Fröschn
In Damp an der Ostsee gibt es braune Frösche. Jede Menge. Kleine und Große. Wenn man nicht aufpasst wo man hintritt, nimmt man einer Prinzessin vielleicht die einzige Chance ihren Prinzen zu finden und zu heiraten. Weiß aber auch nicht, woran man erkennen kann, welcher dieser kackbraunen Frösche nun vielleicht ein verzauberter Prinz ist. Wahrscheinlich sind es aber eh nur gewöhnliche Erdkröten, die hier herumhüpfen. Von Pfütze zu Pfütze. Von denen gibt es hier übrigens jede Menge, in Damp. An der Ostsee. Dort wo in den Siebzigern die Plattenbauten des Westens entstanden, um die Urlauber unterzubringen. Damp 2000, kennt vielleicht noch der eine oder andere westsozialisierte Urlauber.
Ich war ja eher der Nordseetyp, als Kind immer auf Sylt. In Hörnum. Da gab’s nur Quallen, keine Frösche. Aber jetzt stehen wir hier mit dem Wohnmobil in Damp und lauschen dem Regen der auf das Dach trommelt. Das macht er schon den ganzen Tag. Laut Wetterbericht auch noch die halbe Nacht, bevor es dann nur noch bewölkt sein soll. Den Fröschen scheint es immerhin zu gefallen, die hüpfen fröhlich umeinander. Dabei ahnen sie vermutlich nichts von der Gefahr, die von herumschleichenden Menschen ausgeht, die vielleicht mal aufs Klo müssen. Und ratzfatz ist der arme Frosch nur noch Schleim. Das sind Schicksale. Aber kann man nix machen, menschliche Bedürfnisse gehen da eindeutig vor. Liebe Frösche, müsst ihr aufpassen, sonst gibt es ganz schnell „Autschn“. Ist so.
Seetag(e)
Um den Gästen die Möglichkeit zu geben „anzukommen“, ist der erste Tag einer Kreuzfahrt in der Regel ein Seetag. Man ist den ganzen Tag von Wasser umgeben, kann den Gedanken und den Wellen nachhängen und mit jeder Seemeile den Alltag hinter sich lassen. Dazu bietet sich auf den meisten Schiffen die Bar am Heck an, wo man bei einem Cocktail oder einem Kaffee herrlich entspannen kann. Nebenher ist es natürlich auch eine gute Gelegenheit sich mit dem Schiff näher vertraut zu machen. Es ist schließlich die nächsten Tage die vorübergehende Heimat der Kreuzfahrer.
Der „Seetag“ ist auch meist der Tag, wo es auf Kreuzfahrtschiffen abends „Formal“ heisst, also die Herren zum Essen in Anzug und Fliege und die Frauen im langen, oder in einem Cocktailkleid Im Restaurant erwartet werden. Wer das nicht möchte, muss im Buffettrestaurant essen. Aber irgendwie gehört das ja auch dazu. Die alten Zeiten wieder aufleben lassen, wo Schiffsreisen etwas besonderes waren. Noch dazu auf einem britischen Schiff. It’s exciting. Weiterlesen „Seetag(e)“
Was vom Gletscher übrig bleibt
Gestern haben wir mit dem Bus eine geführte Tour unternommen, den Trollstigen hoch, 11 Kehren, und wieder runter, 11 Kehren. Oben am View Point Kaffee und Kuchen und viel Blick in das Tal von Andalsnes. 11 Kehren, hatte ich schon erwähnt, oder? Danach noch einen kurzen Abstecher zum Trollvegen, der Trollwand. Weiterlesen „Was vom Gletscher übrig bleibt“
Auf dem Hausberg von Bergen
Hej, Hej, heute morgen gegen 9 Uhr legen wir mit der Queen Mary 2 im Containerhafen in Bergen an. Nachdem die gebuchten Touren auf der Strasse sind, gehen wir gemütlich zum Shuttlebus, der uns ins Zentrum bringt. Zur Talstation der Floyenbahn ist es noch ein kurzes Stück, aber mit 2 Kreuzfahrern in Bergen ist dann klar, dass es hier etwas länger dauert.
