Maximale Deklination

Lofoten 2012, kurz vor Mitternacht - Foto: h|b
Lofoten 2012, kurz vor Mitternacht – Foto: h|b

Heute ist Winteranfang, Sonnenwende und der kürzeste Tag im Jahr. Ab jetzt geht es wieder aufwärts, die Tage werden minütlich länger und die Helligkeit nimmt wieder zu. Noch ein wenig müssen wir aber die Winterdepression aushalten, uns ab und zu vor die Tageslichtlampe setzen und noch ein wenig vom Vitamin D naschen. Als wir im letzten Sommer mit dem Wohnmobil im Norden von Norwegen unterwegs waren, haben wir einen Riesenvorrat an Sonne speichern können, der uns gut durch den Winter brachte. Dort gab es für rund 12 Tage keinen Sonnenuntergang für uns, an jedem Tag war es 24 Stunden lang taghell. Das ist zwar auch in höchstem Maße verwirrend, man muss sich regelrecht zum Schlafen zwingen, aber immer noch besser als das winterliche Zwielicht und das graue Nebelwetter in Berlin. Träumen wir also über Weihnachten von helleren Zeiten.

Warnemünde … a-ja

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„Wir sind wieder hier, in unsrem Revier, warn nie wirklich weg, haben uns nur versteckt“. So, oder eher ähnlich, sang seinerzeit Marius Müller-Westernhagen einen seiner Songs. Uns geht es ja auch so und daher sind wir wiedermal aus der Hauptstadt und vor allem vor dem Einheitstrubel geflüchtet. Diesmal mit meinem Arbeitgeber, der Bahn, nicht mit dem Wohnmobil. Ausnahmsweise fuhr sogar ein ICE. Eine irgendwie geartete Regelmäßigkeit im Fahrplan ist allerdings nicht zu erkennen. Die nächsten Tage fährt nämlich kein ICE und zurück müssen wir mit dem RE. In zweieinhalb Stunden sind wir direkt von Berlin bis nach Warnemünde gefahren, perfekter geht es nicht. Allerdings über Schwerin, die direkte Strecke scheint immer noch gesperrt zu sein.

Gespannt laufen wir am alten Strom entlang, über die Promenade zum a-ja Ressort. Dort haben wir diesmal ein Zimmer für drei Nächte gebucht. Das Hotel direkt neben dem Neptun hat in diesem Frühjahr aufgemacht und wir haben quasi den Aufbau über die letzten Jahre mitbekommen. Im gleichen Aufwasch wurde auch endlich die heruntergekommene und lange Jahre geschlossene Badewelt wieder hergerichtet und gehört jetzt zum SPA des Hotels. Der Check-In läuft problemlos und kurze Zeit später schauen wir aus dem Fenster im siebten Stock weit über die Ostsee. Alle Zimmer haben Meerblick.
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Um das lange sitzen im Zug zu kompensieren, machen wir uns auf den Weg nach Wilhelmshöhe. Immer am Strand entlang. Zur Stärkung am Ziel ordern wir erstmal zwei Portionen leckeres Kesselgulasch und zur Einstimmung für den Kurzurlaub noch ein Pikkolösche. Dazu genießen wir den weiten Blick von der Klippe über die von blauem Himmel überspannte Ostsee. Zurück in Warnemünde klatschen wir erstmal den Leuchtturm an der Mole ab, unser Ritual. Bringt uns Glück. Daran glauben wir jedenfalls ganz fest. Am Abend geniessen wir einen fantastischen Sonnenuntergang aus unserem Zimmer. Froher Vereinigungstag oder so.
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Watt is?

