Zirkuszelt aus Beton am Anhalter Bahnhof – Foto: h|b
Aus aktuellem Anlass gibt es heute ein Foto eines architektonischen Juwels am Anhalter Bahnhof in Kreuzberg. Die Geschichte dieses Gebäudes, wie es entstand, warum es entstand, könnt ihr hier nachlesen. Eigentlich so’ne typische Berliner Nummer. Ich war dort schon zum „Blauen Montag“, zu einer internen Veranstaltung meines Arbeitgebers zur Unternehmenskultur und ab heute Mittag bin ich mit rund 600 meiner Kollegen und Kolleginnen aus ganz Deutschland wieder dort, um mich mit ihnen über das Thema „Kommunikation“ auszutauschen. Was kann verbessert werden, wie kann Kommunikation effektiver werden ohne zu nerven? Diese und ähnliche Fragen harren der Beantwortung. Am Abend schließt sich ein „Get together“ an, bevor am nächsten Morgen die Ergebnisse des Vortages vorgestellt werden. Auch das alles im Rahmen der Unternehmenskultur, ein wichtiges Thema für meine Kollegen und unseren Arbeitgeber.
Lange bevor die langweiligen Shoppingmalls aller Orten wie Unkraut aus dem Boden wucherten, gab es das klassische „Kaufhaus“. Ein Ort zum Einkaufen, wo es alles gab. Noch keine uniformen Ketten, kein Shop-im-Shop System, sondern der Kaufmann, in der Regel der Besitzer des Kaufhauses, bot seinen Kunden ein Warenvollsortiment. Von Strümpfen und Knöpfen, bis hin zu Möbeln und Technik, alles konnte hier erworben werden. Dieses besondere Berliner Kaufhaus auf unserem Bild hat noch eine andere, spezielle Abteilung.
Wegen ihr kommen viele Besucher, fahren direkt nach oben, um dort kulinarische Köstlichkeiten zu genießen. Edlen Champagner zu frischen Shrimps, Foie Gras zu einem Glas „Château Lafite Rothschild“, alles kein Problem. Im November 1989, am Tag nach der Wende, war es darüber hinaus das begehrte Ziel vieler DDR Bürger aus Berlin. Steckte doch schon im Namen des Kaufhauses die pure Verheissung. Wer einmal in einem HO zu DDR Zeiten einkaufen war, kann sich vielleicht vorstellen, was das für ein Erlebnis gewesen sein muss.
Na, wer weiß, um welches bekannte Berliner Kaufhaus es sich hier handelt? Ist ja nicht all zu schwer.
Wir hatten viel Spaß auf dem Playground – Foto: h|b
Es gibt ja in Berlin nicht nur sehenswerte Orte mit Ewigkeitscharakter, wie z.B. der Flughafen in Tegel (pruust), oder imaginäre Orte des immer Entstehenden, aber nie Seienden, wie ein anderen nicht näher genannter Flughafen. Nein, Berlin lebt auch von temporären Orten. Orten, die man unbedingt in einem gewissen Zeitraum besucht haben muss, da sie wieder verschwinden. Unwiederbringlich. Einer dieser Orte befindet sich aktuell bis Ende Mai in den alten Opernwerkstätten in der Zinnowitzer Straße.
Es gibt auch gleich zwei Gründe diesen Ort unbedingt zu besuchen. Zum Einen ist es der „Photography Playground“ – siehe meinen letzten Beitrag – eine große Spielwiese für kunstbegeisterte Fotografen, zum anderen ist es der Ort selbst. Die Opernwerkstätten wurden zum letzten Mal von Olympus mit Kunstwerken bestückt, die zur Mitwirkung einladen. Daher der Begriff „Playground“. Man kann sich dort einfach durch die Kunstinstallationen treiben lassen und damit automatisch Teil der Kunst werden, oder man begibt sich in die aktive Rolle und hält die Kunst mit der Kamera fest.
Aber auch die Location an sich ist ja für Fans von „Lost Places“ eine eigene Installation. Das nackte Mauerwerk, die offenen Installationen, Wandspuren von früheren Zeiten, all das auch sehr schöne Fotomotive, und …. zum letzten Mal für die Öffentlichkeit zugänglich. Nach diesem Playground wird das Gebäude saniert und verliert damit seinen morbiden Charme. Was draus wird weiß ich nicht, könnte mir aber im aufstrebendem Umfeld rund um den Nordbahnhof durchaus Lofts, oder etwas ähnliches vorstellen. Also, nichts wie hin. Der „Playground“ ist täglich von 11 bis 19 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. Wer keine Kamera hat, kann sich die aktuelle OM-D E-M10 ausleihen, den Chip mit den Fotos darf man mit nach Hause nehmen.