Nach einer dreiviertel Stunde können wir dann mit der Standseilbahn nach oben fahren. Auf dem Floyen, dem Hausberg von Bergen haben wir eine fantastische Sicht auf die Stadt und natürlich auf „unser“ Schiff. Die kleine AIDA ist kaum zu sehen 😉
Nach einer kleinen Stärkung, machen wir uns zu Fuß den Berg hinunter, so gibts noch ein paar Bilder der Floyen-Bahn von außen. Als wir das letzte Mal mit der Celebrity Century hier waren, hatten wir dicke Winterjacken an und mussten uns wegen Regens zeitweise unterstellen. Heut zeigt sich Bergen von seiner schönsten Seite, blauer Himmel mit neckischen Wölkchen und um die 22 Grad. Jetzt sind wir zurück auf dem Schiff und relaxen bei Kaffee und Kuchen. Um 17 Uhr legen wir ab und nehmen Kurs auf Andalsnes.
Die Queen
Nach einer gemütlichen Fahrt mit dem ICE checken wir gegen 14 Uhr auf der Queen Mary 2 am Hamburger Cruise Terminal ein. Geht alles extrem problemlos und ist hervorragend organisiert. Hätten wir uns ein Taxi genommen statt zu laufen (Fitnessprogramm zur Vorbeugung), wären wir etwas ausgeruhter angekommen, aber Bewegung ist gut. Nur die Koffer mit den vielen Sachen werden von Meter zu Meter schwerer.
Unsere Kabine ist schnell gefunden, kurzer Check, dann auf zur Schiffserkundung. Erst zum Heck, Poolbar mit schönem Holzboden, sehr schön. Wir holen uns in der Cafeteria etwas Kuchen und einen Kaffee und machen es uns unter der Hamburger Sonne mit Blick auf die Hafencity gemütlich. Bevor wir aufs Zimmer gehen, um die Koffer zu entpacken, erkunden wir noch das Oberdeck. Alles sehr groß und weitläufig. Viel Platz auf der Queen.
Nach dem Auspack- und Wegräumprogramm gönnen wir uns zwei Gläschen des bereitgestellten Champagners und genießen den Ausblick von unserem Balkon auf die Zaungäste. Um 17 Uhr erfolgt die obligatorische Sicherheitsübung auf Deck sieben und danach läuft die Queen Mary aus dem Hamburger Hafen die Elbe hinauf Richtung Nordsee und weiter nach Bergen. Morgen ist Seetag, wie es aussieht bei schönstem Sommerwetter. Bon Voyage.
Rendezvous mit der Queen

Am Samstag haben wir in Hamburg ein Date mit der Queen. Genauer gesagt sind wird mit Queen Mary zum Tee verabredet. Unter anderem. Sie wird für 7 Tage unser neues Zuhause sein. Manchmal auf See, meist jedoch in norwegischen Häfen. Neben dem Start- und Zielort Hamburg, werden wir Bergen, Stavanger, Olden und Andalsnes anlaufen.
Eigentlich war statt Andalsnes Geiranger geplant, aber seit einiger Zeit fährt die Cunard Reederei mit ihren Queens nicht mehr in den Fjord. Geiranger wird jetzt per Bus von Andalsnes angefahren. Informationen warum das so ist, sind spärlich und die offizielle Lesart von Cunard handelt von Sicherheitsbedenken beim Ankern im Fjord.
Andere Stimmen glauben, dass Geiranger die Preise für die Liegezeiten erhöht hat und Cunard daher den beliebten Ort nicht mehr anfährt. In Warnemünde hat diesen Sommer die QE auch schon mal zwei Stunden vor der offiziellen Auslaufzeit den Anker gelichtet und ist zum Ärger vieler Zuschauer einfach abgedampft. Die Briten halt.
