„Camping ist der Zustand, in dem der Mensch seine eigene Verwahrlosung als Erholung empfindet“. Diesen Satz hab ich schon ein paar Mal auf diversen Wohnmobilen gesehen und ein kleines Stück Wahrheit steckt sicherlich darin. Aber bis zur Verwahrlosung ist es dann doch noch ein ganzes Stück, am Ende liegt es ja an einem selber. Wie geht es uns inzwischen eigentlich mit diesem „Überwintern“ in Spanien? Wir hatten ja so Ideen und Pläne bevor wir losfuhren, existieren die noch? Nicht so ganz, soviel Schon mal vorweg.
Weiterlesen „Überwintern für Anfänger“Abalgata de Reyes
Heute Abend war an der Promenade von Calpe ein wahrer Volksauflauf. Uns war klar, dass es irgendwas mit dem 6. Januar zu tun haben muss, aber noch unklar, was das werden soll. Elfen sammeln sich, Große und Kleine, Hirten, Mädchen in Trachten, Musikanten, der Touristenzug steht bereit und es kommen immer mehr Menschen zusammen. Nach kurzer Zeit ist klar, heute Abend ist der „Abalgata de Reyes“, der „Ritt der Könige“.

Die „Heiligen 3 Könige“, die in Spanien traditionell das uns bekannte Christkind ersetzen und den Kindern erst zum 6. Januar die Weihnachtsgeschenke bringen, müssen aber nicht selbst reiten, sondern werden stehend auf einem Prunkwagen durch die wartende Menge gefahren. Die oben beschriebenen Helferlein verteilen derweil Süßigkeiten an die Kleinen am Wegesrand.
Vielerorts in Spanien wurden diese „Aufmärsche“ wegen Corona abgesagt, hier in Calpe ist es aber ein großes Volksfest. Alle Erwachsenen haben dabei brav ihre Masken auf. Ein tolles Erlebnis in diesen nicht ganz einfachen Zeiten. Morgen ist in Spanien offizieller Feiertag und wir gehen morgen Mittag auf die „Plaza Central“ wo ein Konzert gegeben wird.
Hier noch ein paar Eindrücke des heutigen „Abalgata de Reyes“.







Alle Fotos mit dem iPhone 13pro.
Cafe solo s/w #1
Ein Bild, schwarzweiß, jede Woche Sonntags.
Penyal d’Ifach
Manche Menschen, im speziellen Männer, haben ja oft einen Drang zu Höherem. Sie wollen hoch hinaus, von oben sehen was das Leben so bringt. Oder ob Feinde im Anmarsch sind. Oder einfach um oben ein Kreuz in den jeweils höchsten Felsen eines Berges zu hauen, um zu zeigen: Ich war hier. Als Erster.
Weiterlesen „Penyal d’Ifach“Tanz der Flamingos
In Calpe existiert mit „Les Salinas“ – einem Salzsee mitten im Ort – ein Refugium für Vögel und Fische. Am interessantesten dabei ist eine kleine Kolonie von Flamingos. Nicht ganz so rosa wie ihre Artgenossen aus dem Berliner Tierpark, aber in Teilen durchaus. Wahrscheinlich gibt es in dem Salzsee weniger Garnelen als anderswo.
Trotzdem macht es Spaß die Tiere zu beobachten, ihre Balzsprünge, das abwehren der Nebenbuhler, oder halt das einfache – wie nennt man eigentlich diese Art von Nahrungsaufnahme – gründeln, äsen, fischen? Ich hab dabei heute zum ersten Mal gesehen, dass die Flamingos dabei so eine Art „Moonwalk“ machen. Sie „shuffeln“ mit ihren Beinen, um vermutlich kleine Tiere aus dem Schlamm zu wirbeln, während sie mit dem Kopf unter Wasser stecken.
Hier eine kleine Galerie der heutigen Fotos…





Alle Fotos mit der Olympus OM-D E-M5II und dem mZuiko75-300mm
Mirador Morro de Toix
Nach einem herrlichen Strand- und Badetag am gestrigen Montag, bei geschätzten 25 Grad und voller Sonne, stand heute wieder etwas Bewegung auf der Tagesordnung. Als Ziel hatte ich mir den „Mirador Morro de Toix“ ausgesucht, ein Aussichtspunkt am südlichen Ende von Calpe. Recht unspektakulär, da nur rund 7 km vom Campingplatz entfernt. Aber es galt über 350 Höhenmeter zu überwinden.

