Drei Jungs, ein mächtiges Drumset in verschiedenen Ausprägungen, eine begeisterte Menge und ein nicht enden wollendes Trommelsolo. Mehr braucht es nicht, um die Stimmung an einem sonnigen Sonntag im Mauerpark zum Kochen zu bringen. Was die drei Jungs da abziehen, ist allerdings auch erste Sahne, falls man diesen Begriff heute noch verwendet. In Konzerten ist das ja oft einer der Höhepunkte, wenn der Schlagzeuger seine 5 Minuten bekommt und sich völlig verausgabt, oder wer erinnert sich nicht an „Animal“ von den Muppets hinter seinem Schlagzeug, aber hier spielt das Drumset die Hauptrolle. Es gibt keine anderen Instrumente die stören könnten. Die 3 spielen sich über eine halbe Stunde den Rhythmus zu, von rechts nach links, von links nach rechts. Wahnsinn. Wer mal die Gelegenheit hat, an einem der nächsten sonnigen Tage den Mauerpark zu besuchen, sollte sich das nicht entgehen lassen. Es macht einfach gute Laune.
Room for a light
Ryan Keen, Singer/Songwriter aus UK beim Videodreh – Foto: h|b
Ryan Keen, Singer/Songwriter aus Totnes in Großbritannien, tourt gerade mit Sunrise Avenue durch die deutschen Arenen. Da er von dem Label betreut wird, in dem meine Tochter Sara gerade ihre Ausbildung macht, ergab sich heute nachmittag die Gelegenheit ihn kennen zu lernen. Ein symphatischer junger Mann im dunklen Hoody, vor sich den roten Gitarrenkoffer, begrüßt mich herzlich. Wir treffen noch einen Kameramann, denn es soll einen kurzer Vidoedreh für die Presse geben. Eine gute Gelegenheit für mich, meine E-M5 und mich auf Alltagstauglichkeit zu testen. Vorsichtshalber montiere ich noch den Batteriegriff unter die Kamera, denn draussen ist es kalt und das ist meist nicht gut für die Batterien.
Sara als „supporting act“ für Ryan Keen – Foto: h|b
Wir suchen uns ein Plätzchen mit nettem Hintergrund, aber das ist an einem sonnigen Sonntagnachmittag im Mauerpark alles andere als einfach. Gefühlt steht jede 50 Meter ein Künstler und buhlt um die Gunst der Mauerparkbesucher. Am Auditorium, wo sonst das sonntägliche Karaoke stattfindet, hat sich „spontan“ ein Flashmob eingefunden. Geht aber prima als Hintergrund. Die Kamera läuft, Ryan singt einen Song aus seinem neuen Album „Room for a light“. Sänger, Kameramann und Fotograf erregen gemeinsam genug Aufmerksamkeit, so dass Besucher stehenbleiben und Ryan zuhören. Sara verteilt derweil fleissig die Flyer, in denen darauf hingewiesen wird, dass Ryan am 21. März ein „free Concert“ im „nhow“, dem Musikhotel direkt an der Spree, geben wird.
Wer also in Berlin wohnt, ist herzlich eingeladen vorbeizuschauen. Die „Room for a light tour“ mit Ryan Keen startet dann im Mai 2014. Die Glücklichen, die Karten für das ausverkaufte Konzert von Sunrise Avenue in der Max-Schmeling-Halle haben, können ihn da morgen schon singen hören.
Zur freien Verwendung
So manches mal geht einem ja so das eine oder andere aufn Keks. Sei es die Schweiz, die neuste Diätenerhöhung, der unkaputtbare Berliner Wowi, oder einfach das Berliner Wetter. Wobei … dieses Jahr hat man eigentlich gar nix richtig zu meckern, merkwürdig. Ist ja auch schon fast wieder ein Grund. Also für alle, denen auch was so richtig auf den Sack geht, hier ist das ultimative Bild zur freien Assoziation und weiteren Verwendung. Nutzt die Gelegenheit, danach gehts uns sicher wieder besser.
