Schräge Töne

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>> Die erste Reihe der Big Band Spandau – Foto: h|b <<

Eigentlich ist es ja heute viel zu warm, um auch nur die Nähe des offenen Kühlschranks zu verlassen, aber ein wenig Bewegung tut ja auch gut. Also schnell die Fahrräder vom skandinavischen Staub befreien und los Richtung Treptower Park. Um die frühe Uhrzeit ist noch nicht so viel los, so dass der Weg entlang der Spree gut zu fahren ist.

Am Zenner machen wir eine Pause, um den Tönen der Big Band Spandau zu lauschen. Allerdings machen die gerade eine Pause, als wir angeradelt kommen. Wir setzen uns also solange mit einem Alster in den Schatten und schauen uns das klassische Zennerpublikum an einem Sonntagvormittag an. Die vorherrschenden Farben sind bedeckt, irgendwas mit grau und beige, und Herrentäschchen sind wohl immer noch en vogue. Das Durchschnittsalter toppt selbst klassische Kreuzfahrtschiffe.

Auch nachdem die Band wieder zu spielen beginnt, tanzt heute niemand, die Betonfläche, auf der die älteren Semester sonst dem Schieber oder dem Foxtrott frönen, liegt voll in der Sonne. Viel zu heiss. Im Schatten, mit einem Berliner Kindl, oder einer Berliner Weisse, lässt sich besser den manchmal leicht schrägen Tönen lauschen.

Wir fahren dann noch bis zur Fähre und zurück ein wenig kreuz und quer durch den Plänterwald. Durch eine Phalanx von Polizeiwannen auf der Warschauer Brücke – die Heinis von Pro Deutschland sind heute auf Berlin-Sightseeing – erreichen wir wieder Friedrichshain und sind rechtzeitig zum Kaffee zu Hause.

Den Rest des Tages, laut Medien der heisseste in diesem Jahr, verbringen wir dann doch vor dem offenen Kühlschrank. Nein, natürlich nicht, wäre ja ökologisch nicht zu vertreten, aber einen gewissen Reiz hätte es schon. So müssen wir halt einfach so vor uns hintranspirieren.

Paaaarty

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Vorbei an der esoterischen Harfespielerin am Beginn der Warschauerbrücke gehen wir gegen halb neun abends Richtung Oberbaumbrücke. Dort feiert das Watergate heute Abend sein zehnjähriges Bestehen mit einem Openairset auf der Freifläche direkt an der Spree.

Am Bahnhof Warschauer Brücke strömen die Massen – wie an jedem Wochenende – aus den S-Bahnen heran, um sich auf der Brücke in beide Richtungen zu verteilen. Was sich hier Abends noch bewegt, würde einem mittlerem Großstadtbahnhof im Berufsverkehr alle Ehre machen. Die Party beginnt Abends.

Vor dem Eingang zur U-Bahn am anderen Ende der Warschauer Brücke spielt die nächste Künstlerin, diesmal mit Gitarre und leisem Stimmchen, das Publikum lauscht gebannt. An der Kreuzung zur Eastside-Gallery wummern zum ersten Mal die Bässe die Spree herüber und am Ufer des Universal Gebäudes stehen dicht an dicht die Zaungäste. Über die Oberbaumbrücke treiben viele Partywillige und am Kreuzberger Ende ist der Durchgang durch die Arkaden kaum noch möglich. Dafür zeigt das DJ Set hier seine maximale Wirkung. Die ganze Brücke ist hier eine Partyzone, während die Sonne hinter der Fernsehturm am Alex glutrot untergeht.

Es ist uns dann doch ein wenig zu voll, so dass wir uns wieder auf dem Heimweg machen, wir haben sicher kurzfristig das Durchschnittsalter der Anwesenden signifikant erhöht. Am anderen Ende der Oberbaumbrücke spielt ein Solokünstler gegen den DJ an und wird von Besuchern dafür gefeiert. Auf der Warschauer Brücke strömen auch auf unserem Rückweg immer noch die Massen heran. Die Nacht ist schließlich noch jung. Wir nicht mehr so ganz, daher ziehen wir uns mit einem Bierchen auf die Couch zurück, bevor wir ins gekühlte Bett fallen.

Das Ende der großen Ferien

Junge mit Sonnebrille vor blauem Himmel
Den Sommer muss man cool genießen – Foto: h|b

Es wird Zeit Abschied zu nehmen, Abschied von Berlin, Abschied von den Großeltern, Abschied von der Kindheit, Abschied … Okay, Okay, das ist vielleicht etwas zu melodramatisch. Schließlich bringen wir Colin nach fast 14 Tagen nur zurück zu seinen Eltern, da wo er hingehört. Wir werden ihn ein bisschen vermissen, so wie er uns vielleicht auch, aber so wie wir unsere „Freiheit“ wiedererlangen, wird er seine sicher auch genießen.

Am Mittwoch wird Colin eingeschult, für ihn und seine Familie ein neuer Lebensabschnitt, der sie vielleicht 13 lange Jahre begleiten wird. Das ist einem Erstklässler sicher nicht bewusst, sonst würde er sich das vielleicht überlegen, aber letztendlich gewinnt er ja ein Stück Freiheit, die Freiheit so zu Leben wie er möchte. Später mal. Jetzt wird es ihn sicher manchmal nerven, er wird keinen Bock haben im Winter um halb acht im Dunklen zur Schule zu müssen, oder an einem sonnigen Nachmittag über den Hausaufgaben zu schwitzen, statt draussen zu spielen, aber ich denke viele Kinder in der Welt würden ihn beneiden, für sie gibt es keine Schule.

Also Colin: „Vita Brevis“ wie deine Tante sagen würde, nutze dein Leben, mach das beste draus.

Katzencontent

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Mit Bildern von süßen Katzen, und eigentlich sind die ja immer süß, erreicht man in der Regel hohe Zugriffe auf Blogbeiträge, oder viele Likes auf Facebook. Daher habe ich das auch mal getestet und die kleinen, vier Wochen alten, Kätzchen aus Hattersheim ins Studio gebeten. Eigentlich war es eher die Küche, aber wir haben halt mit einer Decke und einem Stuhl etwas Studioatmosphäre geschaffen. Die Kätzchen waren eher nicht so erbaut von der Aktion und schauten verwirrt in die Kamera. Aber ich konnte alle vier portraitieren und hier ist die Erste. Voila.

En Garde!

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Degenfechten in tiefem Sand, keine leichte Herausforderung – Foto: h|b

Um den vielen Urlaubsgästen etwas zu bieten und gleichzeitig die Brücke nach London zu schlagen, wird am Strand von Warnemünde aktuell an Wochenenden ein kleiner Ausschnitt olympischer Sportarten geboten. Natürlich am Strand. Am Samstag stellten sich bei brütender Hitze Studenten der Rostocker Uni den Zuschauern im Degenfechten. Die dürften unter ihren „Kampfanzügen“ nicht schlecht geschwitzt haben. Aber volle Technik, mit roten Lampen und Piepsen und allem drumrum. Respekt.

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Bilder und Geschichten aus Berlin und der Welt