Smugglers Paradise

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Heute morgen um acht Uhr brechen wir auf, um mit dem alten Clipper „Lady von Büsum“ zur roten Insel überzusetzen, die weit draussen vor Büsum mitten in der Nordsee liegt. Früher mal Paradies für Schmuggler und Spione, später unter englischer Flagge, wird sie zu Kaiser Wilhelms Zeiten, im Tausch gegen Sansibar, zu einer deutschen Insel, mit hohem strategischem Interesse. Sie wird zum Stützpunkt der Kriegsmarine und soll im dritten Reich dermaßen ausgebaut werden, Stichpunkt „Hummerschere“, dass hier die ganze deutsche Kriegsmarine unterkommen soll. Aber wie so viele andere Dinge auch, wird – aus bekannten Gründen – daraus nichts.

Nach dem verlorenen Krieg ist die Insel nun wieder britisch, bis in den 50er Jahren erneute Verhandlungen schließlich erfolgreich enden, und die Briten zum zweiten Mal Helgoland an die Deutschen übergeben. Diesmal ohne das die etwas anderes dafür hergeben müssen. Von den Zerstörungen sieht man indes nichts mehr, die Insel gedeiht und floriert, zumindest wenn – wie heute – fünf Schiffe gleichzeitig gegen Mittag im Hafen festmachen und rund 2000 Passagiere an Land „gebördet“ werden. Anstatt nämlich einfach im Hafen anzulegen, liegen alle Schiffe vor Anker und kleine einheimische Motorboote setzen die Passagiere über. Eine durchaus lustige Sache, solange der Seegang nicht zu wild ist. Heute ist es relativ ruhig, kein Problem also.

Die Insel ist aufgeteilt in Unter-, Mittel- und Oberland und dort oben kann man sie auf dem Klippenpfad schön umrunden. Wir gehen gegen den Uhrzeigersinn, so sind wir am Wahrzeichen der Insel, der „Langen Anna“ noch relativ allein. Ein Stück weiter taucht der „Lummenfelsen“ mit tausenden Vögeln und einem Mordsgekreische auf. Und es kommen die anderen Schiffstouristen, die, die im Uhrzeigersinn die Insel umrunden. Auf den schmalen Wegen muss man nun aufpassen, sich nicht gegenseitig auf die Füße zu treten und Fotomotive gibt es nur noch gegen Absprache. Wir gehen noch am Berliner Bären, der die Entfernung nach Berlin anzeigt, vorbei, was immer der hier auch tut, und kaufen zollfrei ein. Wie alle. Echt interessante Preise, wenn man eh schon mal hier ist. Nach drei Stunden verlassen wir die Insel wieder und löschen damit einen weiteren Eintrag in unserer laaaangen „Things to Visit“ Liste.

Ein Gedanke zu „Smugglers Paradise“

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