Auf dem Weg durch Berlin im Rahmen meines Projektes, immer entlang der touristischen Pfade, stehen wir heute vor der Machtzentrale Deutschlands. In diesem schmucklosen Betonbau, an dem sich rechts und links langsam die Kletterpflanzen nach oben winden, herrscht die Kanzlerin ununterbrochen seit 3067 Tagen und damit länger als Helmut Schmidt. Die Top 3 Plätze der längsten Kanzlerschaften gehen damit klar an die CDU. Wer es noch länger ausgehalten hat, könnt ihr ja googlen.
Aktuell ist sie ja mit dem roten Siggi liiert und führt die große Koalition still und leise durch die Untiefen der Politik. Nichts Aufregendes. Von der Kanzlerin nur ab und an etwas zu sehen, zu hören aktuell noch weniger. Das überlässt sie ihrem Fußvolk. Nahles mit der Frühverrentung, Gabriel verdreht derweil die Energiewende und von der Leyen versucht sich in der olivfarbenen Kitagruppe namens Bundeswehr an familenfreundlichen Strukturen. Viel los also. Aber ohne die Kanzlerin. Die trifft sich mit den Mächtigen der Welt und dreht lieber am großen Rad, als sich mit dem ständigen Klein/Klein zu beschäftigen. So geht Führung.
Dafür wird sie bei der nächsten Wahl auch bestimmt wieder gewählt. Konkurrenz gibt es ja eh keine. Der grantige Bayer versucht sich zwar ab und an mit populistischen Zwischenrufen ins Spiel zu bringen, aber bayrische Politiker werden grundsätzlich nie Kanzler. Never, ever. Wenn wir dann weiland wieder an der Wahlurne stehen, uns bang fragen, was denn eigentlich gegen sie spricht, wird uns nichts einfallen. Wir werden uns höchstens wundern: „War sie überhaupt zu Hause?“ Dann machen wir unser Kreuzchen und schon sind wir auf dem Weg zu den nächsten 1000 Tagen. War ja nicht alles schlecht.
Der weite Blick vom Bahnhof Frankfurter Allee in Richtung Berliner Zentrum wird am Ende vom höchstens Bauwerk Berlins gekrönt, dem Fernsehturm am Alex. Mittendrin, den Übergang von der Frankfurter Allee zur Karl-Marx-Allee markierend, stehen die beiden Türme am Frankfurter Tor. Sie bilden den pittoresken Beginn einer Architektur, die heute als „Zuckerbäcker-Stil“ gilt und von dort bis zum Straußberger-Platz gewaltige Wohnblöcke nach russischem Vorbild rechts und links der Allee aneinanderreiht. Breite, mit Bäumen bewachsene Bereiche vor den Häusern, filtern den Straßenverkehr heraus und laden zum flanieren ein. Von hier ging der Volksaufstand in der DDR im Jahr 1953 aus, der uns West-Deutschen jahrelang einen Feiertag im Juni bescherte und den DDR Bürgern später eine Mauer. Auf dem Foto sind die beiden Türme in der goldenen Abendsonne in der Reihe „Berlin from the ground“ aus Höhe Weberwiese zu sehen.
Kommunistische Begrüßung unter Brüdern – Foto: h|b
Das letzte Mal als mich jemand nach dem Weg „zur Mauer“ fragte, war oben am Nordbahnhof. Ich war gerade dabei in die M10 steigen, um nach Hause zu fahren. Als ich zielsicher Richtung Bernauer Strasse zeigen wollte, schließlich ist dort die Mauergedenkstätte, mit einem echten Stück Mauer, präzisierten die beiden Spanier ihre Frage um die Beschreibung „…with the kiss“. Also die Mauer mit dem Kuss. Jetzt musste ich kurz stutzen, hatte ich doch so weit entfernt von dort wo sie hinwollten, nicht mit dieser Frage gerechnet. Aber klar, wenn Touristen die Mauer suchen, meinen sie entweder das kaugummibeklebte Ding am Potsdamer Platz, oder eben das lange bunte Ding in Friedrichshain.
