Der finale Untergang

Sonnenuntergang am Strand von Warnemünde

Der vierte Sonnenuntergang in unserem kleinen Silvesterurlaub ist auch gleichzeitig der letzte für 2013. Das Jahr endet für uns damit 365 Tage später – so wie es begonnen hat – standesgemäß in Warnemünde. Diesmal haben wir es uns allerdings gemütlich gemacht und im Hotel eingecheckt.

Es war ein ereignisreiches Jahr. Wir haben wieder einiges von Europa gesehen, haben ganz im Süden Sizilien umrundet, und später im Norden mit der Queen die Gletscher besucht. Die vielen kleinen Fluchten an die See brachten uns im Frühjahr zuerst nach Zingst auf die nordöstliche Seite der Ostsee und im Spätsommer weit raus bis nach Helgoland mitten in der Nordsee.

In Berlin versuchte ich im Frühjahr zusammen mit David Hasselhoff die Mauer zu retten, aber das „Living Level“ an der Spree konnte auch später von Pink Floyds Frontsänger nicht verhindert werden. Wobei die sich ja auch eher damit auskennen Mauern zum Einstürzen zu bringen.

War also ein spannendes Jahr und ich hoffe, dass das für 2014 auch zutrifft. Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern meines kleinen Blogs ein frohes und erfolgreiches neues Jahr. Wir lesen uns natürlich wieder in 2014. In diesem Sinne…. Lasst es krachen.

Das weiche Wasser bricht den Stein

Steine am Strand

Steine. Große Steine, bunte Steine, Stein in schwarz-weiss, Steine in grün. Ach nein, das sind glattgeschliffene Glasreste. Irgendwie über die Ostsee an den Strand gespült. Gibt es auch in anderen Farben. Unendlich viele Steine liegen am Strand von Warnemünde. Kurz vor Wilhelmshöhe. Drumherum liegt klassisch Sand. Was auch sonst.

Direkt an der Wasserlinie liegen auch viele Steine. Die Wellen bringen sie im Sekundenabstand dazu, sich mit sich selbst zu reiben. Man kann das gut hören. Tausende Steine die bei jeder Welle aufstöhnen. Sie reiben sich auf. Langsam. Wenn ich hier jetzt für die nächsten zehntausend Jahre stehen bleiben würde, könnte ich zusehen, wie aus den Steinen langsam Sand wird. Wahrscheinlich wäre das auf die Dauer allerdings etwas langweilig. So setze ich den Steinen lediglich hier an dieser Stelle ein fotografisches Denkmal.

Warnemünde … a-ja

20131003-201759.jpg
„Wir sind wieder hier, in unsrem Revier, warn nie wirklich weg, haben uns nur versteckt“. So, oder eher ähnlich, sang seinerzeit Marius Müller-Westernhagen einen seiner Songs. Uns geht es ja auch so und daher sind wir wiedermal aus der Hauptstadt und vor allem vor dem Einheitstrubel geflüchtet. Diesmal mit meinem Arbeitgeber, der Bahn, nicht mit dem Wohnmobil. Ausnahmsweise fuhr sogar ein ICE. Eine irgendwie geartete Regelmäßigkeit im Fahrplan ist allerdings nicht zu erkennen. Die nächsten Tage fährt nämlich kein ICE und zurück müssen wir mit dem RE. In zweieinhalb Stunden sind wir direkt von Berlin bis nach Warnemünde gefahren, perfekter geht es nicht. Allerdings über Schwerin, die direkte Strecke scheint immer noch gesperrt zu sein.

Gespannt laufen wir am alten Strom entlang, über die Promenade zum a-ja Ressort. Dort haben wir diesmal ein Zimmer für drei Nächte gebucht. Das Hotel direkt neben dem Neptun hat in diesem Frühjahr aufgemacht und wir haben quasi den Aufbau über die letzten Jahre mitbekommen. Im gleichen Aufwasch wurde auch endlich die heruntergekommene und lange Jahre geschlossene Badewelt wieder hergerichtet und gehört jetzt zum SPA des Hotels. Der Check-In läuft problemlos und kurze Zeit später schauen wir aus dem Fenster im siebten Stock weit über die Ostsee. Alle Zimmer haben Meerblick.
20131003-201853.jpg
Um das lange sitzen im Zug zu kompensieren, machen wir uns auf den Weg nach Wilhelmshöhe. Immer am Strand entlang. Zur Stärkung am Ziel ordern wir erstmal zwei Portionen leckeres Kesselgulasch und zur Einstimmung für den Kurzurlaub noch ein Pikkolösche. Dazu genießen wir den weiten Blick von der Klippe über die von blauem Himmel überspannte Ostsee. Zurück in Warnemünde klatschen wir erstmal den Leuchtturm an der Mole ab, unser Ritual. Bringt uns Glück. Daran glauben wir jedenfalls ganz fest. Am Abend geniessen wir einen fantastischen Sonnenuntergang aus unserem Zimmer. Froher Vereinigungstag oder so.
20131003-201937.jpg

Ei verbibbscht

20130803-144240.jpg

Elf Reisebusse, 520 Sachsen und Sächsinnen, rund 1000 Stück Gepäck. Das war der Tag heute direkt vor unserem Wohnmobil. Die Ocean Majesty hat direkt vor uns festgemacht und damit wird der unmittelbare Bereich zur Hochsicherheitszone und extraterritoriales Gebiet. Betreten nur noch mit Reisepass und Buchung zulässig.

