Schwarzes Loch

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Bei frühlingshaften Temperaturen waren wir wieder mal beim weihnachtlichen Familientreffen in der Nähe von Frankfurt/Main. Bei Schneefall und Minustemperaturen haben wir am Samstag Berlin verlassen, um bei milden 12 Grad in Hattersheim anzukommen und Weihnachten zu feiern. Noch wärmer war es wohl nur in München, wo die Mutigen sogar im Starnberger See baden waren. Laut Wetteraufzeichnungen das bisher wärmste Weihnachten in Deutschland. Schuld war ein Tiefausläufer.

Ein schwarzes Loch hätte man sich ab und an mal gewünscht, um sich zur Erholung zurückzuziehen, oder Teile des Essens unauffällig verschwinden zu lassen, was gefühlt alle zwei Stunden auf dem Tisch stand. Nach Weihnachten steht erstmal hungern an, sehe aus wie ’ne schwangere Auster. Morgen geht es wieder zurück nach Berlin, zur Entspannung und zum Jahresausklang.

Sonnenauf- oder Weltuntergang

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Wird morgen früh für uns alle die Sonne wieder aufgehen? Die Frage stellen sich gerade eine Menge Leute und bereiten sich vorsichtshalber auf das Ende der Welt vor. Und warum? Weil die Mayas keinen Bock hatten ihren Kalender länger als 5100 Jahre fortzuschreiben. Wer nur Sparkassenkalender kennt, für den geht die Welt immerhin jedes Jahr unter. Länger halten die nie.

Da waren die Mayas schon fleissiger. Wer denkt schon so weit voraus? Heute eher niemand mehr, sonst würden so Veranstaltungen wie der letzte Weltklimagipfel nicht so desaströs enden.

Da ich ein eher positiv denkender Mensch bin, habe ich heute fleissig Umzugskartons gepackt, damit der Auszug aus dem Bahntower pünktlich stattfinden kann. Schließlich möchte ich im neuen Jahr mit neuer Energie an einem neuen Ort für unsere Kunden neue Projekte umsetzen. In diesem Sinne: Allen einen fröhlichen Neuanfang, auch ganz ohne Weltuntergang.

Reihenweise

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Der Blick aus dem Zug, bei der Fahrt durch Brandenburg zwischen Berlin und Wolfsburg, bietet wenig an Wald, aber trotzdem sind regelmäßig Bäume zu sehen. Allerdings meist in ordentlicher Reihe. Als Straßenbegleitgrün, um vielleicht mal eine Allee zu werden, oder als Feldabschluss, um Vögeln einen Hort zu bieten als Basis zur natürlichen Schädlingsbekämpfung. Im Winter bleiben davon nur kleine Strichzeichnungen am monochromen Horizont.

Crossing Borders

Menschen vor Stäben
Eine aktuelle Grenze als Foto auf einer ehemaligen Grenzanlage – Foto: h|b

Die Rückseite der East Side Gallery ist inzwischen sehr bunt geworden und steht an manchen Stellen der künstlerischen Vorderseite in nichts nach. Sie ist nur vergänglicher, da sie regelmäßig geweißt wird. Zumindest wurde sie das bisher. Am oberen Ende, zur Oberbaumbrücke hin, hat dort jemand ein Riesenbild aufgeklebt, was die mexikanisch/amerikanische Grenze aus mexikanischer Sicht zeigt. Sie ist sichtlich durchlässiger als ihr Pendant auf das sie geklebt ist, aber nicht weniger martialisch bewacht. Wenn man das drumrum ausblendet, ist das Gefühl, vor dem „gelobten Land“ zu stehen recht ausgeprägt. Nur rein kommt man auch sicher durch die Stangen nicht.

Mittelerde in 3D

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Mittendrin statt nur dabei war heute Nachmittag die Devise bei der Preview des ersten Teils der Hobbit Trilogie. Mein erster 3D Film bescherte mir fliegende Orks, brennende Tannenzapfen und auf mich zustürzende Felsbrocken vom Nordpass. So ein wenig erinnerte mich das Ganze an diese frühen Guckteile, wo man runde Scheiben reinsteckte und beim durchschauen beliebte Fotomotive in 3D sehen konnte.

Dadurch leidet ein wenig die Handlung des Films, da man immer wieder auf die Special Effects wartet, die den 3D Effekt besonders goutieren. Drosseln und Schmetterlinge die durch den Zuschauerraum fliegen, oder Kameraschwenks über Abgründe die einen ganz schwindelig machen.

Im Film selbst geht es wieder mal um Gefährten die eine Reise unternehmen, diesmal bestehend aus 13 Zwergen, einem Hobbit und Gandalf dem Zauberer, und dabei diverse Abenteuer bestehen müssen. Durchaus nicht unähnlich dem „Herrn der Ringe“, nur statt Frodo ist diesmal Bilbo unterwegs. Die Orks sind allerdings genauso fies und noch viel mehr. Es gilt letztendlich die Heimstatt der Zwerge zurückzuerobern, aber bis dahin gehen noch gut zwei weitere Jahre für die geneigten Kinofans ins Land.

