Zum Abschluss der zweiten Schwedenprozession – über die Erste im Mai hatte ich ja bereits berichtet – fand heute auf der Hofstatt, der traditionelle „Schwertletanz“ statt. Der Schwerttanz ist ein uralter Zunfttanz, dessen Wurzeln im Überlinger Fastnachtsbrauchtum zu finden sind. Erstmals urkundlich erwähnt wird der Tanz im reichsstädtischen Ratsprotokoll vom 8. Februar 1646.


Musikalisch begleitet wird das Ganze vom Trommlerzug, der als Erster die Hofstatt erreichte, wo bereits mehrere hundert Zaungäste bei Sonnenschein auf das Spektakel warteten. Der Schwertmeister holt sich zuerst das „Go“ beim amtierenden Oberbürgermeister ab, schließlich ist das im weitesten Sinne eine militärische Übung. Die örtliche Prominenz wurde heute verstärkt durch einen leibhaftigen Weihbischof.


Auch ein Hänsele gehört zum Schwerttanz dazu, verkörpert die Figur ursprünglich das Böse, den Teufel. Innerhalb des Schwerttanzes spielt der Hänsele eine besondere Rolle.
Der Schwertmeister wählte nun seine „Tänzer“ aus, in dem er die Reihe abschritt und jeweils den Kandidaten mit einer Nummer „markierte“. Dann begann der Reigen der ausgewählten Schwerttänzer, den ich hier in einer kleinen Bildergalerie darstelle. Sah lustig aus.





Die Schrittfolgen waren durchaus komplex und immerhin musste jeder Tänzer aufpassen, niemanden mit dem scharfen Schwert zu verletzen. Kopf einziehen, beim durchschreiten der Schwertbrücke, war also durchaus angebracht. Zum Finale wählten die Schwerttänzer noch Frauen vom Trachtenbund aus und legten eine flotte Sohle aufs Parkett, bzw. auf die Pflastersteine der Hofstatt.


Weitere Bilder von mir und von der zweiten Schwedenprozession findet ihr im Südkurier online unter dem Titel: „Die schönsten Bilder der zweiten Schwedenprozession des Jahres„. Bin ich dolle stolz drauf.


Umhimmlzwilln! Was hatten denn die Schweden in Überlingen zu tun, noch dazu bewaffnet?
Überlingen ist doch, wenn ich mich recht entsinne, am Bodensee?!
Ach, die ollen Schweden sind ganz schön rungekommen im 30-jährigen Krieg. Aber an Überlingen am Bodensee (deine Annahme ist korrekt) haben sie sich die Zähne ausgebissen. Aber nur mit göttlichem Beistand (angeblich) daher die „Schwedenprozessionen jedes Jahr. Versprochen ist versprochen und wird auch nicht gebrochen. Nicht dass die Schweden am Ende noch mal kommen 😉