Ein kostbares Gut

20130226-173113.jpg

Am Wochenende waren wir mit den Kids im Kommunikationsmuseum am Frankfurter Mainufer. Grippal bereits geschwächt habe ich mich durch den Schnee gequält, um zu schauen, was das Museum bietet. Schließlich bestimmt Kommunikation mit den dazugehörigen Medien und Geräten unser und mein Leben, mehr als je zuvor.

Bevor es aber so weit kommen konnte, dauerte es doch recht lange. Von dieser langen Entwicklung berichtet die Sonderausstellung „Zeit“, von der wir ja alle in der Regel zu wenig haben. Obwohl doch alles immer schneller funktioniert. Von den ersten Postkutschen, dem Beginn der Eisenbahn, der Post, den Zeitungen, dem Telegrafen, dem Telefon, dem Internet, bis heute, wo wir Nachrichten fast in Echtzeit aus der ganzen Welt bekommen. Wahnsinn, immer schneller und Zeit gespart ohne Ende. Theoretisch jedenfalls.

Wie entspannt muss das früher gewesen sein, als eine Nachricht eine lange Weile brauchte, um zu den Konsumenten zu kommen. Hat man damals vielleicht etwas vermisst? Ist das ein menschliches Grundbedürfnis, das immer Zeit gespart werden muss, die man dann sowieso nicht hat, und allein der Begriff „sparen“ etwas verheißt, was er am Ende nicht erfüllen kann?

Ist das unser ewiger Kampf gegen die – für uns – endliche Zeit, den wir am Ende sowieso verlieren? Knöpfe knöpfen dauert zu lange, erfinden wir doch den Reißverschluss. Kaffeetrinken kostet zuviel Zeit, führen wir den „Coffee to go“ ein. Menschen sind zu langsam, dafür bauen wir Maschinen, die bauen uns später noch bessere und noch schnellere Computer, damit wir unsere Arbeit schneller erledigen können. Aber hatten wir deswegen jemals mehr Zeit? Nein. Eher das Gegenteil scheint der Fall zu sein.

Ist es am Ende doch wie bei Momo? Die grauen Männer fressen die „gesparte“ Zeit und wir merken es nicht. Wir wundern uns nur wo sie bleibt, diese ganze Zeit, die wir doch eigentlich haben müssten.

Vielleicht sollten wir sie uns aber auch einfach nur wieder nehmen und nicht mit unsinnigen Dingen verschwenden. Zeit ist kostbar, heisst es, also halten wir inne und nutzen wir sie für wichtige Dinge. Für die Familie, Freunde, Lesen, Reisen, oder einfach mal für… Nichtstun. Meinetwegen auch zur Kommunikation, aber eben nicht nur und nicht andauernd.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s