Als wir damals recht neu in Berlin waren, besuchten wir irgendwann das „Cafe am neuen See„. Man muss seine Stadt ja auch kennenlernen. Und hier war auf einmal etwas was ich bisher eher von Bayern, oder besser München gewohnt war. Ein klassischer Biergarten mit Selbstbedienung, Leberkäse mit süßem Senf, Bier und Brezel. Ausblick auf den See, wo Menschen mit kleinen Ruderbooten kreuzen. Eine Idylle mitten in der großen Stadt. Perfekt
Am Ende der kleinen Stadtrunde und immer auf der Suche nach dem magischen GELB, finde ich an der Jannowitzbrücke noch zwei schöne Exemplare, die sich auf den dortigen Hochhäusern vertikal dem blauen Himmel entgegenstrecken. Zwei Komplementärfarben die sich auf der Skala direkt gegenüberliegen. Morgen gibt es dann den ultimativen Abschluss der #gelbenwoche, mit jeder Menge Gelb unter freiem Himmel.
Unter dem Begriff fasst der Berliner (gibt’s den überhaupt, den Berliner?) die gelben Busse der BVG zusammen. Es gibt sie als Eindecker, sehr beliebt bei den Touristen sind aber die Doppeldecker (aber nur wenn man oben und in der ersten Reihe sitzen kann) und zwischenzeitlich gibt es ihn sogar als elektrische Version (sehr leise und sauber). Neben den Bussen sind auch die Straßenbahnen und U-Bahnen der BVG in Berlin gelb. So einmalig wie die roten Busse in London. Diese Ansammlung von stattlichen Exemplaren fand ich in der Nähe des Kulturforums. Der mit der 300 ist übrigens die neue Elektrolinie.
Um jemanden zu finden der das auf dem Titel befindliche gelbe Objekt noch benutzt hat, muss man vermutlich einige Zeit zurückgehen. In meiner Kindheit und Jugend war es die einzige Möglichkeit jemanden anzurufen, wenn man unterwegs war. Meist musste man es auch erstmal finden, gab es doch nur wenige Exemplare. Unser Dorf mit rund 800 Einwohnern hatte in den 60er Jahren meines Wissens genau eine Telefonzelle.
Es roch meist nicht gut in den engen, gelben Kästen der deutschen Post und die entscheidende Seite aus dem Telefonbuch war oft rausgerissen, falls überhaupt noch ein Telefonbuch enthalten war. Aber damals konnte man sich ja noch so einige Nummern merken. Braucht man ja heute nicht mehr. Der Weltrekord „Wieviele Menschen passen in eine Telefonzelle“ liegt übrigens bei sagenhaften 18 Menschen und wird seit 2017 vom Vorstädter Schützenverein Burgsteinfurt gehalten. Ich fand’s damals zu zweit schon sehr eng, aber wenn es die Freundin war, konnte es auch sehr kuschelig werden.
Neugierig geworden durch einen Artikel aus dem Berliner Tagesspiegel hab ich mich am letzten Wochenende mit dem Rad auf den weiten Weg aus dem Osten Berlins zu einem Punkt weit im Berliner Westen gemacht. Versprach dieser Bericht doch einen tollen Weitblick über die Havel bei Spandau kurz vor Gatow. Noch dazu trägt dieser ferne Ort sogar einen Begriff im Namen, den man eher nicht mit Berlin verbindet, nämlich das Wort „Düne“ genauer gesagt, ist es die Haveldüne (GoogleMaps).
Welcher Tag eignet sich besser für eine publikumswirksame Aktion – eine alte Berliner Brücke wieder aufbauen zu wollen – als ein Brückentag. So geschehen heute nachmittag unweit der Jannowitzbrücke. Die „Allianz Neue Waisenbrücke“ hatte eingeladen und sorgte mit 10 Booten aus dem Historischen Hafen Berlins für einen symbolischen „Lückenschluss“.
Letztes Jahr im Dezember wurde aus der Stummelbahn U55 die U5 und mit der kann man seit dem zwischen Alex und Brandenburger Tor durchfahren. Ursprünglich sollte die neue Verbindung bereits 2017 in Betrieb gehen, aber wie das so ist mit Tunnelbau. Viele unerwartete Dinge traten zu Tage, die die Tunnelbohrmaschine Bärlinde auf 1650 Metern wegräumen musste. Die Eröffnung fiel Dank Corona leider aus und auch die Station „Museumsinsel“ ist noch nicht eröffnet. Die steht für diesen Sommer an.
Letzte Woche bin ich dann auch wieder – nach gut einem Jahr – mit dem ÖPNV gefahren, da wir uns mit dem Fotoclub an der Museumsinsel treffen wollten, um ein wenig zu fotografieren. Und von Friedrichshain eignet sich dafür am Besten die U5. Bis zum Alex hatte früher die Kurzstrecke von der Station Weberwiese gereicht, für den kleinen Hüpfer bis zum „Roten Rathaus“ ist nun ein normales Ticket erforderlich. Aber die Kosten von rund 500.000.000 € müssen sich ja auch irgendwann amortisieren.
U-Bahn Station Rotes Rathaus – Foto: h|b
Die Fotos entstanden nach dem kleinen Fotowalk in der Station „Rotes Rathaus“ mit der Olympus OM-D E-M5 II und dem 12-40/2.8 m.Zuiko. Die Exifdaten: ISO 100, Blende 14 und 2 Sekunden Belichtung. Aufgelegt auf ein Kästchen an der Wand. Dann nur noch Warten bis die U-Bahn kommt 😉