Die Gier nach dem schnellen Geld
Naaa, wo ist sie wohl die Erbse? – Foto: h|b
Man sollte ja meinem, dass inzwischen niemand mehr darauf hereinfällt. Aber das – vermeintlich – schnelle Geld lockt doch noch den Einen oder Anderen. Gut, meistens sind es Touristen die ihr Geld verlieren, aber so weltfremd kann man doch eigentlich in Spanien oder Italien auch nicht sein. Um was es geht? Um’s Hütchenspiel natürlich. In Berlin sind die osteuropäischen Clans meist rund um den Berliner Dom anzutreffen. Auf dem Bürgersteig ein Pulk laut durcheinanderschreiender Menschen, Männer und Frauen verschiedenen Alters, wecken die Aufmerksamkeit der Passanten. Zusätzlich, um besser auszuspähen wessen Aufmerksamkeit man vielleicht sonst noch auf sich zieht, stehen meist weitere Personen im näheren Umfeld und beobachten die Szenerie. Bei Gefahr im Verzug, meist Polizei, gellt ein Pfiff und die ganze Truppe verstreut sich schnellstens in alle Winde. Weiterlesen „Die Gier nach dem schnellen Geld“
Paradies für Cineasten
Kino ohne roten Teppich – Foto: h|b
Im Fernsehen laufen gerade die obligatorischen Interviews am roten Teppich des Berlinalepalastes. Festivalleiter Dieter Koslick freut sich, dass der Winter rechtzeitig eine Pause einlegt und er deshalb seine Ohrschützer zu Hause lassen kann, Cristoph Waltz, diesmal in der Berlinale-Jury, tut kund, dass er gerade in Amerika Inglourious Basterds 2 gedreht hat – und ich Dummchen dachte Hitler wäre tot – und Anke Engelke moderiert wie jedes Jahr im fliegenden Wechsel zwischen Deutsch und Englisch die Premierenfeier.
Es ist Berlinalezeit. Die 64. Berlinale findet in Berlin statt und der Boulevard ist aus dem Häuschen. Im Laufe des Jahres sind ja eine Menge Stars in der Stadt und die meisten deutschen Schauspieler wohnen wohl eh hier, aber das Filmfestival ist sicher der Höhepunkt. Für Cineasten, Groupies, Autogrammsammler und natürlich auch für die Presse. Glücklicherweise sind nicht alle Kinos im „Fieber“, das „Intimes“ in Friedrichshain bietet weiterhin Kinokost etwas außerhalb des Mainstreams. Auch dürfte es hier Kinokarten geben, ohne extra dafür vor der Kasse zu übernachten.
Goldener Februar
Lange Belichtungszeit
Ein Treppenhaus im „Dresdner Zwinger“ als Vorlage für ein Gemälde – Foto: h|b
Wo unsereiner meist das Erstellen einer Abbildung mittels fotografischem Equipment in 100stel Sekunden berechnet, sitzt der klassische Maler schon mal einen ganzen Tag, oder länger, an seiner Staffelei, um am Ende ebenfalls ein Abbild dessen zu schaffen, was er vor sich sieht. Dazu braucht es Talent, Geduld und ein gutes Auge. Das sich entwickelnde Bild auf der Staffelei entsteht in vielen Schichten.
Hier trägt der Maler ein wenig Licht auf, dort wird die Luminanz angehoben, und vielleicht noch an anderer Stelle der Kontrast verstärkt. Eigentlich alles so ähnlich, wie wir das später mit unseren Fotos in in der EBV machen. Am Ende steht allerdings im Fall des Malers ein in vielen Stunden entstandenes Bild, welches sicher nicht auf irgendeiner Festplatte verschimmelt, sondern hoffentlich ein schönes Plätzchen an der Wand bekommt.
– Gesehen an unserem Wochenende in Dresden –
Fragile Aussenstruktur
Wundersame Gebilde aus Wasser und Seife – Foto: h|b
Man sieht sie in vielen großen Städten, meist dort wo Touristen unterwegs sind. In Berlin rund um das Brandenburger Tor, in Dresden vor der Frauenkirche, in Köln auf der Domplatte. Künstler machen Kunst für den Augenblick. Vergänglich, bunt, fragil. Die Kunst überlebt oft nur Sekunden, je nach dem wie schnell die Kinder sind, die juchzend den riesigen, bunten Blasen hinterherspringen. Sie anpieksen und betröppelt schauen, wenn das Seifenwasser sie nass macht. Das hält sie aber nicht davon ab, sich sofort auf die nächsten Seifenblasen zu stürzen, die langsam der Erde entgegentorkeln.