Wir sind gespannt ob es so „steif“ wird, wie es sich anhört, oder ob es letztlich doch ganz locker zugeht. Wer „virtuell“ dabei sein möchte, kann das natürlich hier im Blog verfolgen. Am Samstag gehts los. Ahoi.
Ei verbibbscht
Elf Reisebusse, 520 Sachsen und Sächsinnen, rund 1000 Stück Gepäck. Das war der Tag heute direkt vor unserem Wohnmobil. Die Ocean Majesty hat direkt vor uns festgemacht und damit wird der unmittelbare Bereich zur Hochsicherheitszone und extraterritoriales Gebiet. Betreten nur noch mit Reisepass und Buchung zulässig.
Zuerst wurde das Schiff einmal entleert, um danach in einem langwierigen Prozess wieder befüllt zu werden. Alle Koffer müssen durchleuchtet werden, ebenso die Passagiere. Da die Busse am laufenden Band ankamen und sich ihrer Fracht entledigten, stand die Schlange der Reisenden teilweise hundert Meter und mehr vor dem Röntgengerät. Die Älteren, und das war die Mehrzahl der Passagiere, durfte sich netterweise auf kurzfristig organisierte Stühle setzen, um nicht in der Hitze zu kollabieren.
Jetzt ist es halb drei, alle Passagier sind an Bord, die letzten Koffer werden gerade gescannt und die Security baut das erste Zelt schon wieder ab. Da an den regulären Piers die AIDA und die COSTA liegen, wurde alles über den Wohnmobilparkplatz organisiert. Alles sehr familiär. In einer halben Stunde legt das Schiff voller Sachsen ab und wird die norwegische Küste bis nach Molde abfahren. Wenn ihnen in Norwegen also die nächsten 7 Tage Menschengruppen begegnen die etwas merkwürdig reden, keine Angst, die tun nichts, die wollen nur spielen.
Lemminge
Den Menschen zieht es ja immer wieder zum Wasser. Wasser ist Leben und die ersten 9 Monate seines Lebens verbringt der junge Mensch sogar komplett im Wasser. Kein Wunder also, dass, kaum scheint die Sonne vom blauen Himmel, er sich auf den Weg macht, um ans Wasser zu kommen. Dazu setzt er sich zuerst in seine Blechkiste, fährt sodann stundenlang mit vielen anderen auf heissen Betonstrassen, um dann, endlich angekommen, am sandigen Ufer des Meeres mit tausenden eingeölten Individuen dem Sonnenbaden zu frönen.
Bereits ab der dritten Wurfzeltreihe ist das Meer nur noch zu erahnen, während sich um ihn herum Familiendramen abspielen. Bei geschlossenen Augen hört es sich an, als stünde er in der weltgrößten Bahnhofshalle, das leise Meeresrauschen dringt darunter gar nicht mehr hervor. Spätestens nach fünf Stunden nervt der Sand, im Wasser ist auch nur noch stehen möglich und krebsrote Gestalten leuchten heller als die Sonne. Man sehnt sich nach einem kühlen Keller oder einem Zimmer, durch das ein frischer Wind weht, nur um am nächsten Tag pünktlich um zehn Uhr sein Wurfzelt am Strand wieder zwischen vielen anderen Lemmingen aufzubauen. Strandleben macht einfach süchtig.
Schiffsverkehr

Manchmal frage ich mich ja schon, warum wir immer, egal wo wir eventuell vorher hinwollten, in Warnemünde landen, und dann auch immer auf der Mittelmole. Nach dem letzten verlängerten Wochenende zur Warnemünder Woche ist es mir schon klar geworden. Auf der einen Seite steht man dort sehr ruhig, vom Rummel am „Alten Strom“ bekommt man kaum etwas mit, zum anderen wird dem Auge trotzdem dauernd etwas geboten. Das gilt zumindest für den Sommer, wenn die Saison der Kreuzfahrer begonnen hat.












