In den Niederlanden bezeichnet der „Hachelschlach“ einen Brotbelag aus Schokolade oder gefärbtem Zucker. Man streut das Ganze auf sein Butterbrot. Also eigentlich was Leckeres.

Was der Hagelschlag Ende August hier am Bodensee angerichtet hat, greift dagegen die Substanz einiger Obstbauern an. Wenn man sich der großen Apfelplantage in Aufkirch nähert riecht es schon von weitem wie in einer Kelterei. Der süße, leicht faulige Geruch macht keine Lust auf das Betreten der Anlage.

Trotzdem versuchen die Obstbauern zu retten, was zu retten ist. Die kleinen Wägelchen werden vom ebenso kleinen Traktor zu den Reihen der Plantagen gezogen, wo die Hilfskräfte bereits dabei sind, die noch „gesunden“ Äpfel zu ernten, um wenigstens etwas vom Ertrag zu erhalten.

Ich bin ein paar Meter in die Reihen hineingegangen und ich schätze mal – ohne Obstbauer zu sein – dass die Ernte zu 70% verdorben ist. Vielleicht – wenn man schnell ist – kann man sie noch zu Most verarbeiten, aber in den Verkauf als Äpfel gehen sie sicher nicht.
Das ganze dafür verantwortliche Unwetter am 28. August hat gerade mal eine gute halbe Stunde gedauert, aber Hagel muss heftig gewesen sein. Die Versicherer rechnen mit Schäden bis zu 80 Millionen Euro bei den Betroffenen. Dächer wurden durchschlagen, entwurzelte Bäume fielen auf Autos, Hagel beschädigte Solaranlagen.

Ich war zu dem Zeitpunkt nicht in Überlingen, sehe also im Moment nur die Auswirkungen. Solche heftigen, kleinen dazu regionale Unwetterzellen, wird es künftig wohl öfter geben. Ein Schutz dagegen ist fast unmöglich. Klimaresilienz wird daher immer wichtiger.

