Nachdem es mir gelungen ist, mein ganzes DSLR Equipment am letzten Wochenende in gute Fotografenhände abzugeben, war es Zeit für den nächsten Schritt. Da Amazon mir entgegenkam und den aktuellen Preis, just als die Entscheidung anstand, noch mal gesenkt hat, ging die Bestellung gestern Abend raus und heute steht sie nun in trauter Dreisamkeit bereits auf dem Tisch. Sie ist ausnahmsweise sogar kleiner als die analoge Olympus. Die Einstellungen sind gesetzt, ab morgen muss sie sich im Feld bewähren. Ich bin gespannt.
Sonne für die Ohren
In der dunklen und zugigen Passage zwischen Karl-Liebknecht-Straße und Alexanderplatz steht der schwarzhaarige Geiger und versucht die vorbeihastenden Einkäufer einen Moment innehalten zu lassen, um zu lauschen, die Musik aufzunehmen. An diesem grauen Samstag streicht er beharrlich ein wenig Sonne für die Ohren in die Luft. Ab und an klingelt es im bereitliegenden Geigenkasten, aber die meisten Menschen hasten eilig vorbei. Keine Zeit.
Herbstwirbel
Der Herbst im Wirbel der Farben – Foto: hb
Aus langweiligen Blättern auf der Erde lässt sich mit einem kleinen Dreh noch ein interessantes Motiv herzaubern. Die Blende zu, dadurch eine etwas längere Belichtungszeit und während des Auslösens möglichst ohne zu verziehen, die Kamera leicht um die eigene Achse drehen. Ein Element des Bildes sollte scharf abgebildet werden, da sonst das Foto nur als unscharf wahrgenommen wird. Ein wenig Farbsättigung hinzu und schon hat man ein schönes „indian summer“ Foto.
Daten: Olympus E PL-3 mit Festbrennweite 17mm (34mm/Kleinbild) Blende 5.6, 1/20 Sekunde, ISO 200.
Spiegellos

Olympus, meine seit Jahren präferierte Marke, wenn es ums fotografieren geht, zieht aktuell übers Land, um ihr neues Flagschiff die OM-D E-M1 zu promoten. Heute war Berlin dran. Im industriellen Ambiente des Wasserwerks am Hohenzollerndamm konnten die Oly-Fan-Boys and Girls die OM-D ausgiebig testen, selbst in die Hand nehmen, eigene Objektive dranschrauben und an vier aufgebauten Stationen ihre Fähigkeiten bewundern. Natürlich bei Bedarf auch vorbestellen, beim Partnerstand von Foto-Erhardt.
Sie ist etwas größer als die E M5 und hat einen hellen und großen Sucher. Das dürfte locker Vollformatniveau haben. Aber … es ist ein elektronischer Sucher. Der ist aber inzwischen so gut, dass man nichts wirklich vermisst. Im Gegenteil, er ist nicht nur der Blick nach draussen, sondern ein Computerdisplay mit allen Möglichkeiten.
Für mich ist sie noch etwas oversized, vor allen Dingen im aktuellen Preisgefüge. Vielleicht erstmal die M5 zu Weihnachten, als Einstieg ins mFT Segment. Mit meiner kleinen E PL-3, meiner aktuellen „immerdabei“ bin ich ja schon fleissig am üben. Aber ich denke auch, dass die Zukunft den spiegellosen Kameras gehört. Zuviel spricht dafür und Olympus setzt hier klar die Trends.
Werbung total
Die untere S-Bahn Station der Friedrichstraße ist häufig Schauplatz für konsequente Werbung. Jedes Stück Wand, jeder Pfeiler ist vollgepflastert mit aufeinander abgestimmten Werbeplakaten. Als ich heute nachmittag dort ausgestiegen bin, hat mich die volle Bluse des GTA-Groupies fast erschlagen. Jeder Quadratmeter der Station zeigt die Konterfeis des aktuellen Spielehits „Grand theft auto“. Ein „Open World Game“ wo man als Gangster Karriere machen kann, Foltern inklusive. Ob die Bahn weiß, wofür sie da werben lässt. Billig ist das sicher nicht.
Frechheit
Manchmal kann man ja an der Menschheit zweifeln. Die kriminelle Energie von einigen Räubern führt zu absurden Versuchen zu Geld zu kommen, ohne dafür zu arbeiten. In Berlin ist im Moment die Masche entweder brachial mit Autos direkt in Bankfilialen zu brettern und die Geldautomaten durch rammen zu zerstören, oder Geldautomaten in kleinen Ausgabefilialen durch Sprengstoff aufzusprengen.
So geschehen am Wochenende, direkt schräg unterhalb meines Büros. Seit heute ist uns der direkte Weg zur Kantine gesperrt. Holzplatten decken von aussen die Lücke ab und im Vorraum ist die halbe Decke heruntergekommen. Laut Polizeibericht haben „zwei mit Skimasken vermummte Männer am Sonntag früh gegen 5.50 Uhr den Geldautomaten gesprengt und sind nach Zeugenaussagen mit Geldkassetten entkommen. Nach der Explosion nahmen die Männer die Geldkassetten, stiegen in einen bereit stehenden BMW, in dem eine dritte maskierte Person saß, und flüchteten Richtung Bernauer Straße.“ Frecher gehts nicht. Wer sie findet, darf ihnen gerne von mir eine aufs Maul hauen. Echt ey.
