Ich hatte ja vor einer Weile schon mal eher abstrakte Fotos gezeigt, die aus dem fahrenden Zug heraus mit dem iPhone aufgenommen wurden. Die kleine Kamera kann durch die Geschwindigkeit kombiniert mit einer zwangsweise längeren Verschlusszeit keine scharfen Fotos aufnehmen. Wenn dann noch Sturzbäche von Regen die Zugscheiben hinunterfliessen, wie in diesem Fall, nähern wir uns einem ziemlich hohen Abstraktionswert, der dem Bild einer konkreten Landschaft, eher das Aussehen eines Aquarells verleiht. Auch die Farben sind durch das trübe Wetter kaum noch unterscheidbar und verstärken das Gefühl des Surrealistischen. So sieht Brandenburg doch gleich noch viel gemütlicher aus.
V-Day
Neben Valentinstag war heute auch Weltaktionstag gegen Frauengewalt. Unter dem Motto „One Billion Rising“ kamen weltweit Menschen zusammen, um zu einer bestimmten Choreographie zu tanzen, und um ein Zeichen zu setzen. In Berlin war der Treffpunkt auf dem Pariser Platz am Brandenburger Tor. Mehrere hundert Frauen und Männer trafen sich, um um halb sechs die Aktion erfolgreich durchzuführen. Happy Valentine.
Aufräumarbeiten
Wer nicht lesen kann muss laufen und wahrscheinlich obendrein noch eine kleine Ablösesumme bezahlen, um sein Auto wiederzubekommen. Langsam wird es allerdings ungemütlich was die Parkplatzsituation rund um den Comeniuspark angeht. In der Marchlewskistrasse wird gebaut, eine Strassenseite ohne Parkplätze. In der Kopernikuss werden neue Leitungen verlegt, keine Parkplätze. Gut das unser Wohnmobil einen sicheren Platz hat, den wir auch erstmal nicht aufgeben werden. Nicht bevor alle Bauarbeiten im Umkreis erledigt sind. Los Bauarbeiter, der Winter ist fast rum, fangt an!
Verkehrsunterbrechung
Da fährt man so Abends nichtsahnend mit der M10 Richtung Eberswalder und plötzlich bleibt sie einfach stehn. Kurze Zeit später wuchtet sich die kräftige Fahrerin aus ihrer Kabine und richtet das Wort an das irritiert lauschende Publikum: „Sehnse da vorne, die andere Strassenbahn? Da vor steht noch ein Auto, daher is hier jetzt Schluss.“
Ein Auto vor der Strassenbahn? Hier hat doch die Bahn eine eigene Trasse? Mit Schotter! Und genau dorthin hat sich das Auto verirrt, wie auch immer. Auf jeden Fall gings nicht weiter.
200 Meter weiter fand sich netterweise ein Car2Go als Tramersatz und als ich über die Kreuzung ging, kam bereits die Feuerwehr zur Rettung herbeigeeilt. Das Auto hatte zumindest kein Berliner Kennzeichen, da kann man sich schon mal verirren.
Kunst in Folien
Immer wieder überrascht die Künstlergruppe Bosso Fataka mit zweckentfremdeten Alltagsgegenständen. Meist passiert das irgendwann in der Nacht, überwiegend in Friedrichshain, und am Morgen gibt es etwas Neues zu bestaunen und möglichst schnell zu fotografieren. Denn eine Eigenart dieser Kunst im öffentlichen Raum ist ihre Vergänglichkeit. Länger als ein paar Tage überleben die Installationen in der Regel nicht. Also Augen auf und Kamera bereithalten.
Seltener Gast
Die Sonne ist ja in diesen Wintertagen ein gern gesehener Gast, vor allen Dingen da sie sich leider sehr rar macht. Heute morgen zeigt sie sich mit einem herrlichen Sonnenaufgang über dem Berliner Osten und viele Pendler bleiben stehen, um das Ereignis auf den Chip ihres Smartphones zu bannen. Das Bild muss dann für die nächsten Tage reichen, wenn sie sich wieder hinter die Wolken zurückzieht.
Regentag
The Six Days

