Hohenzollernschloss

Angeregt durch die Ausstellung des Fotografen David Osborne in der Leica Galerie in Konstanz, fahren wir am letzten Sonntag mit dem Auto nach Sigmaringen. Das imposante Hohenzollernschloss thront dort auf dem Bergrücken oberhalb der Donau. Im Gespräch mit dem Fotografen bei einem Besuch der Galerie habe ich ihm die Frage gestellt, wie lange er denn für seine Bilder braucht. Denn dass was dort ausgehängt ist, hat nur bedingt mit der Realität zu tun. Das kann man auf dem folgenden Bild gut erkennen.

Aber es ist gar nicht nur die umfangreiche Nachbearbeitung seiner Fotos mit Photoshop, wo bestimmte Elemente mal einfach verschwinden, der Himmel dramatischer wird als er vielleicht war und auch mal Dinge hinzuerfunden werden. Nein, der wichtigste Teil der Vorbereitung ist die Suche nach dem Motiv, der richtigen Uhrzeit und dem gewünschten Sonnenstand. Dann steht er an seinem Fotospot mit dem Stativ und wartet. So lange bis alles passt. Das kann auch schon mal eine Stunde dauern.

So hätte ich vielleicht auch vorgehen sollen, denn meine Annahme, dass die Sonne das Schloss um die Mittagszeit gut beleuchten würde, stellte sich als Fehleinschätzung heraus. Die Sonne stand exakt schräg hinter dem Schloss, was natürlich zu flauen Farben und starken Kontrastunterschieden führt. Manches kann man ja noch in Lightroom retten, aber wo kein Licht ist, kommt meist nur starkes Rauschen als Ergebnis einer Aufhellung.

Ich habe auch versucht herauszubekommen, von wo David Osborne sein Bild aufgenommen hat. Vom Ufer der Donau passt die Perspektive nicht, zu flach. Vom Aussichtspunkt auf dem Mühlberg auch nicht, zu hoch. Beim Blick über das Geländer fällt mir gut zehn Meter tiefer ein Felsvorsprung auf, der durchaus einen Fotografen mit seinem Stativ aufnehmen könnte. Das könnte passen.

Das wäre mir aber doch zu viel des Ehrgeizes gewesen, noch dazu, wenn Frau und Freunde mit dabei sind. Muss ich also noch mal hin, wenn ich weiß, wann die Sonne den richtigen Stand hat, um das Schloss korrekt zu „beleuchten“. Das Bild so zu manipulieren, wie das David Osborne gemacht hat, bleibt aber außerhalb meiner bescheidenen Photoshopkenntnisse. Ein Chapeau an den Künstler und wer in der Nähe ist, unbedingt die Ausstellung besuchen. Faszinierende Fotowelten tun sich auf.

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