Bruchstück 25/52

Ich bin ja seit kurzem „Tags im Museum„. Als Kassierer und Aufsicht in der Galerie „Fauler Pelz“ in Überlingen. Was man halt als Rentner so macht. Wir sollen ja nicht einfach so auf der faulen Haut liegen und vielleicht sogar noch angeln, oder etwas ähnlich Unnützes tun. Sagt zumindest die Regierung. Und die Wirtschaft. Also bewache ich die Kunstwerke, die vom IBC aktuell in der Ausstellung „Über den See“ zu sehen sind.

Eins davon ist ein Bruchstück einer Rinde vom Kameldornbaum aus Namibia. Der Künstler Christian Scheel nennt es den „Nam Flügel“. Ich habe ihn letztens in der Galerie getroffen und er erzählte mir die Geschichte des Kunstwerks.

Als er damals in einer Lodge in Namibia in Urlaub war, fiel ihm das schwere Rindenstück des Kameldorns in die Hände und er wollte daraus unbedingt etwas erschaffen. Aber wie bekommt man so ein Monsterstück zurück nach Deutschland? Er fand nach langer Suche eine Werkstatt vor Ort, die ihm das Rindenstück in zwei Teile schnitt, so dass es anschließend – auf zwei Koffer aufgeteilt – ins Flugzeug passte. Zu Hause in seiner eigenen Werkstatt fügte er die beiden Teile mit Metallstreben wieder zusammen und fertig waren die „Flügel aus Namibia“. Eine tolle Geschichte.

Wikipedia beschreibt den Baum folgendermaßen: „Der Kameldorn wächst als langsamwüchsiger, trockenheitstolereanter, meist immergrüner Baum mit teils breiter Krone und kann Wuchshöhen bis über 15 Metern erreichen. Er ist ein wichtiger Schattenspender in den Wüsten und Halbwüsten Afrikas. Er wächst bevorzugt in Flussbetten oder deren Nähe, um mit seinen bis zu 60 Meter tiefen Wurzeln im sandigen Boden bis zum Grundwasser vorzustoßen. Die raue, braun-graue Borke ist rissig bis furchig und im Alter in Streifen abblätternd. Seine Äste und Zweige sind paarweise mit bis über 5 cm langen, steifen, spitzen Dornen besetzt.

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