Nachgewachsen

Heute möchte ich in der Rubrik „Früher/Heute“ meiner näheren Umgebung etwas Aufmerksamkeit widmen. Hergezogen sind wir im Jahr 2001, den Comeniuspark haben wir seitdem vor der Tür. Damals haben wir nicht verstanden, was dieser riesengroße, tolle Spielplatz in dem Park sollte, heute wünschen wir ihn uns manchmal weg. Nein, nicht wirklich, Kinder sind schließlich unsere Zukunft. Damals, also Anfang der 2000er, gab es hier allerdings so gut wie keine Kinder, die den Spielplatz nutzen konnten. Die Gentrifizierung nahm erst langsam ihren Lauf. Eher hätte es Hundeplätze und Altenheime gebraucht.

Zu seiner Zeit gab es dort einen großen Baum der Schatten warf, aber irgendwann morsch wurde und gefällt werden musste. Als Ersatz wurden 3 kleine Bäumchen gepflanzt. Ich dachte damals noch, na bis die mal Schatten werfen, bin ich uralt. Inzwischen haben sich die 3 Bäumchen zu einem großen Ungetüm gemausert und auch die kleinen Bäume am Eingang, sind inzwischen nachgewachsen und so groß, dass man den eigentlichen Park nur noch im Winter sieht, wenn die Blätter gefallen sind.

Hinter dem Comeniuspark beginnt die Rüdersdorfer Straße, die zu unserem Einzug eine Garagenfront – wie sie damals im Osten nicht unüblich war – säumte. Ich hab das zwar auch mal fotografiert, aber die Bilder sind leider verschollen. Auch im Netz ist dazu leider nichts zu finden. In irgendeinem Archiv wird diese Ansicht sicher noch liegen, ich wüsste aber nicht, wo ich danach suchen sollte. Nach dem Umbau – der 2008 begann – stehen dort zwischen Polizei und der Feuerwehr auf der einen Seite, und dem Dathe Gymnasium auf der Anderen, ein ALDI Markt und ein Getränke-Hoffmann. Das ehemals rumpelige Gelände ist einem großen gepflasterten Parkplatz gewichen. Richtung Marchlewskistraße hat sich seit 2 Jahren mit dem „milaa Panorama Ost „- einem Heim für Wohnungslose – noch ein weiteres Gebäude dazugesellt. Auf dem Titelbild ist das Ensemble zu sehen.

Das im Hintergrund zu sehende Haus auf Stelzen gehört nicht etwa der „Baba Yaga“, sondern der „Lokschuppen-Kultur gGmbH“, die den ehemaligen Lokschuppen umgebaut und zu einem kulturellen Ort gemacht hat. Steingärten, Skulpturen, Umweltbildung und Veranstaltungen aller Art charakterisieren das „Nirgendwo-Berlin“. Auch hier sieht man, wie die Bäume in den letzten 15 Jahren nachgewachsen sind, vom blauen Metrogebäude im Hintergrund ist aus derselben Perspektive kaum noch etwas zu sehen.

Aus 2008 stammt auch noch ein Foto aus einer anderen Perspektive. Ein Pfosten des ehemaligen Bahngeländes steht als Solitär, vor der bereits planierten Fläche des zukünftigen Parkplatzes. Im Rahmen des Umbaus zum „GleisBeet – Urban-Gardening-Projekt“ der NaturFreunde Berlin, steht dieser Pfosten zwar immer noch da, aber für mich ist nicht mehr nachvollziehbar, welcher der beiden Pfosten jetzt der aus 2008 war. Zu sehr hat sich durch den Baumwuchs der Hintergrund verändert, so dass eine Zuordnung sehr schwer fällt. Daher gibt es einfach beide Pfosten, die auch etwas verschönert wurden.

Zum Abschluss noch ein Überblicksbild mit der Drohne über den Lokschuppen und das sich anschließende GleisBeet. Am linken Rand – mit dem markanten roten Dach – ist das Dathegymnasium zu sehen. Im Hintergrund sieht man weiteren Nachwuchs. Links der neue Amazon-Tower „EDGE East Side“ an der Warschauer Brücke und links das Bürohaus „STREAM Berlin“ direkt neben der Mercedes-Benz Arena, in dem überwiegend Zalando sein zu Hause finden wird. Damit vollendet sich nun der Bereich zwischen Ostbahnhof und Warschauer Brücke, das Projekt „Mediaspree“ hat ein komplette neues Quartier in Berlin-Friedrichshain geschaffen. Nicht immer schön, aber architektonisch durchaus interessant.

Alle Bilder mit meinen Olympuskameras fotografiert. Titel- und Abschlussbild mit der DJI Mini 2.

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