Um einem schönen, aber vielleicht etwas langweiligem Wald etwas mehr Faszination zu geben, kann mit kleinen fotografischen Mitteln den „Spookyness“-Faktor etwas erhöhen. Eine Möglichkeit ist das „Verwischen“. Da sich der Wald nicht bewegt, zumindest sollte er das im Normalzustand nicht, gebe ich ihm mit einem kleinen Mitzieher und einer etwas längeren Belichtungszeit, in diesem Fall einer 125stel Sekunde bei Blende 9 die benötigte Dynamik mit, in dem ich die Kamera mit dem Auslösen leicht nach oben ziehe. Etwas Betonung auf das Grüne in der Nachbearbeitung und die Helligkeit etwas überbetonen, fertig ist der kleine Gespensterwald, der übrigens in Warnemünde zu finden ist.
Raubmöwen
Wie die Geier kreisen Sie über Backfisch-Udo am alten Strom in Warnemünde. Immer auf der Suche nach dem nächsten Opfer. Ein ohrenbetäubendes Gekreische begleitet das Spektakel und jeder der sich vielleicht gerade ein Backfischbrötchen gekauft hat, tut gut daran entweder einen Schirm aufzuspannen, oder den Oberkörper schützend über das Objekt der Begierde zu beugen.
Denn die Möwenmeute, die wie kleine Kampfbomber immer wieder zwischen die Passanten stoßen, lauern mit ihren kleinen Augen auf den einen unbedachten Moment. Den Moment, wenn das Essen unbedacht gehalten wird. Dann schlagen sie zu. Im besten Fall können sie es festhalten und sofort damit verschwinden, im ungünstigsten Fall schlagen sie es aus der Hand und es fällt auf den Boden. Dann ist das Gekreische noch lauter, denn jetzt geht es ums Ganze. Wer erobert die Trophäe. Verloren hat auf jeden Fall der „Gourmet“ der sich eben noch auf sein Fischbrötchen freute.
Barcelona
Nach 1845 Seemeilen einmal kreuz und quer durch das Mittelmeer und Unmengen von Tempotaschentüchern komme ich doch noch dazu am letzten Januartag einen Blogpost zu schreiben. War ja etwas dünn im Januar. Leider hatte mich eine Erkältung direkt vor dem Urlaub erwischt, während der Kreuzfahrt war zwar gesundheitlich alles okay, aber das Roaming macht es auch nicht einfacher etwas zu veröffentlichen, und kaum war ich wieder zu Hause in Berlin, pääääng, Schüttelfrost und Fieber, wieder Bett. Das macht alles so keinen Spaß und ich hoffe mein Kontingent ist für dieses Jahr erfüllt. Es reicht.
Das Foto entstand im Landeanflug auf Barcelona, morgens gegen halb neun. Ich hatte gehofft, dass wir den Hafen so überfliegen, da der Flughafen etwas unterhalb von Barcelona liegt und extra Sitzpätze auf der rechten Seite gebucht. Die Morgensonne taucht Barcelona in goldenes Licht und am unteren Rand liegt das Ziel unserer Flugreise, die „Norwegian Epic“, die uns 11 Tage durchs Mittelmeer als neues „Zu Hause“ dienen sollte. Das Wetter war dann kühler als erwartet, selbst die Einheimischen in den besuchten Städten waren etwas verwirrt über Temperaturen um die 5 Grad Marke. Musste mir in Palermo extra noch eine dicke Daunenjacke zulegen. Insgesamt eine sehr schöne Tour, von der noch einige Blogposts folgen werden.
Eisblumen
Statt Eisblumen am Fenster zu Hause in Berlin, haben wir uns heute zwei mallorquinische Eisblumen aus leckerer Eiskrem in Palma gegönnt. Bei sonnigen 17 Grad ein Genuss. Leider ist heute der letzte Tag unserer Kreuzfahrt mit der Norwegian Epic, morgen fliegen wir zurück ins winterliche Deutschland.