Smugglers Paradise
Heute morgen um acht Uhr brechen wir auf, um mit dem alten Clipper „Lady von Büsum“ zur roten Insel überzusetzen, die weit draussen vor Büsum mitten in der Nordsee liegt. Früher mal Paradies für Schmuggler und Spione, später unter englischer Flagge, wird sie zu Kaiser Wilhelms Zeiten, im Tausch gegen Sansibar, zu einer deutschen Insel, mit hohem strategischem Interesse. Sie wird zum Stützpunkt der Kriegsmarine und soll im dritten Reich dermaßen ausgebaut werden, Stichpunkt „Hummerschere“, dass hier die ganze deutsche Kriegsmarine unterkommen soll. Aber wie so viele andere Dinge auch, wird – aus bekannten Gründen – daraus nichts.
Nach dem verlorenen Krieg ist die Insel nun wieder britisch, bis in den 50er Jahren erneute Verhandlungen schließlich erfolgreich enden, und die Briten zum zweiten Mal Helgoland an die Deutschen übergeben. Diesmal ohne das die etwas anderes dafür hergeben müssen. Von den Zerstörungen sieht man indes nichts mehr, die Insel gedeiht und floriert, zumindest wenn – wie heute – fünf Schiffe gleichzeitig gegen Mittag im Hafen festmachen und rund 2000 Passagiere an Land „gebördet“ werden. Anstatt nämlich einfach im Hafen anzulegen, liegen alle Schiffe vor Anker und kleine einheimische Motorboote setzen die Passagiere über. Eine durchaus lustige Sache, solange der Seegang nicht zu wild ist. Heute ist es relativ ruhig, kein Problem also.
Die Insel ist aufgeteilt in Unter-, Mittel- und Oberland und dort oben kann man sie auf dem Klippenpfad schön umrunden. Wir gehen gegen den Uhrzeigersinn, so sind wir am Wahrzeichen der Insel, der „Langen Anna“ noch relativ allein. Ein Stück weiter taucht der „Lummenfelsen“ mit tausenden Vögeln und einem Mordsgekreische auf. Und es kommen die anderen Schiffstouristen, die, die im Uhrzeigersinn die Insel umrunden. Auf den schmalen Wegen muss man nun aufpassen, sich nicht gegenseitig auf die Füße zu treten und Fotomotive gibt es nur noch gegen Absprache. Wir gehen noch am Berliner Bären, der die Entfernung nach Berlin anzeigt, vorbei, was immer der hier auch tut, und kaufen zollfrei ein. Wie alle. Echt interessante Preise, wenn man eh schon mal hier ist. Nach drei Stunden verlassen wir die Insel wieder und löschen damit einen weiteren Eintrag in unserer laaaangen „Things to Visit“ Liste.
Landpartie
Nachdem der Regen heute Nacht wirklich wie angekündigt aufgehört hat, und nun sogar ab und zu ein Stück blauer Himmel zu sehen ist, packen wir die Fahrräder vom Wohnmobil und machen uns nach dem Frühstück über Landsträßchen auf den Weg nach Deekelsen. Das soll hier irgendwo sein, jedenfalls wenn man dem Fernsehen glaubt, denn „Der Landarzt“ heilt hier seit nunmehr fast 30 Jahren die echten und eingebildeten Wehwehchen der Bewohner des kleinen Örtchens an der Schlei. Mit Wayne Carpendale ist aktuell der dritte Landarzt im Dienst, vor ihm waren es schon Walter Plathe und Christian Quadflieg.
Aber auf keinem Straßenschild taucht Deekelsen auf, nur kleine Dörfer die irgendwie alle auf -by enden, und die Straßenschilder in Fahrtrichtung zeigen nach Kappeln an der Schlei. Damit liegen wir natürlich goldrichtig, denn dort liegt das Zentrum der Fernsehserie, die es bis heute auf knapp 300 Folgen gebracht hat. Mitten in Kappeln gibt es sogar einen „Deekelsen-Platz“ und nicht weit davon kann man am Stammtisch der „Landarzt Kneipe“ ein Bierchen genießen. Leider läuft die Serie nun aus, die Geschichten sind wohl auserzählt. Die Einwohner Kappelns finden das sehr schade, da ihr Ort doch auch touristisch von der Serie profitieren konnte. Kappeln ist aber auch so auf jeden Fall einen Besuch wert.
Reserviert
Verdutzt rieben sich die Menschen heute morgen gegen halb acht auf dem Weg zum Hauptbahnhof die Augen. Hatte die unselige Angewohnheit der Deutschen und Engländer, die Liegen am Urlaubsstrand morgens in aller Herrgottsfrühe schon mit Handtüchern zu belegen, nun auch den Capital Beach erreicht? Alle verfügbaren Liegen waren weithin sichtbar mit roten Handtüchern belegt.
Ein weißer Schriftzug darauf wies dann allerdings schnell die Lösung. Eine Online-Buchungsplattform, beziehungsweise App, für Hotels, verlängerte kurzerhand – gefühlt – das Urlaubsfeeling der wieder zurückgekehrten Berlinerinnen und Berliner und drapierte die roten, kuscheligen Tücher entlang des Spreebogens. Nach der Aktion – gegen zehn Uhr – konnten diese direkt von den Gästen mitgenommen werden. Für uns das perfekte Utensil für einen herrlichen Wannseetag mit den Enkelkindern.
Abendrot
Heute Abend gab es mal wieder einen dieser genialen Sonnenuntergänge bei denen sich der Berliner Himmel blutrot verfärbt und mit der richtigen Wolkenformation ein herrliches Bild zeigt. Der Tag begann ja heute morgen mit Blitz und Donner und zeigt sich dafür am Abend versöhnlich, mit einer Verheissung auf weitere schöne Sommertage, die aber nicht mehr so heiss werden. Es hat kräftig abgekühlt und draussen sind es um 22 Uhr gerade noch 20 Grad. Das verspricht eine angenehme Nacht.








