Seetag(e)

Um den Gästen die Möglichkeit zu geben „anzukommen“, ist der erste Tag einer Kreuzfahrt in der Regel ein Seetag. Man ist den ganzen Tag von Wasser umgeben, kann den Gedanken und den Wellen nachhängen und mit jeder Seemeile den Alltag hinter sich lassen. Dazu bietet sich auf den meisten Schiffen die Bar am Heck an, wo man bei einem Cocktail oder einem Kaffee herrlich entspannen kann. Nebenher ist es natürlich auch eine gute Gelegenheit sich mit dem Schiff näher vertraut zu machen. Es ist schließlich die nächsten Tage die vorübergehende Heimat der Kreuzfahrer.

Der „Seetag“ ist auch meist der Tag, wo es auf Kreuzfahrtschiffen abends „Formal“ heisst, also die Herren zum Essen in Anzug und Fliege und die Frauen im langen, oder in einem Cocktailkleid Im Restaurant erwartet werden. Wer das nicht möchte, muss im Buffettrestaurant essen. Aber irgendwie gehört das ja auch dazu. Die alten Zeiten wieder aufleben lassen, wo Schiffsreisen etwas besonderes waren. Noch dazu auf einem britischen Schiff. It’s exciting.

Erster Seetag – 25.08.2013

So ist an unserem ersten „Formal“-Abend nicht nur der Empfang im Queens Room mit dem Kapitän, nein, nach dem Abendessen steigt auch der „Black&White Ball“. Daher habe ich ein weißes Hemd, eine schwarze Fliege und meinen Nadelstreifenanzug an. Um 19.45 Uhr ist der Empfang und wer möchte, kann ein Bild von sich und dem Kapitän machen lassen. Das Bild muss man natürlich anschließend kaufen, das versteht sich von selbst. Umsonst gibt es hier nichts, schon gar keines der Bilder, die die herumwuselnden Fotografen dauernd von einem knipsen wollen.

Wer kein Bild mit einem Offizier möchte, muss laut Bordbulletin den rechten Eingang zum Queensroom benutzen, alle fotografierwilligen den Linken. Es ist dann natürlich genau andersherum als beschrieben, und so finden wir uns unversehens in einer langen Schlange wieder, die sich zentimeterweise in den Queens Room schiebt. Nach einem kurzen „Hello“ und „Beautiful Ship“ ist das Foto mit Kapitän Kevin Oprey unter einem Portrait der aktuellen Queen gemacht und wir stehen mit einem Glas Sekt mitten im Ballsaal.

Der Kapitän hält dann noch eine launige Ansprache, stellt seine Crew vor und verliest die Zahl der an Bord befindlichen Nationalitäten, Ukraine – 3, Belgien – 4, … England 746, dann kurze Pause, Germany, 1327. Yeahhhh. Gut ein Drittel der Passagiere sind Deutsche und in Hamburg an Bord gekommen und keineswegs alle im Rentenalter, im Gegenteil. Es geht runter bis zum Abijahrgang und zum Kindergarten. Alles an Bord.

Wir wechseln dann in den „Dinermode“, es gibt leckeres Essen im Britannia Restaurant, mit aufmerksamer Bedienung. Es gibt übrigens eine ganze Menge davon, die sich um das leibliche Wohl der Gäste kümmern. Nachdem wir brav alles aufgegessen haben, geht es zurück in den Queens Room, zum „Black&White Ball“. Eine Band spielt überwiegend Swing, Jive, ein wenig Ratpack, ein wenig Sinatra. Wir tanzen eine Runde mit, wechseln dann aber in die Disco. Eher unsere Musik. Bei einem Cocktail und den Bee Gees, oder war es ABBA, oder die Weather Girls, …. lassen wir den Abend ausklingen. Welcome an Board of „Queen Mary 2“.

Zweiter Seetag – 30.08.2013

Nun ist unsere Reise fast rum, wir haben die Elbemündung erreicht, sind jetzt Höhe Cuxhaven, und seit der grandiosen Abfahrt in Hamburg, haben wir gut 1500 Seemeilen zurückgelegt und in Bergen, Andalsnes, Olden und Stavanger Station gemacht. Wir sind den Floyen hinabgestiegen, den Trollstigen hinauf und hinunter gefahren worden, haben gesehen was vom Briksdalsbreen übrig geblieben ist und haben den nebelverhüllten Preikestolen aus dem Lysefjord gesehen.

Den Kopf voller neuer – und alter – Bilder, haben wir uns auf der Queen Mary 2 sehr wohl gefühlt, das Personal ist aufmerksam und freundlich, das Essen lecker und das Schiff strahlt eine gewisse Würde und Ruhe aus. Durch seine spezielle Form als Oceanliner, ist sie auch jederzeit ein Blickfang, egal ob sie in einem Hafen, oder auf Reede liegt. Sie hat uns sicher begleitet und es ermöglicht, wieder mal unser Lieblingsland Norwegen aus einer anderen Perspektive zu sehen. Danke dafür.

Wir fahren jetzt noch rund 80 Kilometer die Elbe hinunter, was den ganzen Abend dauern wird, und legen um 23.30 Uhr im Hamburger Cruise-Center an. Dann müssen wir aber nicht von Bord, sondern bleiben die Nacht auf dem Schiff. Morgen früh nach dem Frühstück müssen wir die QM2 verlassen, Koffer werden heute Abend bereits rausgestellt und eingesammelt, und fahren dann mit der guten Deutschen Bahn wieder zurück ins hektische Berlin. Welcome back.

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