Die Erwachsenen stehen eher und schauen mit einem wissenden Lächeln dem bunten Treiben zu. Erinnern sich an die Pustefix-Seifenblasen, die zwar auch schöne bunte Blasen machten, aber niemals so Große, wie sie da jetzt aus dem Eimer gezaubert werden. Der Seifenblasenkünstler taucht seine Stangen mit einer Art großem Lasso in den Eimer mit Seifenlauge, zieht in heraus und hält ihn in den Wind. Der zaubert daraus bunte Kunstwerke, wie sie sonst nur von Glasbläsern im Kleinen erzeugt werden. Man freut sich daran und überlegt dabei, wo man jetzt am schnellsten ein Pustefix herbekommt, um selbst wieder mal diese kleinen, buntschillernden Kugeln mit ihrer transparenten und fragilen Außenstruktur zu erzeugen.
Shuffle Mode
Fortbewegung wie auf rohen Eiern – Foto: h|b
Heute morgen schreckt mich eine krächzende und scheppernde Lautsprecherstimme aus dem Straßenbahnnickerchen. Die BVG Leitstelle teilt mit, dass beim Aussteigen Vorsicht geboten sein, da es glatt sein könne. Mein ungläubiger Blick aus dem Fenster zeigt eine normale, leicht nasse Strasse. Es nieselt. Und genau das ist der Knackpunkt. Der Nieselregen trifft nämlich auf gefrorenen Boden. Das Ergebnis: Blitzeis.
Als ich am Nordbahnhof aussteige und probehalber ein wenig herumwutsche, merke ich es sofort. Glatt. Sehr glatt. Arschglatt. Alle Menschen um mich herum, bewegen sich spontan nur noch mit kleinen Trippelschritten vorwärts. Das kleine Kopfsteinpflaster ist in der Tat so rutschig wie Schmierseife. Wer weiß, wie viele jetzt ohne die Warnung bereits am Boden lägen. Also danke liebe BVG, auch wenn ich erst ein wenig genervt war. Ach ja, bis heute Abend zählte die Rettungsleitstelle in Berlin knapp 1000 Unfälle und Verletzte. Viele davon mit Prellungen und Brüchen.
An einem Sonntag in Treptow
Der tägliche Wahnsinn in Berlin – Foto: h|b
Der Makler der um kurz vor halb vier in Treptow an der Baumschulenstraße 84 eintrifft ist leicht irritiert. „Ich hoffe sie warten alle auf den Bus?“ begrüßt er die ca. 30-40 Herumstehenden, die ihm aber den Gefallen nicht tun wollen. Es wartet nämlich keiner auf den Bus, sondern alle auf die Wohnungsbesichtigung der Einraumwohnung im Hinterhaus. Zu bisherigen Terminen waren wohl immer nur 2-3 Leute gekommen, die Wohnung steht schon länger zur Vermietung, weswegen er auch heute nur 10 Exposees dabei hat. Die Mietwilligen werden kurz in kleinen Gruppen durch die Wohnung gelassen, was aber in knapp 10 Minuten erledigt ist und dann gebeten im Hof zu warten. Draussen nieselt es als passende Begleitung grau von oben auf die Wohnungssuchenden herunter. Nach einer kleinen abschließenden Ansprache zur Wohnung auf dem Hof ist die Sache dann auch schon erledigt.
Nicht dass jemand denkt, wir suchen was Neues, nee, 30 Quadratmeter wären doch etwas zu klein, aber unsere Tochter hat die Nase voll von ihrer WG und möchte gern wieder allein wohnen. Sie hätte die Wohnung natürlich gern, für eine Person ist sie recht schnuckelig, noch dazu frisch renoviert und relativ preiswert, aber leider liegt es in der Entscheidung der Wohnungsgesellschaft und die schaut nur auf das Exposee. Darauf fusst letztendlich die Entscheidung am kommenden Mittwoch, auf die man nach der Abgabe keinen Einfluss mehr hat. Ehrlich gesagt, bin ich bei der aktuellen Wohnungssituation in Berlin heilfroh keine Wohnung suchen zu müssen.



