Des Lebens müde

Ein Pandabär beim Fressen
Mein Besuch im Berliner Zoo im Jahr 2008 brachte mich auch zu Bao Bao – Foto: h|b

Heute morgen verstarb mit 34 Jahren der einzige noch lebende Großpanda in einem deutschen Zoo in Berlin. Seit 28 Jahren war er mehr oder weniger allein in seinem Glaskäfig, da er sich nicht recht mit Weibchen seiner Art vertrug. Vielleicht wollte er nun einfach seine Ruhe haben. Ich wünsche dir viele leckere Bambusspitzen da wo du jetzt bist.

„Weine nicht, weil es vorbei ist, sondern lächle, weil es schön war“ (Alte chinesische Weisheit)

Schräge Töne

20120819-215411.jpg
>> Die erste Reihe der Big Band Spandau – Foto: h|b <<

Eigentlich ist es ja heute viel zu warm, um auch nur die Nähe des offenen Kühlschranks zu verlassen, aber ein wenig Bewegung tut ja auch gut. Also schnell die Fahrräder vom skandinavischen Staub befreien und los Richtung Treptower Park. Um die frühe Uhrzeit ist noch nicht so viel los, so dass der Weg entlang der Spree gut zu fahren ist.

Am Zenner machen wir eine Pause, um den Tönen der Big Band Spandau zu lauschen. Allerdings machen die gerade eine Pause, als wir angeradelt kommen. Wir setzen uns also solange mit einem Alster in den Schatten und schauen uns das klassische Zennerpublikum an einem Sonntagvormittag an. Die vorherrschenden Farben sind bedeckt, irgendwas mit grau und beige, und Herrentäschchen sind wohl immer noch en vogue. Das Durchschnittsalter toppt selbst klassische Kreuzfahrtschiffe.

Auch nachdem die Band wieder zu spielen beginnt, tanzt heute niemand, die Betonfläche, auf der die älteren Semester sonst dem Schieber oder dem Foxtrott frönen, liegt voll in der Sonne. Viel zu heiss. Im Schatten, mit einem Berliner Kindl, oder einer Berliner Weisse, lässt sich besser den manchmal leicht schrägen Tönen lauschen.

Wir fahren dann noch bis zur Fähre und zurück ein wenig kreuz und quer durch den Plänterwald. Durch eine Phalanx von Polizeiwannen auf der Warschauer Brücke – die Heinis von Pro Deutschland sind heute auf Berlin-Sightseeing – erreichen wir wieder Friedrichshain und sind rechtzeitig zum Kaffee zu Hause.

Den Rest des Tages, laut Medien der heisseste in diesem Jahr, verbringen wir dann doch vor dem offenen Kühlschrank. Nein, natürlich nicht, wäre ja ökologisch nicht zu vertreten, aber einen gewissen Reiz hätte es schon. So müssen wir halt einfach so vor uns hintranspirieren.

Paaaarty

20120819-201631.jpg

Vorbei an der esoterischen Harfespielerin am Beginn der Warschauerbrücke gehen wir gegen halb neun abends Richtung Oberbaumbrücke. Dort feiert das Watergate heute Abend sein zehnjähriges Bestehen mit einem Openairset auf der Freifläche direkt an der Spree.

Am Bahnhof Warschauer Brücke strömen die Massen – wie an jedem Wochenende – aus den S-Bahnen heran, um sich auf der Brücke in beide Richtungen zu verteilen. Was sich hier Abends noch bewegt, würde einem mittlerem Großstadtbahnhof im Berufsverkehr alle Ehre machen. Die Party beginnt Abends.

Vor dem Eingang zur U-Bahn am anderen Ende der Warschauer Brücke spielt die nächste Künstlerin, diesmal mit Gitarre und leisem Stimmchen, das Publikum lauscht gebannt. An der Kreuzung zur Eastside-Gallery wummern zum ersten Mal die Bässe die Spree herüber und am Ufer des Universal Gebäudes stehen dicht an dicht die Zaungäste. Über die Oberbaumbrücke treiben viele Partywillige und am Kreuzberger Ende ist der Durchgang durch die Arkaden kaum noch möglich. Dafür zeigt das DJ Set hier seine maximale Wirkung. Die ganze Brücke ist hier eine Partyzone, während die Sonne hinter der Fernsehturm am Alex glutrot untergeht.

Es ist uns dann doch ein wenig zu voll, so dass wir uns wieder auf dem Heimweg machen, wir haben sicher kurzfristig das Durchschnittsalter der Anwesenden signifikant erhöht. Am anderen Ende der Oberbaumbrücke spielt ein Solokünstler gegen den DJ an und wird von Besuchern dafür gefeiert. Auf der Warschauer Brücke strömen auch auf unserem Rückweg immer noch die Massen heran. Die Nacht ist schließlich noch jung. Wir nicht mehr so ganz, daher ziehen wir uns mit einem Bierchen auf die Couch zurück, bevor wir ins gekühlte Bett fallen.

Katzencontent

20120809-223615.jpg

Mit Bildern von süßen Katzen, und eigentlich sind die ja immer süß, erreicht man in der Regel hohe Zugriffe auf Blogbeiträge, oder viele Likes auf Facebook. Daher habe ich das auch mal getestet und die kleinen, vier Wochen alten, Kätzchen aus Hattersheim ins Studio gebeten. Eigentlich war es eher die Küche, aber wir haben halt mit einer Decke und einem Stuhl etwas Studioatmosphäre geschaffen. Die Kätzchen waren eher nicht so erbaut von der Aktion und schauten verwirrt in die Kamera. Aber ich konnte alle vier portraitieren und hier ist die Erste. Voila.

