Entrückt steht die Figur der „Schönen Lau“ vor dem Blautopf in Blaubeuren. Die Quelle ist die zweitgrößte der Karstquellen im Ländle, die alle unterirdisch gespeist werden. Die größte ist der Aachtopf im gleichnamigen Ort Aach. Der Blautopf hat seinen Namen zu Recht, das Wasser zeigt sich – je nach Sonnenstand – in einer intensiven blauen Farbe. Bis ich davor stand, hätte ich das nicht wirklich geglaubt.
Im Wiki wird die Blaufärbung folgendermaßen erklärt: „Die bekannte Eigenfarbe stammt von reinem Wasser bei mehreren Metern Schichtdicke. Sie entsteht durch eine Absorptionsbande am roten Ende des sichtbaren Spektrums (um 770 nm), die auf eine Kombinationsschwingung des Wassermoleküls zurückgeht.“ Okay, wie auch immer, es sieht auf jeden Fall sehr exotisch und sehr blau aus.

Die Quelle misst ca. 40 Meter im Durchmesser und ist 21 Meter tief. Im Mittel sprudelt sie mit 2.280 Liter pro Sekunde ihr Wasser nach oben. Je nach Niederschlagsmengen, kann das weniger, aber auch sehr viel mehr sein. Am Fuße des Blautopfes befindet sich der Einstieg in die Blautopfhöhle. Ein Teil dieser Höhle wurde bereits erforscht – rund 10 Kilometer – aber über die tatsächliche Gesamtlänge des Blauhöhlensystems kann nur spekuliert werden. Experten gehen von mehreren Dutzend Kilometer aus.

Aktuell ist der Zugang zum Blautopf nur über ein provisorisches Brückensystem erreichbar. Der gesamte Bereich um den Blautopf wird grundsaniert. Diese Arbeiten sollen bis 2028 andauern. Ursprünglich war vorgesehen den Zugang für diese Dauer komplett zu sperren, Proteste der örtlichen Gastronomie haben das aber verhindert. Der Blautopf ist überhaupt der Grund, Blaubeuren einen Besuch abzustatten. Mir rund 500.000 Besuchern im Jahr, also eine gute Entscheidung, den Zugang für die Menschen offen zu halten.