Man könnte jetzt natürlich lang und breit erklären, das wäre a) nicht so die wirkliche Mauer gewesen und b) gäbe es authentischere Mauerorte in Berlin, aber ach, darum geht es ja gar nicht. Es steht nun mal in jedem Reiseführer, die roten Hop-on, Hop-off Busse fahren im Minutenabstand daran vorbei, es MUSS die richtige Mauer sein. Schließlich wollten sogar die Kreuzberger Piraten die Straße entlang der Mauer umbenennen. Sie sollte „Am Todesstreifen“ heissen. Natürlich nicht aus historischer Überzeugung, sondern um zukünftigen Investoren die Postanschrift zu vermiesen. Ist aber nichts draus geworden. Das Ganze genau so sinnfrei, wie Touristen das mit der Mauer zu erklären. Ich denke ihr wisst aber inzwischen an welchem Berliner Hotspot wir diesmal im Rahmen von „Berlin from the Ground“ das Foto geschossen haben.
Im Berliner Tiergarten zwischen Potsdamer Platz und dem Brandenburger Tor liegen schon seit geraumer Zeit einige große Findlinge, die aussehen, als hätte sie die letzte Eiszeit dort vergessen. Doch die Verschiedenartigkeit spricht dagegen. Es gibt einen Stein ganz in rot, eine weiteren ganz im schwarzen Granitanzug und es sieht auch nicht aus, als wäre ihre Lage dem Zufall überlassen worden. Dazu liegen sie zu dicht beieinander. Allerdings auch nicht so dicht, dass man es aus Versehen für ein zweites Stonehenge halten könnte. Ein guter Grund diese Steine vor die Kamera des PlayMo-Fotografen zu zerren. Schließlich ist heute Mittwoch: „Berlin from the ground„.
Wie jeden Mittwoch gibt es heute eine neue Ausgabe von „Berlin from the ground“, der fotografischen Suche mit meinem „alter ego“ nach den fotografischen Hotspots der Stadt. Diesmal ist das „musikalische Herz“ Berlins das Ziel. Bei Sonnenschein glänzt das asymmetrische Gebäude mit den markanten Zacken wie ein Juwel unter dem blauen Himmel von Berlin. Drumherum tost der Verkehr der Potsdamer Straße, aber innen wartet eine fantastische Akustik auf die Liebhaber klassischer Musik. Für die Berliner dürfte klar sein, um welches Gebäude es sich handelt, alle anderen können sich bei einem ihrer nächsten Besuche einfach mal vom Potsdamer Platz nach Westen treiben lassen. Man kann die Berliner Philharmonie definitiv nicht übersehen.
Der erste Gang gilt stets dem Leuchtturm von Warnemünde – Foto: h|b
Mein kleiner Fotograf hat sich in Schale geworfen – fällt euch die schicke Mütze auf – und ist an die Ostsee gereist. Nach Warnemünde um genau zu sein. Wohin auch sonst. Gilt Warnemünde im Business der Kreuzfahrer doch als Hafen Berlins. So wird der Stop auch offiziell beworben. Daher darf ich mein kleines Projekt, was sich ja eigentlich auf Berlin konzentriert, auch kurz nach Warnemünde ausweiten. Der erste Weg führt natürlich wie immer zum Backbord-Leuchtturm auf der Mole. Der grüne Leuchtturm wird per Handschlag begrüßt. Bringt Glück. Glauben wir jedenfalls fest dran, daher ist es inzwischen ein festes Ritual. Weiterlesen „Ausflug ans Meer“
Ich fühl‘ mich gut, ich steh‘ auf Berlin! (Ideal) – Foto: s|b
Heute gibt es die Auflösung vom Mittwoch auf die Frage: „Wo bin ich“. Antwort: „Mittendrin“. Es gibt ja viele „Mitten“, vor allen Dingen in Berlin. Es gibt die echte Mitte, also den Bezirk „Mitte„, der allerdings mit Tiergarten und Wedding zwangsfusioniert wurde und damit seine Alleinstellung etwas einbüßte. Dort findet sich auch der politische Mittelpunkt Deutschlands und Berlins, das Regierungsviertel. Hier arbeiten viele Menschen, die für sich reklamieren die politische Mitte zu sein. Eigentlich will das ja jeder sein, bis auf ein paar Linke vielleicht. Und davon ab, Mitte ist ja auch immer irgendwie relativ. Weiterlesen „Die Mitte finden“