Seit gestern läuft die #berlinphotoweek in Berlin, unter anderem im alten Kraftwerk in Kreuzberg, in der Köpenicker Strasse. Neben kostenpflichtigen Vorträgen, gibt es auch eine Exhibition Karte, die zum generellen Eintritt, den Besuch der Fotoausstellung und natürlich zum schlendern rund um die Anbieter von Kameras und Zubehör berechtigt. Manchmal kann man auch irgendwas mitmachen, ist aber eher zufällig. Fotografisch durchaus einiges zu sehen und natürlich auch die Herausforderung selbst aktiv zu werden. Wer noch hinwill… läuft bis morgen und… Kamera nicht vergessen 😉
Pomnik Chrystusa Króla
Der Besuch der weltgrößten Christusstatue in Świebodzin in Polen stand schon länger auf unserer Agenda. So nutzten wir am letzten Wochenende die Gelegenheit unserem Wohnmobil ein wenig Auslauf zu gönnen und fuhren in unser Nachbarland Polen. Obwohl es näher liegt, als alle Ziele die wir bisher so angefahren haben, ist Polen irgendwie „Terra incognita“ geblieben. Das müssen wir dringend ändern.

Bilbao
„Sich neu erfinden oder sterben, dieses Motto hat das alte Bilbao umgesetzt. Die Industriestadt war vom wirtschaftlichen Niedergang gezeichnet. Nach Eröffnung des Guggenheim-Museums gelang der Stadt eine wirtschaftliche Neupositionierung: sie wandelte sich zur kulturellen Metropole“. Soweit der Werbesprech. Auch wir haben die baskische Hauptstadt Bilbao wegen des architektonischen Highlights vom amerikanischen Architekten Frank O. Gehry auf dem Plan, sind aber ansonsten leider nicht sehr gut vorbereitet.

Zeichenkunde
Lauter Konjunktive: „Zeichne einen Baum, auf den du klettern könntest.“ oder „Zeichne einen Baum, der vor deinem Haus stehen könnte“. Interessante Aufforderungen an die Flaneure am Schiffbauerdamm, aufgehängt am Bertold-Brecht Platz
Ich habs ja nicht so mit dem Zeichnen und malen und nutze daher die Fotografie als Möglichkeit mich auszudrücken. In diesem Fall habe ich allerdings nur die Kunst von anderen genutzt, um mit dem iPhone und den kleinen Fotohelferlein-Apps das reale Bild ein wenig künstlerisch zu verfremden. Ich hoffe es gefällt.
Off the street
Das Künstlerkollektiv „Berlin 1020“ stellte am Donnerstag in einer Vernissage ihre Bilder in der „Fotogalerie Friedrichshain“ einem zahlreich erschienen Publikum vor. Sechs Fotografen – von denen vier anwesend waren – zeigen in den kommenden 14 Tagen einen Querschnitt ihres fotografischen Könnens. Auch wenn das Motto der Ausstellung etwas provokativ „Runter von der Straße!“ lautet, sind es im Großen und Ganzen doch Bilder die man im weitesten Sinne der Streetfotografie zuordnen kann.

Ob Mneschen auf den Strassen von Tokio, Arbeiter in den Vulkanminen in Indonesien, oder Strandszenen am Mittelmeer, Menschen stehen im Mittelpunkt der Fotos. Lediglich ein Fotograf fotografiert Räume der Macht ganz ohne die Mächtigen. Am faszinierendsten fand ich die „Memorial Ghosts“ von Roland Groebe. Bilder vom Inneren des Holocaust Mahnmals (Titelbild).

Wer die Ausstellung besuchen will muss sich sputen, sie läuft nur 14 Tage lang und endet mit einem „Street Photography Walk und Talk“ mit Martin U Waltz am 6. April um 15 Uhr. Anmeldung ist nicht erforderlich, wer kommt darf mit.
Eine weitere Ausstellung die auch nur noch bis zum 30. März läuft sei auch noch an der Streetfotografie Interessierten ans Herz gelegt. Sie heißt „Der Alexanderplatz von 1959 bis heute“ mit Fotos von Thomas Billhardt, in Kooperation mit der Galerie „Camera Work“.

