Gegen halb sechs steht die „River Star“, ein Original Mississippi Schaufelraddampfernachbau, ruhig am Ende des Zingster Boddens, unmittelbar neben der Meininger Brücke. Die ist gerade geöffnet und lässt ein paar Segler durch. Doch die Passagiere haben dafür kein Auge, die sind alle Richtung Süden gerichtet. Von dort sollen sie gleich kommen, die Kraniche. Weiterlesen „Der Flug der Kraniche“
Meeresrauschen
Moin, Moin, jetzt waren wir doch erst drei Wochen in den Bergen unterwegs, haben uns die Welt mal aus 3.250 Meter Höhe angeschaut, nur um eine Woche später auf 0 Meter über Normal Null wieder aufs Meer zu schauen. Wir genießen den Ausblick natürlich in Warnemünde, the Place to be. Für uns.
Irgendwie sind wir nicht so die Bergfexe. Die Sicht reicht nur bis zum nächsten Berg, um mehr Überblick zu bekommen muss man erst hoch hinaus, danach dann wieder runter. Auch um von a nach b zu kommen, kurbelt man meist erst kleine Sträßchen hoch, nur um auf der anderen Seite wieder hinunter zu fahren bis die Bremsscheiben glühen.
Da ist der weite Blick, hinaus übers Meer, die Gedanken träumen sich in ferne Länder, doch eher unser Ding. Also eher Strandläufer als Bergfexe. Noch dazu, wenn der Traumstand nur einen Katzensprung von zu Hause entfernt ist. Meer ist eben doch mehr.
Sterngucker
Bevor wir wieder in die Großstadt zurückkehren, treffen wir uns am Samstag noch mit einem lieben Arbeitskollegen an einem der dunkelsten Orte in Brandenburg. Dunkel bedeutet für Astronomen die Abwesenheit von Licht, möglichst komplett. Der Ort Jeßnigk bietet einen Wert von 6.5 mag und besser, was immer das genau bedeuten mag. Leider glänzt der Samstag deutschlandweit auch durch die Abwesenheit von klarem Himmel, so dass es zwar dunkel ist, man aber trotzdem nichts sehen kann.
Als die Sonne gegen acht untergeht, lockert der Himmel allerdings etwas auf und leichte Hoffnung keimt auf. Zumindest bei mir. Die rund 300 anwesenden Hobbyastronomen beim 16. HTT sind da etwas pessimistischer und halten sich lieber an Wein und Bier. Sie glauben nicht mehr an ein Wunder. Ich muss ja, schließlich bin ich extra deswegen hier in die Einöde gekommen. Und das Warten wird auch belohnt.
Als ich um halb zehn wieder mal nach oben schaue um die Lage zu peilen, verstehe ich endlich den Sinn des Liedes: „Weißt du wie viel Sternlein stehen?“. In Berlin ist das einfach zu beantworten: 5! Hier in Jeßnigk erschlägt mich der Blick nach oben. Sterne über Sterne, Tausende, inklusive Milchstraße. WOW. Ich bin begeistert. Die Profis eher so: Naja, könnte besser sein. Ich darf sogar mal in ein Spiegelteleskop nach einem Ringnebel schauen, aber der grandiose Blick einfach nach oben an das große Himmelszelt ist ungleich faszinierender. Nach einer Stunde ist der Spuk vorbei, alles zieht wieder zu. Aber für diese Stunde hat sich die Reise gelohnt.
Farbenspiel
Nach 4 Tagen am Hallstätter See sind wir inzwischen wieder in Deutschland angekommen. Trotz wieder eingeführter Grenzkontrollen zwischen Österreich und Deutschland konnte das niemand verhindern. Als Wiedereingliederungsmaßnahme haben wir in München erstmal 2 Nächte an der Allianzarena gestanden. Mir san mia, is klar.
In München haben wir den dortigen Olympus Playground besucht, mein inzwischen Dritter, nach zweimal Berlin. Nicht so groß, aber wieder ne tolle Location mit fotografisch zu entdeckenden Kunstwerken. Gleichzeitig bot sich die Gelegenheit zwei potentielle Nachfolgemodelle für meine aktuelle Oly zu testen. Bin mir aber auch jetzt noch unsicher.
Nun ist unser Urlaub fast am Ende, aber ein Höhepunkt steht noch aus: Sterne kucken in Jeßnigk am kommenden Wochenende. Die Nacht von Samstag auf Sonntag soll klar werden, also beste Voraussetzungen, um am dunkelsten Ort in Deutschland jede Menge Sterne, Planeten, Milchstraßen und Satelliten zu sehen. Freu mich drauf.
Gletscherschmelze
Allen Gletscher die wir bisher auf unserer Tour besucht haben, ist eins gemein: Sie werden immer kleiner. Ob „Piz Buin“, die „Marmoladas“ oder heute der „Dachsteingletscher“. Im Vergleich von vor hundert Jahren ist oftmals nur noch die Hälfte bis ein Drittel übrig.
