Berlin-Blues #11

Neben unserer Wohnung, habe ich sicher die meiste Zeit in Berlin am Potsdamer Platz zugebracht. Im dortigen Hochhausensemble steht nämlich der „Bahntower“, die Zentrale der Deutschen Bahn AG. Seit 2001 mein fester Arbeitsplatz in der internen Kommunikation. Zuerst im 20. Stock, später etwas nach unten gerutscht, in den 8. Stock. Zentraler ging zu der Zeit nicht. Hier hab ich Medwedew in seiner schwarzen Limousine im gegenüberliegenden Hotel vorfahren, zigmal die Winterwelt auf- und abbauen sehen, Demos, Streiks, Promiaufläufe im Sony-Center. Mittendrin statt nur dabei.

Als Hobbyfotograf war ich so auch immer im Zentrum des Geschehens und konnte alles hautnah miterleben. Beim rumkramen im Bildarchiv hab ich festgestellt, dass sogar mal eine Ariane aufgestellt wurde. Kann ich mich aber am Besten Willen nicht mehr dran erinnern. Wo ich mich dran erinnern kann, dass lange Zeit – ähnlich wie am Checkpoint Charlie – Studenten in Uniform, den ahnungslosen Touristen, gegen eine kleine Spende, irgendwelche dubiose Stempel zur Einreis in die DDR unterjubelten.

Die Jahreszeiten kamen und gingen, Schnee wie hier auf dem rechten Bild war allerdings eher selten. Im Gegenteil, die Betreiber der Winterwelt, die am Anfang noch echten Schnee für die Schlittenrampe ankarren ließen, kämpften jedes Jahr darum, mit dem Tauwasser nicht den ganzen Bahnhof unter Wasser zu setzen. Irgendwann haben sie es glaub ich aufgegeben und die Leute auf Kunststoff rutschen lassen. Alles in allem ein tolle Zeit, sowohl was die Location angeht, als auch die Arbeit im Herzen der Deutschen Bahn.

2 Antworten auf “Berlin-Blues #11”

  1. tolle bilder, mehr davon. ich arbeite seit jahren auch am potsdamer platz (nicht bei der DB) und mir geht es ähnlich.

    manches verfällt unbemerkt (boulevard der stars), oder wird ersetzt (die ranzigen arcaden mit ihren immer wiederkehrenden sonderausstellungen sind zum glück geschichte). die riesigen wippen sind seit über zehn jahren abgesperrt.

    das ist alles so typisch berlin: man will hoch hinaus und am ende kümmerts keinen.

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