Der Mond ist aufgegangen

20120729-205130.jpg

Vor kurzer Zeit hatten wir noch Nachts eher mit der Sonne zu tun, aber inzwischen sind wir ja wieder weit unterhalb des Polarkreises und von den Temperaturen her sogar gefühlt in der Nähe des Äquators. Vom Berghain schwappt den ganzen Tag die Tekknomucke herüber, Friedrichshain könnte auch auf Ibiza liegen. Dazu passt ein herrlich rotgelber und tief stehender Mond, der allerdings schon gestern den Weg auf meine Speicherkarte fand. Sommer in Berlin.

Hitzewelle

Als wir den Sommer aus dem Urlaub mitgebracht haben, dachte ich ja nicht, dass er gleich wieder über die Stränge schlägt. Es gibt scheinbar kein Mittelmass mehr. Entweder Ertrinken im Regen, oder Verdorren in der Sonne, dazwischen scheint es nichts mehr zu geben. Noch dazu ist im Büro die Klimaanlage ein kompletter Ausfall und Fenster gehen eh nur auf, wenn das Haus dazu Lust hat und nicht, wenn wir glauben ein wenig frische Luft – notfalls auch warme – wäre jetzt ganz nett.

Haben wir im Urlaub noch die Sonnenseiten gesucht, schleiche ich aktuell wenn möglich im Schatten der Häuser entlang, um der schlimmsten Hitze zu entgehen. Unser Balkonthermometer zeigt aktuell – viertel nach acht – noch 38 Grad. In der Sonne. Wir gehen jetzt mal lieber in den Biergarten und genießen ein kühles Blondes.

Wiedereingewöhnung

Nach einem kleinen Spaziergang zum Ostbahnhof (Restgeld umtauschen), dann entlang der Eastside-Gallery und zurück über die Warschauer Brücke habe ich festgestellt, dass ich noch nicht bereit bin für zu viele Menschen. So viele wie heute bei dem kurzen Spaziergang habe ich in drei Wochen Skandinavien nicht gesehen 😉 Noch dazu lauter fotografierende Touristen, von denen ich bis vor drei Tagen selber noch einer war. Aber hier tauchen sie immer in geballter Masse auf. Sehr ungewohnt.

Ebenfalls ungewohnt sind die Temperaturen. Von höchstens 15 Grad kommend, steh ich auf einmal in der glühenden Sonne bei gefühlten dreissig Grad. Ich merke schon, ich muss mich dringend akklimatisieren. Was mir gerade noch beim schreiben auf einer normalen Tastatur auffällt, ich versuche dauernd die Umlaute dadurch zu erzeugen, dass ich die normalen Tasten drücke und nach oben wischen will. Klappt blöderweise nicht. Muss mir also noch was abgewöhnen.

Hab heute morgen den Tagesspiegel auf dem iPad gelesen und musste feststellen, weder etwas versäumt, noch etwas vermisst zu haben. Die Welt dreht sich weiter, ob mit mir, oder ohne mich. Immer eine gute Erfahrung für den Zeitpunkt, wenn es denn wirklich mal soweit ist. Mal sehen, ob in nächster Zeit vielleicht auch mal wieder etwas spannendes passiert, über dass es sich zu berichten lohnt. Morgen früh beginnt erstmal der Alltag mit Arbeit und gleich zu Beginn einer vollen S-Bahn. Mich gruselts jetzt schon.

Es geht los

20120627-231608.jpg

Heute beginnt unsere große Skandinavientour und nach einem Start in strömenden Regen in Berlin, haben wir unser erstes Etappenziel Warnemünde bei blauem Himmel und Sonnenschein erreicht. Hoffentlich ein gutes Omen. Morgen früh geht es um acht Uhr mit der Fähre nach Trelleborg und dann immer nach Norden. Ob die Auslandsflatrate es erlaubt hier mit Bildern weiterzubloggen, wird sich erweisen, aber ein bißchen Text geht immer. Jetzt ist es 23 Uhr und dunkel, das wird sich aber im Laufe der Reise bald ändern. Ach ja, Spanien gewinnt im Elfmeterschießen gegen Portugal und könnte damit der Finalgegner der deutschen Mannschaft sein, wenn sie morgen ihr Spiel gegen Italien gewinnt. Glück auf.

Weltweiter Flüchtlingsirrsinn

Warnhinweise vor Hochhaus
Landminen sind in Kriegsregionen leider allgegenwärtig – Foto: h|b

Weltweit sind Millionen Menschen auf der Flucht vor Krieg, Gewalt oder Hungersnöten. Mal flüchten die Menschen vor einem Krieg im Kongo, mal vor einem religiösem Konflikt im Sudan, nirgends sind so viele Menschen auf der Flucht wie in Afrika. Dabei möchten Sie sicher wie wir, einfach nur in Frieden leben. Wer flieht oder vertrieben wird, muss meist mit wenig auskommen. Doch was heißt das?

Können wir uns vorstellen, plötzlich unsere Heimat verlassen zu müssen und mit Zehntausenden in einem Flüchtlingslager zu leben? Wissen wir, was es heißt, in den ersten Tagen mit 50 bis 100 fremden Menschen eine Latrine teilen zu müssen? Oder wie es ist, wenn man anfangs nur fünf Liter Wasser täglich erhält, um zu trinken, sich zu waschen, oder zu spülen?

Antworten unter anderem auf diese Fragen gibt die Ausstellung „Überleben auf der Flucht“, von der Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ die noch bis nächsten Dienstag in Berlin am Potsdamer Platz gezeigt wird.