Heimatbahnhof

Altes Bahnhofsgebäude

Vor gefühlten hundert Jahren stand der Bahnhof auf dem Bild in voller Blüte. Pendler die nach Kassel fuhren bevölkerten morgens die Bahnsteige und standen an jedem Ersten Schlange für die neuen Monatskarten. Schüler die aus den umliegenden Dörfern ankamen waren auf dem Weg zur Realschule und Urlauber die erst ihre Koffer bei uns aufgaben, fuhren später mit dem D-Zug in den Urlaub. Und ich mittendrin in der Ausbildung zum Bundesbahnassistenten (NT). 1972 war das und das NT stand für „nicht technisch“. Da hießen Tickets noch Fahrkarten und kamen entweder auf kleinen Pappdeckeln aus der Druckmaschine, oder mussten per Hand geschrieben werden. Die Kilometer zwischen Start- und Zielbahnhof musste man sich dabei aus dicken Wälzern selbst berechnen und statt einer APP gab es das „Kursbuch„. Weiterlesen „Heimatbahnhof“

Gute Reise

Älterer Mann vor ICE - schwarz-weiss

Es war eine herrliche Winternacht;
Ich habe Dich schweigend zum Bahnhof gebracht,
Und auf der Heide im Mondenstrahl
Da küßt‘ ich Dich zum letzten Mal.

Wie flossen so schmerzlich beim letzten „Ade“
Die brennenden Thränen hinab in den Schnee!
Dann riefen die Glocken — es kam der Zug,
Der fort mein Liebstes auf ewig trug.

Er brauste von dannen — ich stand allein
Bis fern erlosch der Laternen Schein;
Dann kehrte ich stumm in die Heide zurück:
Ade, meine Liebe! Ade, mein Glück!

August Freudenthal Quelle: Deutsche Gedichtebibliothek

Nackter Beton

Die Zentrale der DB in Frankfurt am Main

Von den Einsitzenden liebevoll „Alcatraz“ genannt, erhebt sich am Rande des Gutleutviertels in Frankfurt die Zentrale des Personenverkehrs der Deutschen Bahn. Da ich dort bis zu meinem Wechsel nach Berlin meinen Arbeitsplatz hatte, schleichen sich immer etwas nostalgische Gefühle ein, wenn ich dort einen Termin habe.

Das erste was mir morgens um halb 10 begegnet, ist ein Hase, der gegenüber des Eingangs die Flucht vor mir ergreift.  War das Gebäude vor einigen Jahren noch ein Solitär am Rande des ehemaligen Güterbahnhofs, ist es heute fast umschlossen von Häusern und den Hallen der Messe. Das Europaviertel wuchert immer weiter hinaus Richtung Rebstockpark.

Strassenbahnkorso

Historische Straßenbahn in Berlin

Gegen 15 Uhr stieg die Spannung unter den Wartenden. Polizeimotorräder waren an der Ecke Mollstraße/Otto-Braun-Straße aufgetaucht. Fotografen und Liebhaber historischer Schienenfahrzeuge zückten ihre Kameras, gleich musste er kommen: der Straßenbahnkorso zum 150sten Geburtstag der Straßenbahnen in Berlin.

Und dann kamen sie im Konvoi um die Ecke. Auf der ersten Bahn konnten die Fahrgäste noch draußen stehen, dann wurden sie langsam moderner. Das aktuellste Berliner Modell, die Flexity, markierte das letzte Glied in einer Entwicklung von rund 100 Jahren. Eine durchaus beeindruckende Kette und auch fotografisch ein schöner Leckerbissen.

Trambahn

Schwedische Straßenbahn in der Hafenstadt Göteborg

Die Straßenbahn die hier auf dem Bild zu sehen ist, habe ich auf unserer letzten Tour in Göteborg in Schweden fotografiert. Ob die Linie 10 einen ähnlichen Ruf hat, wie die M10 zwischen Warschauer Straße und Nordbahnhof habe ich auf die Schnelle aber nicht herausbekommen.

Die Spårvagn dort ist zwar auch schon ziemlich alt – die erste Bahn fuhr 1879 in Göteborg – aber die Berliner Tram ist noch ein klein wenig älter und feiert genau heute ihren 150sten Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch. Ich möchte sie nicht missen. Weiterlesen „Trambahn“

Gate to Berlin

Ohne die Nähe zu Berlin und die Möglichkeit direkt vom Kreuzfahrtschiff mit einem Charterzug, oder mit Bussen, die Hauptstadt in knapp 3 Stunden zu erreichen, hätte Warnemünde nicht „die Attraktivität“ für immerhin rund 180 Anläufe von 39 Kreuzfahrtschiffen pro Jahr. Für viele Amerikaner und Asiaten gehört der Besuch der deutschen Hauptstadt zum Pflichtprogramm, auch wenn so eine Tour schon mal rund 300$ pro Person kostet.

Sehr beliebt in der Sommersaison sind auch die „Weißen Nächte von St. Petersburg“. Die Kreuzfahrer starten zum Teil in Warnemünde und laufen dabei Häfen wie Tallin, Riga, Helsinki, Stockholm an und dauern im Schnitt 7 – 10 Tage, 2 Tage dabei allein in St. Petersburg. Dort geht die Sonne im Sommer kaum unter, daher die „Weißen Nächte“.

Wir sind letzten Montag in Kopenhagen gestartet und verlassen heute Abend – nach einem sehr schönen Tag in Warnemünde, inklusive „German Bierfest“ mit Blasmusik auf Deck 9 – die deutsche Küste Richtung Göteborg. Dort werden wir morgen liegen, bevor es – über Kristiansand und Oslo – wieder zurück nach Kopenhagen geht. Wir können uns also auf vier weitere Tage auf der Ostsee freuen. Allen Lesern ein fröhliches „Sail away“ aus Warnemünde.

TEE Rheingold

Am Freitag hatte ich ganz spontan die Möglichkeit mit einem TEE aus dem DB Museum Koblenz eine Runde um Berlin zu fahren. Zu den Stiftungswochen präsentierte sich die DB mit ihrer hauseigenen „DB Stiftung„. Dazu lud sie Pressevertreter und Betroffene zur Vorstellung verschiedener Aktionen ein.

Diesmal wollte ich ihn mir eigentlich nur anschauen, aber es ergab sich dann doch spontan die Möglichkeit mitzufahren. Den letzten TEE habe ich ungefähr 1974 betreten, da durften wir mit unserer Ausbildungsgruppe von Bebra nach Würzburg mit dem TEE fahren. Wie die Kings saßen wir damals im Großraumabteil in der 1. Klasse, 2. Klasse gab es nicht im TEE, und machten den Larry.  Weiterlesen „TEE Rheingold“

Die Siemensbahn

Gleisbett mit Birken - Foto: h|b
Gleisbett mit Birken – Foto: h|b

Das erforschen von stillgelegten Fabriken, Krankenhäusern, Kasernen oder ähnlichem erfreut sich ja großer Beliebtheit. Die Bilder zeigen dann das morbide Ambiente unbewohnter Gebäude. Abblätternde Farbe an den Wänden, verblasste Wandgemälde, Artefakte der früheren Bestimmung wie Schreibtische oder OP-Tische. Das wollte ich nun auch endlich mal machen, aber lieber etwas oberirdisches. Ich hatte keine Lust irgendwo rumzukrabbeln, über halbkaputte Treppen zu balancieren, immer auf der Hut vor irgendwelchen Wachdiensten. Viel zu viel Schiss. Weiterlesen „Die Siemensbahn“