Gestern Abend war ich zum ersten Mal seit dem wir in Berlin wohnen, beziehungsweise auch das erste Mal überhaupt, auf dem Berliner Sechstagerennen. Ihr wisst schon, Tatatatatatam, Pfiff, Pfiff, Pfiff, Pfiff. Bereits zum 102 wird das Spektakel in Berlin ausgetragen. Seit einiger Zeit im Velodrom, also nicht so weit weg von unserem zu Hause. Freunde hatten uns Karten besorgt – vielen Dank nochmal dafür – und so konnten wir uns das Gekreisel der Radfahrer bequem vom Oberrang aus anschauen.
Bei vielen der Rennen musste man erstmal das Prinzip begreifen, nachdem hier gefahren wird, aber mit der Zeit konnte man im Gewusel der Rundbahn auch erkennen, wer möglicherweise vorne liegt und wer vielleicht gewinnen könnte. Obwohl das oft am Zielstrich dann ein knappes Ding wurde. Ich konnte mich zwischen dem einen oder anderen Bier dem fotografieren von schnellen Objekten widmen und von rund 530 Fotos sind doch ein ganzer Teil was geworden. Ich werde später noch mal darauf referenzieren, das überarbeiten dauert sicher noch ein wenig.

Mit teilweise bis zu 70 km/h fahren die Profis durchs Rund, manchmal auch mit Hilfe professioneller Windschattenhilfe, dazu auch später noch mal ein extra Bericht zu skurrilen Radwettbewerben. Auf jeden Fall interessant, auch wenn man nicht so für das Radfahren im Kreis schwärmt. Das Spektakel lohnt sich allemal.
This is the right time

Um das Wild at Heart in Kreuzberg betreten zu dürfen, muss man am bärtigen Torwächter vorbei. Der sitzt schweigend hinter einer Glasscheibe in einem kleinen Kabuff und zuckt auf die fragende Ansage „Drei Personen?“ nicht mit der Wimper, geschweige denn, das er einen Preis nennt. Der steht schließlich auf einem kleinen Zettel irgendwo neben ihm. Nach dem durchreichen des Obolus bekommt man schweigend einen Stempel auf die Hand. Hatte ich lange nicht mehr. Kommunikation scheint auch out zu sein. Nach dem Eintritt in das Lokal weiß ich aber auch gleich wieso. Nach dem Stempel knallt mir die Musik dermaßen auf die Ohren, dass es nur so kracht. Eine Mischung zwischen Metal und Hardrock, und als Beilage… Rauch! Es darf geraucht werden und es wird geraucht. Wir, Sara, Anna und ich, zwängen uns durch den engen Schlauch Richtung Theke und ich begrüße kurz den Leadsänger der Band Sonic Rapture, wegen der ich schließlich hier bin. Eine Begrüßung ist hier gleichbedeutend mit „sich anschreien“. Geht nicht anders. Richard, der Frontmann der Band, erwähnt kurz dass es später wird, da noch eine Vorband spiele. Okay, neun Uhr ist für Berlin eh sehr früh. Weiterlesen „This is the right time“
Herzenssache
Während die schweren Stiefel durch den trockenen Schnee knirschen, schieben sich nebenan in der Spree glitzernde Eisplatten in der Wintersonne langsam übereinander. Ein wunderschöner Tag zum flanieren. Noch ein paar Tage strenger Frost und die Spree wäre wieder mal komplett vereist. Aber diese Woche steht eine kleine aber entscheidende Wetteränderung an: 20 Grad mehr als heute. Klingt zwar nach Frühling, bedeutet aber nur 9 Grad plus, nach aktuell 11 Grad minus. In Sachsen waren es letzte Nacht sagenhafte 21 Grad minus. Der Winter hat Deutschland immer noch fest im Griff, wenn auch mit kleinen Unterbrechungen.
Die Luftballons in Herzform am Ufer ließen uns etwas rätseln. Ein winterlicher Hochzeitsantrag? Ein romantisches Teté a Teté? Ein paar der Ballons hatten schon ihre Form eingebüßt, aber der Großteil wehte tapfer im eisigen Wind.









