Britzer Mühlenfest statt. Ein Besuch lohnt sich.
Weltrekord!
Die Zahl 1300 war heute zu schlagen und Berlin hat es geschafft. Vorderrad an Hinterrad – kilometerlang auf der Landebahn des Tempelhofer Flugfeldes in Berlin. Ich mit der Teilnehmernummer 657 mittendrin. Mit etwas über 1400 Fahrrädern wurde der Weltrekord als „längste stehende Fahrradschlange der Welt“ erreicht. Zugleich war der Rekordversuch auch Auftakt zur bundesweiten Aktion „Ich fahr mit Herz“, die für mehr Verständnis im Straßenverkehr wirbt.
Zuerst in zwei, später sogar in drei langen Reihen standen die Radler ab 13 Uhr auf der Nordbahn des Tempelhofer Flughafens, bis um kurz vor drei die magische Zahl erreicht war. Joey Kelly, Mitinitiator und selber Inhaber von Weltrekorden, klatschte die Teilnehmer einzeln ab. Zum Schluss flogen die Luftballons in den sich verdunkelnden Berliner Himmel und in den „Stau“ kam endlich wieder Bewegung.
Sieg? Niederlage? Befreiung?
Vermutlich liegt es in der Sichtweise des Betrachters welchen der drei Begriffe man für den 8. Mai für sich am passendsten findet. Auf jeden Fall jährt sich heuer das Ende des 2. Weltkriegs zum 70. Mal und in Berlin und anderswo wird viel gedacht und gefeiert. In Berlin eher gedacht bei den Siegermächten eher gefeiert. Vor allem im östlichen Lager erinnert man sich wieder an seine Helden, die den Faschismus besiegt haben. So findet in Moskau die wohl größte militärische Siegerparade statt. Der Tagesspiegel hat zum Thema einen ganzen Themenkatalog online.
Lapidarium – Grenzen überwinden
Mit zwanzig überlebensgroßen Pferden aus Bronze und Marmor zeigt der mexikanische Künstler Gustavo Aceves noch bis zum 10. Mai seine Ausstellung auf dem Pariser Platz. Die aus verschiedenen Materialien wie Bronze, Eisen, oder Stein – von dessem lateinischen Wort – lapis – leitet sich der Titel der Ausstellung ab – hergestellten Skulpturen, erinnern an Ausgrabungen in Italien oder Griechenland. Weiterlesen „Lapidarium – Grenzen überwinden“