Open Sky

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Wenn man so mit dem ICE, auf dem Heimweg nach Berlin, durch Brandenburg rauscht, sieht man viel leeres Land. Hört man auf Dinge zu fokussieren, verschwimmt alles zu Formen und Farben die irgendwann durch die Geschwindigkeit zu Schlieren werden. Das iPhone an die Scheibe „geklebt“ und zwischendurch den Auslöser gedrückt, ergibt jeweils ähnliche Momentaufnahmen. Mit einer App die Langzeitbelichtungen beliebiger Art machen kann, treibt man das Spiel auf die Spitze. So schön kann leeres Land sein. In loser Folge stelle ich hier weitere Bilder aus Brandenburg vor, die entlang der ICE Strecke entstanden sind.

Parallelität

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Das ist das wichtigste Prinzip der abgebildeten Linien. Ohne die Einhaltung dieser Eigenschaft, wäre die Aufgabe zu der sie existieren nicht zu erfüllen. Die beiden äußeren Linien dienen nebenbei zur Beförderung von Millionen von Menschen jeden Tag von A nach B, oder von C nach D, gern auch wieder zurück. Die kleinere innere Linie hilft dabei diese Beförderung maximal zu beschleunigen. Der Vorsitzende des „Vereins“ in dessen Besitz sich diese Linien befinden, redet oft vom „Brot und Buttergeschäft“ wenn er darauf Bezug nimmt. Na, wer weiß welche Linien hier zu sehen sind? Das Prinzip dieser Linien funktioniert im übrigen bereits seit mehr als 175 Jahren.

Das kleine Schwarze

Verwischte Menschen vor Bildern einer Ausstellung
Allen Models ist eins gemein, sie tragen das zeitlose „kleine Schwarze“ von Chanel – Foto: h|b

Wer es sich leisten will, muss es sich leisten können. Es ist definitiv kein Schnäppchen, zumindest nicht für Otto Normalverdiener. Andererseits sieht es sehr zeitlos aus und man kann es zu allem tragen. Das kann man auf den vielen Bildern bekannter Models und anderer Prominenten aus Film und Wirtschaft noch bis zum 14. Dezember in Berlin bestaunen. Im schummrigen Ambiente des Geister-U-Bahn-Tunnels am Potsdamer Platz hat Modemeister Karl Lagerfeld seine Idee vom „Little Black Jacket“ in Bilder gegossen und daraus eine Ausstellung gemacht. Das Dunkle und Stille erinnert fast an einen Andachtsraum und passt daher durchaus zum unerreichbaren Produkt, kreiert von Coco Chanel in den 50er Jahren, mit dem Anspruch: „Frauen sollten stets in der Lage sein, im Laufen einen Bus zu erreichen.“ Die „kleine Schwarze“ ist kurz, meist kragenlos, mit Seide gefüttert und durch dünne Ketten im Saum beschwert. So fällt sie perfekt und ist bequem wie eine Strickjacke. Ach ja, der Preis. Was genaues findet man im Internet nicht, aber im Laden soll sie wohl um die 3000 Euro kosten. Eine kleine, kurze, schwarze Jacke.

Auto zum mitnehmen

Weiß-blauer Smart
1200 der kleinen Flitzer sind über die Stadt verteilt – Foto: h|b

Nachdem man inzwischen alles „to go“ bekommen kann, war es nur eine Frage der Zeit, bis man das Prinzip auf Autos ausweitet. Carsharing gibt es ja bereits seit längerem, und wir sind mit dem DB Carsharing quasi „Early Adapter“. Das größte Handicap dabei ist allerdings die eingeschränkte Verfügbarkeit der Fahrzeuge, der Zwang zur Vorausbuchung und das abholen und zurückbringen an einen festen Ort. Weiterlesen „Auto zum mitnehmen“

Goldener Herbst

Herbstlicher Wald spiegelt sich in einem See
Herbstwald im Spiegel des Schlachtensees – Foto: h|b

Heute stand wieder die Schlachtenseerunde auf unserem Plan. Konnten wir vor 14 Tagen fast noch im T-Shirt laufen, so war heute schon Fleece und Schal angebracht. Standen doch heute morgen grad mal knapp über null Grad auf dem Thermometer. Bei dem schönen Herbstwetter war der Rundweg  heuer gut besucht, an engen Stellen mussten Jogger, Radfahrer, Hunde und Spaziergänger sich den Durchgang fast erkämpfen. Auch an der Fischerhütte waren die Plätze gut besetzt und die Schlange an der Essens- und Getränkeausgabe nahm kein Ende. Sogar Wespen (was machen die eigentlich noch um diese Jahreszeit?) stürzten sich in Scharen auf die Menschen und die Kuchenreste. Ein schöner Herbsttag dem laut Wetterprognose noch ein paar folgen sollen.

Ach ja, herzlichen Glückwunsch Berlin, du bist heute 775 Jahre geworden. Erzählt man sich so 😉