Zuerst wurde das Schiff einmal entleert, um danach in einem langwierigen Prozess wieder befüllt zu werden. Alle Koffer müssen durchleuchtet werden, ebenso die Passagiere. Da die Busse am laufenden Band ankamen und sich ihrer Fracht entledigten, stand die Schlange der Reisenden teilweise hundert Meter und mehr vor dem Röntgengerät. Die Älteren, und das war die Mehrzahl der Passagiere, durfte sich netterweise auf kurzfristig organisierte Stühle setzen, um nicht in der Hitze zu kollabieren.

Jetzt ist es halb drei, alle Passagier sind an Bord, die letzten Koffer werden gerade gescannt und die Security baut das erste Zelt schon wieder ab. Da an den regulären Piers die AIDA und die COSTA liegen, wurde alles über den Wohnmobilparkplatz organisiert. Alles sehr familiär. In einer halben Stunde legt das Schiff voller Sachsen ab und wird die norwegische Küste bis nach Molde abfahren. Wenn ihnen in Norwegen also die nächsten 7 Tage Menschengruppen begegnen die etwas merkwürdig reden, keine Angst, die tun nichts, die wollen nur spielen.

Lemminge

20130802-182802.jpg

Den Menschen zieht es ja immer wieder zum Wasser. Wasser ist Leben und die ersten 9 Monate seines Lebens verbringt der junge Mensch sogar komplett im Wasser. Kein Wunder also, dass, kaum scheint die Sonne vom blauen Himmel, er sich auf den Weg macht, um ans Wasser zu kommen. Dazu setzt er sich zuerst in seine Blechkiste, fährt sodann stundenlang mit vielen anderen auf heissen Betonstrassen, um dann, endlich angekommen, am sandigen Ufer des Meeres mit tausenden eingeölten Individuen dem Sonnenbaden zu frönen.

Bereits ab der dritten Wurfzeltreihe ist das Meer nur noch zu erahnen, während sich um ihn herum Familiendramen abspielen. Bei geschlossenen Augen hört es sich an, als stünde er in der weltgrößten Bahnhofshalle, das leise Meeresrauschen dringt darunter gar nicht mehr hervor. Spätestens nach fünf Stunden nervt der Sand, im Wasser ist auch nur noch stehen möglich und krebsrote Gestalten leuchten heller als die Sonne. Man sehnt sich nach einem kühlen Keller oder einem Zimmer, durch das ein frischer Wind weht, nur um am nächsten Tag pünktlich um zehn Uhr sein Wurfzelt am Strand wieder zwischen vielen anderen Lemmingen aufzubauen. Strandleben macht einfach süchtig.

Schiffsverkehr

Die AIDAmar kurz vor dem Auslaufen vor hunderten Schaulustigen am Kai - Foto: h|b
Die AIDAmar kurz vor dem Auslaufen vor hunderten Schaulustigen am Kai – Foto: h|b

Manchmal frage ich mich ja schon, warum wir immer, egal wo wir eventuell vorher hinwollten, in Warnemünde landen, und dann auch immer auf der Mittelmole. Nach dem letzten verlängerten Wochenende zur Warnemünder Woche ist es mir schon klar geworden. Auf der einen Seite steht man dort sehr ruhig, vom Rummel am „Alten Strom“ bekommt man kaum etwas mit, zum anderen wird dem Auge trotzdem dauernd etwas geboten. Das gilt zumindest für den Sommer, wenn die Saison der Kreuzfahrer begonnen hat.

Weiterlesen „Schiffsverkehr“

Extreme Entschleunigung

Während unseres Wochenendausfluges nach Warnemünde, hatte ich die Gelegenheit einmal mit einem alten Segler in See zu stechen. Zur Warnemünde Woche ist die „Präsident Freiherr von Maltzahn“ aus Övelgönne mit ihrer Crew herübergekommen und bietet die ganze Woche dreieinhalbstündige Touren auf der Ostsee an. Das Schiff lief 1928 als Fischerboot von der Reede und fungiert heute als schwimmendes Museumsschiff. Da sie direkt vor unsere Wohnmobilnase festgemacht hat, gehe ich kurz rüber und nach einem kurzen Schnack von der Mole, darf ich an Bord kommen und mir für 35 Euro mein Ticket für den nächsten Tag mitnehmen.

Erfolgreich angeheuert - Foto: u|b
Erfolgreich angeheuert – Foto: u|b

Weiterlesen „Extreme Entschleunigung“

Frukost

20130414-173525.jpg

Morgens um halb zehn irgendwo im Nordosten von Deutschland. Vor einem blau-gelben Möbelhaus ballen sich bereits vor Öffnung der großen Drehtür die Menschen. Gibt es heute irgendwas billiger? Zwei Billys zum Preis von einem, ein Birkelandbett zum Mitnahmepreis? Wir sitzen auf dem Parkplatz gemütlich im Wohnmobil, betrachten entspannt die Szenerie und warten auf den beginnenden Einlass. Keine Lust anzustehen, es nieselt. Kurze Zeit später kommt Bewegung in die Massen, es geht los. Wir steigen aus und entern den ersten Stock. Hier befindet sich das große Restaurant und hier treffen wir die Massen wieder. Weiterlesen „Frukost“

Sssteife Brise

20130202-170347.jpg

Heute pfeift ein kräftiger Nordwestwind über Warnemünde und die brave Ostsee ist darüber richtig aufgewühlt. Hält sich fast für die Nordsee. So wellentechnisch. Wir lassen uns davon aber nicht schrecken und nachdem die letzten Schneeflocken bei knapp unter Null Grad vom Himmel gefallen sind, machen wir uns auf den Weg nach Wilhelmshöhe. Das erste Mal in 2013.

Weiterlesen „Sssteife Brise“