Brighton Pier
Die Zeiten, in denen sich an den Wochenenden Mods und Rocker Straßenschlachten in Brighton liefen, sind Gottseidank lange vorbei, doch die gestylten Roller, ein Markenzeichen der Mods mit ihren Parkas. kann man doch noch ab und zu im Straßenbild erspähen. Ansonsten zehrt Brighton von seiner Vergangenheit als mondänes Seebad, in denen die Londoner ihre Ferien verbrachten. Auf dem Titelbild sehen wir den „Royal Palace“ den der Prince of Wales, der spätere Georg IV., 1815 – 1822 zu seinem Vergnügen erbauen ließ. Weiterlesen „Brighton Pier“
Kindheit
Ann Lofy, Eva von Schirach und Linn Schröder sind die Fotografinnen die in der aktuellen Ausstellung in der Fotogalerie Friedrichshain ihre Bilder zum Thema „Kindheit – geht vorüber und bleibt“ ausstellen. Während von Schirach ihre eigenen Kinder dabei fotografiert hat, wie sich Brüder – im wahrsten Sinne des Wortes – so durchs Leben „schlagen“, erstellt Linn Schröder Familienbilder der etwas anderen Art. Also eher nicht das klassische Familienportrait beim Fotografen. Ann Lofy – als Dritte im Bunde – nimmt sich Stadtkinder und stellt sie in die Natur, könnte Brandenburg sein. Sehr stimmungsvolle Bilder und im Rahmen der Ausstellung aus meiner Sicht die ausdrucksvollste Serie in Schwarzweiß. Weiterlesen „Kindheit“
Kontemplation
Anstatt sich heute der Sammlung von Massen hinzugeben, zum Beispiel auf dem MyFest in Kreuzberg, ging unsere Überlegung zu etwas mehr Abgeschiedenheit und Besinnung. Die Gärten der Welt in Berlin bieten genügend Platz und Gelegenheit zur Reflexion, sei es auf dem Wasser des chinesischen Pavillons, über den Zengärten des japanischen Gartens, oder in den Spiegeln in der Nähe des Haupteingangs. Zunächst lud jedoch ein englisches Cottage zur Einkehr, und wir richteten unsere Konzentration ganz auf die Versenkung von Kaffee und leckeren Kuchen. Bei der tieferen Betrachtung der farbenfrohen Blumen und Blüten im Laufe unseres weiteren Spaziergangs kamen wir uns vor wie in einer herrlichen Andacht in Gottes Natur, über uns nur der weite, blaue Himmel, als Dach der einen, großen Welt.
Um mir ein wenig folgen zu können, hier eine Auswahl der Fotos vom heutigen Spaziergang zum nachmeditieren. Und wer es vielleicht bemerkt hat, alle unterstrichenen Worte im Text sind Synonyme des Wortes Kontemplation. Sagt der Duden. Musste nur noch den Text drumherum schreiben 😉
Grenzerfahrung IV
Die Süd-Ostseite des Görlitzer Parks in Berlin-Kreuzberg stellt nur einen kleinen Teil der Grenze zu Treptow dar. Der größte Teil des – in den späteren 80er Jahren angelegten – Parks zieht sich über rund einen Kilometer Richtung Nordwesten bis zur Skalitzer Straße. Der Park ist immer wieder in den Schlagzeilen, da ein schwunghafter Drogenhandel, überwiegend durch Schwarzafrikaner, die Aufenthaltsqualität beeinträchtigt. Bei meiner Fahrt durch den Park prägen sie an diesem kalten Dezembertag klar das Bild der „Parkbesucher“.
Ein Du im Jetzt
Seit 35 Jahren fotografiert Dietmar Bührer „Menschen in Galerien“ und „Bilder einer Ausstellung“ ist der Titel seiner Werkschau zum siebzigjährigen Geburtstag in der Fotogalerie Friedrichshain am Helsingforser Platz. „Seit nunmehr 35 Jahren hält Fotograf Dietmar Bührer die Wechselwirkungen zwischen Kunstwerken und Ausstellungsbesuchern in magischen Bildern fest und erschafft damit eine neue künstlerische Dimension“ schreibt die Galerie in ihrer Einladung zur Vernissage, die gestern Abend stattfand.
Ich habe das dann mal auf die Spitze getrieben und Menschen fotografiert, die Bilder betrachten, auf denen Menschen zu sehen sind, die Bilder betrachten. Ein schönes Thema wie ich finde.
Die Schriftstellerin Alexandra Lüthen hielt die Laudatio und die Überschrift des Artikels „Ein Du im Jetzt“ stammt aus ihrem Text. Sie bezieht sich damit auf den flüchtigen Moment, in dem Besucher von Museen oder Galerien das Kunstwerk betrachten. Durch das Festhalten genau dieses Augenblicks durch den Fotografen, wird daraus etwas Beständiges.
Dietmar Bührer ist seit 1987 Ehrenmitglied im Deutschen Verband für Fotografie (DVF) und wurde für seine besonderen Verdienste im beruflichen, persönlichen und fotografischen Umgang mit Inhaftierten vor und hinter den Mauern der JVA Tegel 2011 mit dem Bundesverdienstkreuz.
Fotogalerie Friedrichshain, Helsingforser Platz 1, 10243 Berlin. Die Ausstellung ist bis zum 21. Dezember 2017 zu sehen.
Alle Fotos h|b: Olympus OM-D E-M5 II / 17 mm


















