Der absolute Schlusspunkt der alemannischen Fasnet sind die „Funken“. Auch am Bodensee brennen am Wochenende nach der Fasnet auf vielen Bergen und Hügeln die „Funkenfeuer“. Die Narrenzünfte bauen dazu mehr oder weniger große Holzstöße.

Mal sind es nur aufgestapelte Büsche und Baumreste, manchmal – wie in dem Fall des Funken bei Aufkirch, über den Dächern von Überlingen – ein riesiges Konstrukt aus Brettern, gefüllt mit Holz und Stroh. Die Größe ist diesmal dem Jubiläum der Überlinger Löwinnen geschuldet, die ihr 30-Jähriges Bestehen feiern.


Zum „Dank“ dafür ziert den Scheiterhaufen der Narrenbaum von Überlingen mit einer daran befestigten Löwinnenfigur. Ein großes Spektakel wartet darauf die vielen anwesenden Zuschauer zu erwärmen. Die Vertreter der Narrenzünfte legen dann auch pünktlich um 19 Uhr Hand an und entzünden mit einer Art Flammenwerfer den Stapel.

Langsam frisst sich das Feuer durch das Holz im Inneren des Stapels, erreicht aber schnell auch das Äußere. Spätestens jetzt beginnt der Rückzug der Zuschauer, die bis dahin am Rande der Absperrung das Spektakel bestaunen. Es wird heiß. Sehr heiß. Wie sich das für die arme Löwin anfühlen muss, will ich gar nicht wissen. Der Tod auf dem Scheiterhaufen ist und war sicher keine schöne Art zu sterben.


Ich bin inzwischen auch vorn gar und hinten noch roh. Das Feuer fackelt hoch empor und der Begriff „Funken“ bekommt nun auch Bedeutung, da am Ende der großen Flammen die Funken aufsteigen und langsam zurück zur Erde tänzeln. Die Faszination des Menschen für Feuer in jeder Form, muss irgendwo tief in seiner Vergangenheit liegen. Es verzehrt einfach alles, hat aber den Menschen etwas an die Hand gegeben, über dass nur sie auf dieser Welt verfügen. Im Guten, wie im Schlechten.


Schon Tom Hanks hat sich seine Hände auf seiner Insel wundgerieben, bis er endlich den erlösenden Funken sah und kurz danach mit stolz geschwellter Brust ausrufen konnte „ICH HABE FEUER GEMACHT!!!“ Das Feuer, was uns in der Nacht schützt, in der Kälte wärmt und den Schiffen den Weg weist.


Gibt es in Überlingen kein „Schiebe-Schläge“, wie bei Lörrach?
Musste erst mal schauen was du meinst 😉 Auf hochdeutsch heißt es wohl „Scheiben schlagen“. Aber ja, interessante Variante des Funkens. Aber so Scheiben in die Gegend schlagen, ist wohl nicht ganz ungefährlich. Und dann auch noch brennend. Auweia. Also nein, sowas gibt es hier am Bodensee nicht.
Wie schade für Euch, das ist nämlich sehr spektakulär!
Die Feuerwehr ist übrigens immer dabei, und das wird auch nur von einem gesicherten Hügelgelände aus gemacht.