Bella Sicilia
Heute sind wir auf unserer Mittelmeer-Kreuzfahrt mit der Norwegian Epic am südlichsten Punkt unserer Reise angekommen, in Palermo auf Sizilien. Die gestrige Überfahrt von Sardinien nach Sizilien war etwas…. mmhhhh, turbulent. Die Schiffsplanken haben ganz schön geschwankt und uns war auch leicht blümerant um die Nase.
Ich hatte ja gehofft in Palermo bereits unter blühenden Palmen die wärmende Frühlingssonne genießen zu können, stattdessen habe ich mir bei H&M erstmal eine Daunenjacke gekauft. Wie ihr auf dem Bild sehen könnt, ist auch hier Winter. Im Gegensatz zu Berlin liegt aber in Palermo selbst kein Schnee und wenn die Sonne scheint und man ein windstilles Plätzchen gefunden, dann, ja dann liegt durchaus ein Hauch von Frühling in der Luft.
Ein Blick zurück
Da im TV aktuell die Jahresrückblicke laufen, es gibt die Toten des Jahres, die Tiere des Jahres, die Aufreger des Jahres, zeige ich hier für mich – und natürlich für euch – meine kleine Auswahl der Bilder des Jahres zum langsam durchblättern und genießen. Das hier ist ja schließlich in erster Linie ein Fotoblog. Weiterlesen „Ein Blick zurück“
Mitfahrgelegenheit
So ein kleiner Spatz will wahrscheinlich auch nicht so einfach den ganzen Tag durch die Gegend fliegen, sondern auch mal mitgenommen werden. Mit ihm stürzte sich gleich ein ganzer Schwarm auf mein Fahrrad, als ich im Frühherbst unterwegs zur Ostspitze des Darß war und eine kleine Pause einlegte. Bis ich die Kamera so weit hatte, blieb nur noch einer übrig, aber auch der zog es nach dem Fototermin vor, lieber wieder selbst zu fliegen, statt sich von mir fahren zu lassen. Schade eigentlich, hätte nichts gegen ein bißchen Gesellschaft gehabt.
[Olympus E-M5, 150mm, ISO 500, 1/320, f5.6]
Entscheidungsfreiheit
Normalerweise hängen ja die Brücken voll mit Vorhangschlössern auf denen die ewige Liebe prognostiziert wird. Das krasseste Beispiel ist da wohl die Hohenzollernbrücke in Köln, an der tausende dieser Schlösser hängen. Auch in Warnemünde musste man bereits bei der Brückenrenovierung am alten Strom die Schlösser entfernen, da die Konstruktion sehr überlastet war.
Ein neuer und erstaunlicher Trend scheint indessen zu sein, auch seine erfolgreiche Scheidung per Schloss zu demonstrieren und zu besiegeln. Hier gesehen an der Seebrücke auf Zingst, aber auch andernorts bereits gesichtet.
Transparent
Auf dem Olympus Playground in München – den wir im September besucht haben – gab es eine interessante Installation. Das Künstlerkollektiv „Numen for use“ erschuf mit transparentem Klebeband ein riesiges Labyrinth aus Tunneln und Räumen, das aus der Ferne wie eine riesige Insektenhöhle wirkte, die teils aufrecht und teils auf allen Vieren kriechend entdeckt werden konnte.
Trotz des filigranen Aussehens konnte man ohne Probleme mit mehreren Personen darin herumkrabbeln, posen, fotografieren, ohne das Kunstwerk damit in Bedrängnis zu bringen. Von außen waren die Personen nur schemenhaft, wie eingefroren in einem großen Eisblock, zu erkennen. Konserviert für die Ewigkeit. Faszinierend.
Monotonie
Es ist wie es ist,
sagt man sich, doch wagt man nicht,
sich zu fragen wie es wär‘,
einen anderen Blickwinkel zu haben.
Stoisch, Tag ein und Tag aus
lebt man so hin, wo bleibt denn der Sinn
sich nicht zu fragen:
Wo kommt sie her, die Monotonie?
Ist es egal, so ganz egal
wenn irgendetwas anders wär‘?
Was Neues muss her! Was Altes bleibt weg!
Und die Monotonie fällt gänzlich raus.
Carina Dreißig