Aber wie das manchmal mit Planungen so ist. Ich hatte mir am Vortag die Route über Komoot angelegt und das Navi im Handy führte mich durch die Stadt langsam nach oben. In diese Richtung geht es ja meist von den Küsten Spaniens, solange es noch die bergigen Abschnitte sind.
Weiterlesen „Mirador Morro de Toix“Ghost s/w #51
Ein Bild, schwarzweiß, jede Woche Sonntags.
Feliz Navidad
Nun haben wir es also geschafft. Wir haben unser erstes Weihnachtsfest außerhalb von Deutschland gefeiert. 2500 Kilometer von unserem zu Hause in Berlin entfernt. Allein, nur wir zwei. In Spanien. Weihnachtsgrüße erreichen uns über die sozialem Medien, die Kinder sind entweder bei sich zu Hause, oder bei den Eltern des Partners.
Am Heiligabend machen wir bei angenehmen Temperaturen einen längeren Spaziergang durch die Altstadt von Calpe, finden ein paar schöne Fotomotive und landen am Ende in einer Bar mit DJ, Weihnachtsmusik und Blick auf den Ifach (Titelbild). Bei Aperol Spritz und einem Sangria genießen wir das Ambiente und den Ausblick auf das Meer. Wir könnten es schlechter getroffen haben.

Platzmangel
Den Platz in Calpe haben wir bereits im April des Jahres gebucht, wohl wissend, dass es in Spanien wieder voll werden könnte. Der Nachholbedarf ist hoch und in der entsprechenden Facebookgruppe zeichnete sich schon ab, dass es wieder zum Überwintern nach Spanien gehen würde. Da wir auch unbedingt nach Calpe wollten, haben wir den letzten verfügbaren Platz gebucht. Auch wenn es laut Beschreibung eng werden könnte. Egal, no risk, no fun. Außerdem Calpe, egal. Gestern sind wir dann kurz nach zwei angekommen und wurden vom Hausberg Ifach schon von weitem begrüßt. Den müssen wir dann noch irgendwann ersteigen.

Auf zu neuen Ufern
Am heutigen Tag endet unser Aufenthalt in Peniscola nach etwas mehr als 14 Tagen. Zwischen heftigem Wind, dem dadurch bedingten, dreifachen Auf- und Abbau unseres Vorzeltes, kalten Nächten, schmerzenden Rücken, stand das Projekt „Überwintern in Spanien“ sogar auf der Kippe. Es hat sich aber – im wahrsten Sinne des Wortes – alles wieder eingerenkt und es geht nun weiter gen Süden.
Am Sonntag hab ich mich auch endlich mal aufgerafft und bin morgens – um kurz nach acht und bei 4 Grad – zum Strand, um den Sonnenaufgang zu fotografieren. Ich hab es die ganze Zeit vor mir hergeschoben, weil es morgens im Bett des Wohnmobils irgendwie kuscheliger ist. Aber schließlich musste meine Olympus Kamera ja auch mal wieder zum Einsatz kommen und Sonnenaufgänge sind definitiv eher was für „richtige“ Kameras mit Teleobjektiven.
Nach einer guten halben Stunde war ich durchgefroren genug, Zeit für eine heiße Dusche und leckeres Frühstück. Die Ergebnisse zeige ich euch hier in der kleinen Galerie …






Ab heute betreten wir nun Neuland. Weiter im Süden von Spanien waren wir bisher nur mit einem Kreuzfahrtschiff. Malaga und Cadiz – damals die Anlaufhäfen – stehen aber noch auf unserer Liste. Jetzt ist es allerdings nur ein mittlerer Hopser, es geht 270 km weiter, nach Calpe in der Region Murcia. Dort haben wir den CP Calpe Mar gebucht und sind schon sehr gespannt was uns dort erwartet. Laut Wetterapp soll es endlich auch etwas wärmer werden, angeblich bis zu 21 Grad über Weihnachten. Das wäre sehr cool. Lassen wir uns überraschen. Neue Geschichten und Bilder vom (Un-)Ruhestand und unserem nächsten Ziel gibt es dann in Kürze in diesem Blog. Stay tuned.