Das Meer macht Pause - Foto: h|b
Das Meer macht Pause – Foto: h|b

Eins der frustrierenden Dinge an der Nordseeküste ist häufig die Erkenntnis, dass das Meer immer mal wieder Pause macht und dann an der Küste durch dieses „Watt“ ersetzt wird. Man kann dann nicht mehr schwimmen gehen und in den Wellen herumtollen, sondern nur noch „wandern“. Im Watt. Barfuss. Muss man mögen. Unsere Kinder haben das damals nur mit Gummistiefeln mitgemacht. Barfuss kam nicht in die Tüte. Wenn man erstmal im Watt unterwegs ist, immer schön auf die Tidezeiten achten, macht das ja durchaus Spaß. Man gräbt nach Wattwürmern, bohrt die Zehen in den Schlick (geht nur ohne Gummistiefel), oder plantscht durch die Priele. Mit einer Führung erfährt man noch eine ganze Menge mehr: Zu den im Wattenmeer lebenden Säugetieren zählen Seehunde, Kegelrobben und Schweinswale. Im Schlick tummeln sich Muscheln und Krebse, Faden- und Strudelwürmer. Eine außerordentlich große Artenvielfalt ist hier zu Hause. Nicht umsonst hat die UNESCO das Wattenmeer 2009 als grenzüberschreitende Weltnaturerbestätte anerkannt. Da kann man schon mal für sechs Stunden auf die Wellen verzichten.

Lummerland

Fröschn

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In Damp an der Ostsee gibt es braune Frösche. Jede Menge. Kleine und Große. Wenn man nicht aufpasst wo man hintritt, nimmt man einer Prinzessin vielleicht die einzige Chance ihren Prinzen zu finden und zu heiraten. Weiß aber auch nicht, woran man erkennen kann, welcher dieser kackbraunen Frösche nun vielleicht ein verzauberter Prinz ist. Wahrscheinlich sind es aber eh nur gewöhnliche Erdkröten, die hier herumhüpfen. Von Pfütze zu Pfütze. Von denen gibt es hier übrigens jede Menge, in Damp. An der Ostsee. Dort wo in den Siebzigern die Plattenbauten des Westens entstanden, um die Urlauber unterzubringen. Damp 2000, kennt vielleicht noch der eine oder andere westsozialisierte Urlauber.

Ich war ja eher der Nordseetyp, als Kind immer auf Sylt. In Hörnum. Da gab’s nur Quallen, keine Frösche. Aber jetzt stehen wir hier mit dem Wohnmobil in Damp und lauschen dem Regen der auf das Dach trommelt. Das macht er schon den ganzen Tag. Laut Wetterbericht auch noch die halbe Nacht, bevor es dann nur noch bewölkt sein soll. Den Fröschen scheint es immerhin zu gefallen, die hüpfen fröhlich umeinander. Dabei ahnen sie vermutlich nichts von der Gefahr, die von herumschleichenden Menschen ausgeht, die vielleicht mal aufs Klo müssen. Und ratzfatz ist der arme Frosch nur noch Schleim. Das sind Schicksale. Aber kann man nix machen, menschliche Bedürfnisse gehen da eindeutig vor. Liebe Frösche, müsst ihr aufpassen, sonst gibt es ganz schnell „Autschn“. Ist so.

Seetag(e)

Um den Gästen die Möglichkeit zu geben „anzukommen“, ist der erste Tag einer Kreuzfahrt in der Regel ein Seetag. Man ist den ganzen Tag von Wasser umgeben, kann den Gedanken und den Wellen nachhängen und mit jeder Seemeile den Alltag hinter sich lassen. Dazu bietet sich auf den meisten Schiffen die Bar am Heck an, wo man bei einem Cocktail oder einem Kaffee herrlich entspannen kann. Nebenher ist es natürlich auch eine gute Gelegenheit sich mit dem Schiff näher vertraut zu machen. Es ist schließlich die nächsten Tage die vorübergehende Heimat der Kreuzfahrer.

Der „Seetag“ ist auch meist der Tag, wo es auf Kreuzfahrtschiffen abends „Formal“ heisst, also die Herren zum Essen in Anzug und Fliege und die Frauen im langen, oder in einem Cocktailkleid Im Restaurant erwartet werden. Wer das nicht möchte, muss im Buffettrestaurant essen. Aber irgendwie gehört das ja auch dazu. Die alten Zeiten wieder aufleben lassen, wo Schiffsreisen etwas besonderes waren. Noch dazu auf einem britischen Schiff. It’s exciting. Weiterlesen „Seetag(e)“

Auf dem Hausberg von Bergen

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Hej, Hej, heute morgen gegen 9 Uhr legen wir mit der Queen Mary 2 im Containerhafen in Bergen an. Nachdem die gebuchten Touren auf der Strasse sind, gehen wir gemütlich zum Shuttlebus, der uns ins Zentrum bringt. Zur Talstation der Floyenbahn ist es noch ein kurzes Stück, aber mit 2 Kreuzfahrern in Bergen ist dann klar, dass es hier etwas länger dauert.