Wenn man die „Voher/Nachher-Bilder“ in den Hütten sieht, ist es ein gravierender Wandel. Gerade diese Alpenhütten stellt das zukünftig vor große Herausforderungen, beziehen sie doch oft das Wasser aus den Gletschern und sind damit auf sie angewiesen. Gletscher stellen im übrigen das größte Süßwasserreservoire der Erde dar. Auch das ein Grund sorgsam die Änderungen zu beobachten und das weitere Zurückgehen zu verhindern.
Bella Venezia
Nachdem es in den Bergen begonnen hatte zu regnen, haben wir geschaut, wo in der Nähe noch Sommer ist. Fündig geworden sind wir in Venedig. Die Alpen bleiben in Sichtweite, statt Wolken allerdings blauer Himmel und Sonne satt.
Drei Tage sind wir von Punta Sabbioni mit der Fähre zum Markusplatz gependelt und haben uns die volle Dröhnung Venedig gegeben. Immer auf der Hut in eine asiatische Selfiestange zu rennen, oder Faketaschen von fliegenden Händlern für ein Schnäppchen zu erstehen. Aber hey, besser als Dope im Görli zu verkaufen.
So haben wir auch endlich Mal die Zeit gefunden den Dogenpalst zu besuchen und über die Seufzerbrücke in die ewigen Verließe hinabzutauchen. Ansonsten haben wir uns wie immer durch die Gässchen treiben lassen, oder sind mit den Wasserbussen den Canal Grande entlang geschippert. Ein perfektes Intermezzo.
Seit heute Mittag sind wir zurück in den Bergen, genauer gesagt den Dolomiten. Das schlechte Wetter ist vorbei, ein blauer Himmel mit ein paar pittoresken Wölkchen begleiten uns. Morgen fahren wir hoch auf 3.300 Meter, bzw. lassen fahren. Gletscherausblick garantiert.
Hohe Berge
Wenn es ja in Berlin an einem mangelt, dann sind das Berge. Und komm mir jetzt keiner mit Kreuz-, Müggel- oder Teufelsberg. Echte Berge beginnen bei 2000 Meter. Besser mehr. Wir bewegen uns grad mit unserem Wohnmobil durch Österreich und Italien, mitten durch die Alpen. DAS sind Berge.
Gestern saßen wir auf der Wiesbadener Hütte auf 2443 Metern Höhe, mit Blick auf den Gletscher des Piz Buin auf rund 3.300 Meter. Heute haben wir auf der Fahrt über den Reschenpass nach Meran, den mit Eis und Schnee bedeckten „Hohen Ortler“ mit knapp 3.900 Metern rechts liegen gelassen. Die nächsten Gipfel liegen immer nur einen Blick voraus. Herrlich.
Sonnenfänger
Am Wochenende haben wir versucht die Sonne zu fangen. Wir haben extra bis zum Abend gewartet, erschien uns das einfangen doch sehr viel einfacher, da man sich nicht mehr so leicht die Finger verbrennen konnte. Leider ist sie uns trotzdem immer wieder durch die Finger gerutscht, bis sie gänzlich ins Wasser eingetaucht ist. Das nächste Mal versuchen wir es mit dem Mond, der ist bestimmt viel kühler.
Puttenalarm
Auf der Rückfahrt unserer 3-Seentour machen wir einen Abstecher zum Stift Neuzelle. Wir waren dort schon einmal mit dem Motorrad, wollen uns das aber jetzt noch mal in Ruhe und ohne dicke Motorradklamotten anschauen. Vorher stärken wir uns in der – direkt vor dem Kloster liegenden – Klosterklause. Es gibt dort so leckere Sachen wie den „Schlaubetalteller“ oder „Neuzeller Schwarzbierbraten“. Allerdings haben wir die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Oder besser: Ohne die Bedienung. Weiterlesen „Puttenalarm“
Partynacht am See
Der letzte See ist dann doch schon etwas weiter weg von Berlin, gut zweidrittel des Weges nach Dresden. Dort, direkt am Ufer des Senftenberger Sees, gibt es allerdings einen sehr schön ausgebauten Stellplatz für rund 20 Wohnmobile. Die Platzwirtin hat noch ein Plätzchen für uns und begrüßt uns mit einem launigen „Naaamd, ick wills nur jleich saachen, hier is heut Abend Paaarty“. Kurzer Blick in die Runde, nichts zu sehen. Wir antworten: „Keen Problem, wir kommen aus Friedrichshain“.
Das „…heute Abend Party…“ entpuppt sich allerdings dann als Mega Strandparty und lässt unser Wohnmobil im Takt der wummernden Bässe bis drei Uhr in der Nacht vibrieren. Au weia. Als erfahrener Wohnmobilist hat man zwar für solche Fälle Oropax dabei, aber bei 100 Meter Luftlinie zwischen Boxen und Stellplatz – etwas geschützt durch einen dazwischenliegenden Hügel mit Baumbewuchs – hilft das nur eingeschränkt. Zur Belohnung hängen am nächsten Tag frische – noch leicht warme – Brötchen am Wohnmobil. Bei unserem nächsten Besuch bringen wir noch die Fahrräder und Badesachen mit, perfekt für ein langes – und dann hoffentlich erholsames – Wochenende.