Nach einer dreiviertel Stunde können wir dann mit der Standseilbahn nach oben fahren. Auf dem Floyen, dem Hausberg von Bergen haben wir eine fantastische Sicht auf die Stadt und natürlich auf „unser“ Schiff. Die kleine AIDA ist kaum zu sehen 😉

Nach einer kleinen Stärkung, machen wir uns zu Fuß den Berg hinunter, so gibts noch ein paar Bilder der Floyen-Bahn von außen. Als wir das letzte Mal mit der Celebrity Century hier waren, hatten wir dicke Winterjacken an und mussten uns wegen Regens zeitweise unterstellen. Heut zeigt sich Bergen von seiner schönsten Seite, blauer Himmel mit neckischen Wölkchen und um die 22 Grad. Jetzt sind wir zurück auf dem Schiff und relaxen bei Kaffee und Kuchen. Um 17 Uhr legen wir ab und nehmen Kurs auf Andalsnes.

Die Queen

Nach einer gemütlichen Fahrt mit dem ICE checken wir gegen 14 Uhr auf der Queen Mary 2 am Hamburger Cruise Terminal ein. Geht alles extrem problemlos und ist hervorragend organisiert. Hätten wir uns ein Taxi genommen statt zu laufen (Fitnessprogramm zur Vorbeugung), wären wir etwas ausgeruhter angekommen, aber Bewegung ist gut. Nur die Koffer mit den vielen Sachen werden von Meter zu Meter schwerer.

Unsere Kabine ist schnell gefunden, kurzer Check, dann auf zur Schiffserkundung. Erst zum Heck, Poolbar mit schönem Holzboden, sehr schön. Wir holen uns in der Cafeteria etwas Kuchen und einen Kaffee und machen es uns unter der Hamburger Sonne mit Blick auf die Hafencity gemütlich. Bevor wir aufs Zimmer gehen, um die Koffer zu entpacken, erkunden wir noch das Oberdeck. Alles sehr groß und weitläufig. Viel Platz auf der Queen.

Nach dem Auspack- und Wegräumprogramm gönnen wir uns zwei Gläschen des bereitgestellten Champagners und genießen den Ausblick von unserem Balkon auf die Zaungäste. Um 17 Uhr erfolgt die obligatorische Sicherheitsübung auf Deck sieben und danach läuft die Queen Mary aus dem Hamburger Hafen die Elbe hinauf Richtung Nordsee und weiter nach Bergen. Morgen ist Seetag, wie es aussieht bei schönstem Sommerwetter. Bon Voyage.

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Rendezvous mit der Queen

Stellprobe für den S/W Ball auf der QM2
Stellprobe für den S/W Ball auf der QM2

Am Samstag haben wir in Hamburg ein Date mit der Queen. Genauer gesagt sind wird mit Queen Mary zum Tee verabredet. Unter anderem. Sie wird für 7 Tage unser neues Zuhause sein. Manchmal auf See, meist jedoch in norwegischen Häfen. Neben dem Start- und Zielort Hamburg, werden wir Bergen, Stavanger, Olden und Andalsnes anlaufen.

Eigentlich war statt Andalsnes Geiranger geplant, aber seit einiger Zeit fährt die Cunard Reederei mit ihren Queens nicht mehr in den Fjord. Geiranger wird jetzt per Bus von Andalsnes angefahren. Informationen warum das so ist, sind spärlich und die offizielle Lesart von Cunard handelt von Sicherheitsbedenken beim Ankern im Fjord.

Andere Stimmen glauben, dass Geiranger die Preise für die Liegezeiten erhöht hat und Cunard daher den beliebten Ort nicht mehr anfährt. In Warnemünde hat diesen Sommer die QE auch schon mal zwei Stunden vor der offiziellen Auslaufzeit den Anker gelichtet und ist zum Ärger vieler Zuschauer einfach abgedampft. Die Briten halt.

Wir sind gespannt ob es so „steif“ wird, wie es sich anhört, oder ob es letztlich doch ganz locker zugeht. Wer „virtuell“ dabei sein möchte, kann das natürlich hier im Blog verfolgen. Am Samstag gehts los. Ahoi.